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Großer Andrang bei Winzern zu den "Tagen des offenen Weingutes" im Elbtal

Großer Andrang bei Winzern zu den "Tagen des offenen Weingutes" im Elbtal

32 Weingüter und Straußwirtschaften öffneten am vergangenen Wochenende für Tausende Gäste aus ganz Deutschland ihre Türen bei den Tagen des offenen Weingutes in Sachsen.

Von Nadine Steinmann

Ebenfalls geöffnet hatte auch die Straußwirtschaft von Frank Förster. 100 Meter über der Elbe gelegen, bot sich den Besuchern dort ein einzigartiger Blick über das Elbtal. Einer der Gäste war Rentner Heinz Wirrig. Zusammen mit 14 Freunden pilgerte er am Wochenende von einem Weingut zum nächsten. "Försters ist bereits das Dritte. Die Stimmung ist gut und mal sehen, wo uns der Wind noch hin weht", erzählte der Reiseleiter aus Dippoldiswalde.

Dass sich die Tage des offenen Weingutes zu einem solchen Erfolg entwickeln würden, hatte vor zwölf Jahren niemand gedacht. "Ich bin von Anfang an dabei und habe verfolgen können, dass die Veranstaltung immer bekannter wurde", erklärte Frank Förster, der in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum als Winzer feiert. "Mittlerweile steht das letzte Augustwochenende in vielen Kalendern von Weinliebhabern aus ganz Deutschland", sagte er.

Ein ganz besonderes Ereignis sind die Tage des offenen Weingutes auch für die Familie Kastler. Nur einmal im Jahr - eben an diesem Wochenende - öffnen sie die Tür zu ihrem gerade mal 3500 Quadratmeter großen Weingut. "Wir sind nur ein kleiner Familienbetrieb und können neben der Weinproduktion nicht noch eine Straußwirtschaft führen", erklärte Bernd Kastler. Und obwohl sein Weingut in Rade- beul nur schwer zu entdecken ist, fanden am Wochenende viele Gäste den Weg auf sein Grundstück. Dort lautete das Motto "Klein aber fein": Der 62-jährige legte viel Wert auf Ruhe und Genuss, aber auch auf Bildung. Im Garten lagen deswegen viele Fachbücher über Wein aus. An den Rebstöcken hingen Informationstafeln, die über die Trauben und die Produktion des Weins aufklären sollten. "Ich wollte einen Gegenpol zum Entertainment setzen. Bei mir gibt es kein Ponyreiten oder Sackhüpfen. Hier soll eine gewisse Urlaubsatmosphäre entstehen", berichtete Kastler.

Der Gegenpol zu seinem Entspannungsort war dann wohl Schloss Wackerbarth. Während bei Kastler gerade mal 30 bis 40 Gäste sitzen konnten, bot Wackerbarth für bis zu 1000 Besucher Platz. Jede halbe Stunde konnten die Gäste an Weinberg- und Kellerführungen teilnehmen. "Die kostenlosen Angebote waren auch immer gut besucht. Es gab nur wenige freie Plätze", resümierte Marketingchef Michael Thomas. An mehreren Ständen wurde sächsischer Wein und Sekt verkauft, auf dem Balkon des Schlosses spielten Livebands. Und wem das immer noch nicht genügend Kultur war, der konnte sich die Ausstellung des Künstlers Hundertwasser ansehen. "Bei uns trifft der Genuss des Weines auf Kunst und Kultur", erzählte der Marketingchef.

Begeistert von diesem Angebot zeigte sich beispielsweise das Ehepaar Filusch. Nur wegen der "Tage des offenen Weingutes" waren sie aus Berlin angereist. "Das Ambiente hier ist einfach unglaublich schön", schwärmte Doris Filusch.

Gerade für Gäste von außerhalb bot der Weinbauverband Sachsen auch in diesem Jahr wieder die 3er-Weinprobe an. Für sechs Euro bekam man drei Gläschen Wein á 0,1 Liter verschiedener Rebsorten, um auf den Geschmack zu kommen.

Weinlese in Sachsen beginnt

Federweißertrauben machen den Anfang zur Ernte

Während in der Pfalz derzeit schon die ersten Trauben des Jahrgangs 2012 gelesen werden, beginnen die sächsischen Winzer ihre Ernte in der Regel immer erst zehn Tage später. Nach den "Tagen des offenen Weingutes" soll es nun so weit sein. Trauben wie Solaris oder Ortega für den Federweißen werden zuerst geerntet. Danach sind ab Mitte September Goldriesling und Müller-Thurgau an der Reihe, bevor Ende September Klassiker wie Grau- und Weißburgunder oder Traminer folgen. Zum Schluss werden die Riesling-Trauben geerntet.

Nach dem wechselhaften Sommer hoffen die Winzer nun auf einen "goldenen" Herbst, denn die moderaten Temperaturen des Sommers hätten die Trauben gleichmäßig reifen lassen. "Auch die Unwetter der letzten Tage konnten den Trauben bisher nichts anhaben", freut sich Ulrike Schröter vom Weingut Schloss Wackerbarth. Ende August beginnt das Weingut als eines der ersten in Sachsen die Lese für den Federweißen. Die hoffentlich erfolgreiche Ernte will das Schloss mit dem "Federweißerfest" am 8. und 9. September feiern.

Nach Angaben des sächsischen Weinbauverbandes wird in diesem Jahr mit einem ähnlichen Ertrag wie 2011 gerechnet: Im Vorjahr brachte die Weinernte rund 24 000 Hektoliter ein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.08.2012

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