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Umland Getränkehersteller Oppacher baut Logistikzentrum in Meißner Gewerbegebiet
Region Umland Getränkehersteller Oppacher baut Logistikzentrum in Meißner Gewerbegebiet
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16:46 13.05.2016
Oppacher-Chef Eric Schäffer und Meißens OB Olaf Raschke in der Halle, die künftig das Logistikzentrum des Getränkeherstellers beherbergen wird. Quelle: Uwe Hofmann

Da fügt sich eins zum anderen: An der Ziegelstraße in Meißen entsteht das neue Logistikzentrum des Mineralwasser- und Limonadenherstellers Oppacher. Zwar trennen die Porzellanstadt und den namengebenden Unternehmenssitz Oppach rund 90 Straßenkilometer, dennoch ist für Inhaber und Geschäftsführer Eric Schäffer die Investition im Meißner Gewerbegebiet ein logischer Schritt. Zum einen, weil auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Schwerter-Brauerei ihren Sitz hat. Deren Eigentümer: Eric Schäffer. Zum anderen, weil man sich im Unternehmen schon lange mit dem Gedanken getragen habe, „im Dresdner Speckgürtel ein Vertriebszentrum aufzumachen“, wie Schäffer sagt. Der Großraum Dresden, den der Unternehmer mit 1,5 Millionen Kunden großzügig bemisst, sei der wichtigste Absatzmarkt für Oppacher. An diesen rückt man nun deutlich näher heran. „Wir werden alle rund 80 Produkte, die wir in Oppach haben, im Meißner Logistikzentrum spiegeln“, sagt Schäffer. Heißt: Alles, was der Getränkehersteller im Sortiment hat, wird erstmals vor den Toren Dresdens verfügbar sein.

Zu dieser strategischen Überlegung kam die Gelegenheit. Die Ende Dezember gekaufte, leerstehende Halle gehörte eigentlich dem insolvent gegangenen Maschinenhersteller Pfrang-Tec. Das wirtschaftliche Unglück des Nachbarbetriebs bot eine Chance für Schäffer, dessen Schwerter-Brauerei seit der Übernahme durch den durch seine Sponsorin-Aktivitäten ziemlich bekannten Unternehmer im Jahr 2009 mehr und mehr aus allen Nähten platzt (DNN berichteten). Die etwa 3000 Quadratmeter große Halle liegt nicht nur günstig an der künftigen Staatsstraße 84n, sie scheint auch noch wie gemacht für die Ansprüche des Getränkeherstellers. So sei ihre Außenhülle so gebaut, dass es auch im Sommer nicht allzuheiß würde. „Das ist wichtig für die Getränkequalität“, sagt Schäffer. Dazu ist das Fundament so massiv, dass nahezu keine Erschütterungen übertragen werden. Das ist ein Standard, der für einen Maschinenhersteller wichtig ist, für ein Logistikzentrum eigentlich nicht. Dennoch sei es insbesondere für die Mitarbeiter günstig, dass sie an- und abfahrende Lkw auf dem Gelände kaum stören würden.

Die Investition ins Logistikzentrum ist eingebettet in ein Gesamtpaket, das Schäffer nicht genau beziffern will. Die Investitionssumme bewege sich im „hohen einstelligen Millionenbereich“, sagt er. Dafür wird in Oppach einiges in die Ausweitung der Produktionskapazität und eine höhere Effizienz investiert. So hat man in zweijähriger Suche ein neues Mineralwasservorkommen gefunden und wird einen fast 300 Meter tiefen Brunnen bohren, um es zu erschließen. Außerdem wird in eine neue Abfüllanlage investiert, die stärker automatisiert arbeiten und sich in deutlich kürzerer Zeit von einer Flaschengröße auf eine andere einstellen lässt. Die Effizienz lasse sich so um 30 Prozent steigern. Was im übrigen auch für die Schwerter-Brauerei interessant ist, werden doch die in Meißen gebrauten Biere in Oppach in Flaschen gefüllt. Dort wird außerdem noch eine neue Ausmischungsanlage gebaut, die Fruchtsäfte und Mineralwasser zusammenbringt. Hinzu kommt eine neue Verpackungsanlage. Wenn man so will, lassen sich diese Einzelmaßnahmen so zusammenfassen: In Oppach wird alles dafür getan, dass künftig mehr Getränke hergestellt werden können. Durch die Investition in Meißen will man dafür sorgen, dass man diese Kapazitäten auch an den Kunden bringt.

Dabei geht es im wesentlichen um die Fähigkeit des entstehenden Logistikzentrums, vier verschiedene Getränkesorten auf eine Palette zu kommissionieren, die dann an den Handel oder die Gaststätte geliefert wird. In Oppach geht das nicht, da lässt sich nur jeweils eine Getränkesorte auf eine Palette packen, was insbesondere für kleinere Abnehmer unpraktisch ist. Große Lieferungen sortenreiner Paletten sollen also in Meißen eintreffen, dort je nach Bestellung neu zusammengestellt werden und dann zum Kunden ausgeliefert werden. Etwa eine halbe Stunden solle es dauern, dann ist ein Lkw voll beladen wieder vom Hof, sagt Schäffer. Dabei wirkt sich dann eine weitere Investition aus: im sogenannten Arbeitsfluss wird künftig papierfrei gearbeitet. Bestellzettel, Belege und dergleichen werden künftig eingescannt und können dann an allen Niederlassungen aufgerufen und bearbeitet werden.

Es wird noch eine Weile dauern, bis die Meißner Niederlassung so arbeiten wird. „Wir stehen gerade am Beginn der Saison, da können wir nicht umstellen“, sagt Schäffer. Es bleibt also viel Zeit, die Lieferzone samt Wendebereich sowie Ein- und Ausfahrt auf dem 16 000 Quadratmeter großen Gelände zu bauen. Vor der Saison 2017, also den warmen Monaten, in denen Erfrischungsgetränke gefragt sind, soll das Logistikzentrum einsatzbereit sein. Wieviele neue Arbeitsplätze das nach Meißen bringt, kann Schäffer noch nicht sagen. „Wir werden aber neue Mitarbeiter anstellen“, sagt er. Außerdem wandern Bürokräfte aus der Schwerter-Brauerei über die Straßenseite. Später soll auch die dortige Logistik vom Logistikzentrum übernommen werden. Das schafft in der Brauerei Räume, die für etwaige Erweiterungen des Gärkellers oder dergleichen genutzt werden können.

Von Uwe Hofmann

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