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Umland Gipfel und Wege während der Brutzeit von Wanderfalken und Co. gesperrt
Region Umland Gipfel und Wege während der Brutzeit von Wanderfalken und Co. gesperrt
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21:21 05.04.2016
Die Nationalparks sind ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten, darunter auch Wanderfalken, wie diese Jungvögel in einem Horst in der Böhmischen Schweiz. Quelle: Foto: Václav Sojka

Sonne und frühlingshafte Temperaturen locken wieder Wanderer in die bizarre Felsenlandschaft der Sächsischen Schweiz. Allerdings, wo der Menschen Erholung sucht, leben auch seltene und bedrohte Tiere, die es zu schützen gilt. „Die Saison der Vogelbrut ist in vollem Gange und wir freuen uns, Wanderfalke und Co. wieder als Brutvögel im Felsenreich zu haben. Um den Küken ungestörte Zeit zum Flüggewerden zu gönnen, bitten wir um Beachtung der ausgeschilderten Horstschutzzonen“, teilt die Verwaltung des Nationalparkes Sächsische Schweiz mit. Damit die Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungtiere nicht gestört werden, sind einige Klettergipfel zu Sperrzonen erklärt worden.

Warum die deutsche Nationalparkverwaltung ausdrücklich darum bittet, die Horstschutzzonen unbedingt zu respektieren, hat einen aktuellen und unerfreulichen Grund. Eine Wandergruppe aus Deutschland hat sich in der Böhmischen Schweiz nicht an die Regeln der Kernzone gehalten. Dort ist das Verlassen der ausgeschilderten Wanderpfade nicht erlaubt. „Kernzone im Nationalpark Böhmische Schweiz - schon dies müsste als Schutz eines Wanderfalkenhorstes eigentlich ausreichend sein. Trotzdem kam es in den vergangenen zwei Jahren durch wiederholte Verstöße gegen das Verbot zum Verlassen der Wege in der Kernzone zum Verlust einer Wanderfalkenbrut im Grenzgebiet“, informiert Tomáš Salov, Sprecher der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz. So wurden in diesem Jahr die Informationen im Gelände durch das Anbringen zweisprachiger Hinweistafeln verstärkt. Darüber hinaus sperrte die Nationalparkverwaltung das Gebiet mit Flatterband ab.

Dennoch kam es im Prebischtor-Gebiet erneut zu einem Vorfall, bei dem eine große Besuchergruppe aus Deutschland in eine ausgeschilderte Horstschutzzone eindrang, um dort illegal zu boofen. Zudem entzündete die Gruppe ein Feuer. Mitarbeiter der Nationalparkwacht konnte die Gruppe mit Unterstützung der tschechischen Polizei stellen. Die Folge: Geldstrafen in Höhe von 2500 Kronen (ca. 90 Euro) pro Person. Die Geldstrafe war noch relativ mild. Sie kann bis zu 180 Euro betragen. „Wer vorsätzlich Gesetze ignoriert und durch rücksichtsloses Verhalten bedrohte Tierarten, oder durch offenes Feuer gar ganze Biotope gefährdet, der muss mit hohen Strafen rechnen“, erklärt dazu Dr. Pavel Benda, Leiter der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz.

Seine Verwaltung führt einige der illegalen Handlungen der Besucher auch auf deren Vertrauen in inoffizielle Informationsquellen zurück. „So zeichnen z.B. einige Herausgeber von Kartenwerken sehr alte Wege in ihre Karten ein, ohne den Nutzer genügend darauf hinzuweisen, welchen Risiken er sich aussetzt, wenn er sich danach richtet“, berichtet Salov. Einige Diskussionsgruppen im Internet würden sogar noch weitergehen und ihre Mitglieder direkt zu illegalen Handlungen anleiten, mit dem Versuch, die in den Nationalparks geltenden Regelungen für Besucher lächerlich zu machen. „Es ist die Wahl jedes Einzelnen, welchen Informationsquellen er vertraut. Die Nutzer sollten sich dessen aber bewusst sein und auch die Konsequenzen ihres Verhaltens sehen“, so der tschechische Nationalparkchef Benda.

Horstschutzzonen in der Sächsischen Schweiz

Zusätzlich zu den dauerhaft-zeitlich gesperrten Kletterfelsen (siehe Kletterführer, Ausschilderungen im Gelände oder unter www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) sind folgende Klettergipfel sowie deren Zugangswege bis zu den jeweils genannten Zeitpunkten für den Klettersport gesperrt (Stand: 4. April 2016):

Rathener Gebiet: „Totenkirchel“ – Sperrung bis voraussichtlich Ende Juli.

Schrammsteingebiet: „Hoher Torstein“ - Ostseite – Sperrung zwischen „NO-Kante“ und „Schartenweg“ bis voraussichtlich Ende Juni.

Schmilkaer Gebiet: „Wurzelkopf“, Sperrung bis voraussichtlich Ende Juni.

Bielatalgebiet: „Verlassene Wand“, „Felsensportnadel“ – Sperrung bis voraussichtlich Ende Juni. Der Wanderweg nördlich der „Verlassenen Wand“ kann begangen werden. „Semperhexe“, „Bergstation“, „Schöne Nadel“ „Glasergrundscheibe“, „Totenkopf“ „Waldwächter“ – Sperrung bis voraussichtlich Ende Juni.

Von Silvio Kuhnert

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