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Gastronomie fehlt es an Fachkräften

Sächsische Schweiz Gastronomie fehlt es an Fachkräften

Die Tourismussaison hat in der Sächsischen Schweiz begonnen. Um den Gästen einen angemessenen Service zu bieten, suchen Gastronomen Fachkräfte. Und nicht nur sie, auch die Hotellerie hat mit Personalproblemen zu kämpfen

Die Tourismussaison hat in der Sächsischen Schweiz begonnen. Um den Gästen einen angemessenen Service zu bieten, suchen Gastronomen Fachkräfte.

Quelle: DNN

Pirna. Die Tourismussaison hat in der Sächsischen Schweiz begonnen. Um den Gästen einen angemessenen Service zu bieten, suchen Gastronomen Fachkräfte. Und nicht nur sie, auch die Hotellerie hat mit Personalproblemen zu kämpfen. Zum Ende der Winterpause wendet sich das Gastgewerbe oft an die Arbeitsagentur, um freie Stellen zu besetzen. 215 freie Jobs hat es dem Arbeitsamt in Pirna gemeldet. Den Jobvermittlern falle es immer schwerer, den Arbeitgebern eine Fachkraft vorzuschlagen, berichtet Agenturchefin Gerlinde Hildebrand.

Dieses Problem betrifft nicht das Gastgewerbe allein. Das Arbeitsamt in Pirna hatte mit 1900 gemeldeten freien Stellen im vorigen Monat einen neuen Maximalstand erreicht. „Noch nie standen uns so viele Arbeitsstellen für die Vermittlung an Arbeitssuchende zur Verfügung“, so Hildebrand. Drei Viertel der freien Jobs wären sofort zu besetzen. Die passende Besetzung der Stellen bilde momentan allerdings die größte Herausforderung, so Hildebrand weiter. Und sie befürchtet, dass die Schere zwischen Arbeitskräftebedarf und den Besetzungsmöglichkeiten, die das Arbeitsamt bieten kann, weiter wächst.

Mit dem Problem hat nicht nur das Gastgewerbe, sondern haben auch das verarbeitende Gewerbe, Pflegeberufe sowie das Baugewerbe zu kämpfen. Hildebrands Appell lautet daher: Ausbilden und Mitarbeiter weiter qualifizieren! Dies ist aber leichter gesagt als getan. Denn Berufe in der Hotellerie- und Gastronomiebranche stehen bei den angehenden Azubis gegenwärtig nicht hoch im Kurs. Zu Beginn des Ausbildungsmarktes 2016/17 hat das Gastgewerbe 43 Ausbildungsplätze zum Koch bzw. zur Köchin der Arbeitsagentur in Pirna gemeldet. Von den 1034 Ausbildungssuchenden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben allerdings nur 24 diesen Beruf auf ihrer Wunschliste stehen. Zur Halbzeitbilanz des Ausbildungsmarktes führt daher der Koch die Top-Ten-Liste der noch unbesetzten Ausbildungsstellen an. Auf den Plätzen vier und fünf sind Hotelfachmann/-frau und Restaurantfachmann/-frau zu finden.

Um ihren Fachkräftebedarf zu decken, schauen sich immer mehr Gastronomen im Ausland um. Fast 29 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der deutschen Gastronomie und Hotellerie sind Ausländer – einen solchen Anteil gibt es in keinem anderen deutschen Wirtschaftszweig, heißt es vom Dehoga-Bundesverband. Im Freistaat liegt die Quote derzeit bei knapp 14 Prozent von gesamt rund 60000 Mitarbeitern.

In der Sächsischen Schweiz stammen die ausländischen Fachkräfte überwiegend aus Tschechien. Doch der tschechische Arbeitsmarkt sei mittlerweile „abgegriffen“, sagt Gunter Claus, Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbands Sächsische Schweiz. Inzwischen müssten die Betriebe den Radius größer ziehen, um Mitarbeiter zu finden.

Das kann Christian Lohmann, General Manager der Elbresidenz in Bad Schandau, nur bestätigen. Über soziale Medien hat das Hotel nach Mitarbeitern gesucht, zudem auf die Hilfe von Vermittlungsfirmen gesetzt, um zu Saisonbeginn besser gerüstet zu sein als 2016. Im Vorjahr hatte das Restaurant des Fünf-Sterne-Hauses vor allem Hotelgäste bedient – und nur zum Teil für Gäste von außerhalb und Touristen geöffnet. „Es hat schlicht und einfach an Mitarbeitern gefehlt“, so Lohmann. In dieser Saison soll kein Gast mehr vor verschlossener Tür stehen. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland gehe das allerdings nicht, sagt Lohmann.

Von Silvio Kuhnert mit dpa

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