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Gärtner hoffen auf Sonne und Wärme

29./30. April Tage der offenen Gärtnerei in Sachsen Gärtner hoffen auf Sonne und Wärme

Die Gärtner beobachten in diesen Tagen die Wettervorhersagen mit besonderer Spannung. Denn am 29. und 30. April läuten die Tage der offenen Gärtnerei die Beet- und Balkonpflanzensaison ein. Rund 100 Betriebe in ganz Sachsen beteiligen sich daran. Natürlich hoffen alle auf Sonne und Wärme und ein informationshungriges, kauffreudiges Publikum.

Blick in die Possendorfer Gärtnerei.

Quelle: Catrin Steinbach

Possendorf/Dresden. „April, April, der weiß nicht, was er will“, heißt es in einem Lied, das die drastisch wechselnde Witterung in diesem Monat beschreibt. Ungewöhnlich ist es nicht, dass es mal so warm ist, dass man kurzärmlig radeln kann und mal Schneeflocken fallen. Trotzdem beobachten die Gärtner in diesen Tagen die Wettervorhersagen mit besonderer Spannung. Denn am 29. und 30. April läuten die Tage der offenen Gärtnerei die Beet- und Balkonpflanzensaison ein. Rund 100 Betriebe in ganz Sachsen, darunter über 30 aus dem Raum Dresden, beteiligen sich daran. Manche organisieren sogar ein buntes Rahmenprogramm. Natürlich hoffen alle auf Sonne und Wärme und ein informationshungriges, kauffreudiges Publikum.

Aktion „Blühendes Sachsen“ läutet Balkonpflanzensaison ein

Für Gärtnermeister Tilo Hofmann, der mit seiner Frau einen Gartenbaubetrieb in Possendorf bei Dresden betreibt, und seine Mitarbeiter ist schon der kommende Freitag ein besonderer Tag. Denn in ihrem Unternehmen an der B170 findet die offizielle Eröffnung der Aktion „Blühendes Sachsen 2017“ mit sächsischem Landwirtschaftsminister und Deutscher Blumenfee statt.

Der größte Teil der pflanzlichen Ware, der in dem alteingesessenen Possendorfer Familienbetrieb im Angebot ist, wird auch dort produziert. Dazu gehören rund 60 Arten und Sorten Beet- und Balkonpflanzen. Unangefochtener Dauerbrenner sind laut Tilo Hofmann rote, hängende, einfache Pelargonien. Danach folgen in der Beliebtheit stehende Pelargonien sowie hängende bzw. eher buschig wachsende Petunien. „Aber der Trend geht immer mehr zu bunten Pflanzungen“, ist die Beobachtung des Gärtnermeisters. Auch wenn das ein bisschen mehr Pflegeaufwand erfordere.


Mariechen, eine duftende Begonia Cultivars

Mariechen, eine duftende Begonia Cultivars.

Quelle: Catrin Steinbach

Eine gute Idee findet er die alljährlich vom Landesverband Gartenbau gekürte „Pflanze des Jahres“. Denn indem man Pflanzen aus der Nische hole und Neuheiten bekannt mache, könne man die Vielfalt des Sortimentes deutlich machen.

In diesem Jahr steht „Mariechen“ im Mittelpunkt. Die sonnenliebende Begonie bildet gefüllte Blüten, die aussehen wie Rosen und zudem noch duften. Weil es die „Pflanze des Jahres“ ist, dürfte sie in jeder Gärtnerei, die sich an der Aktion „Blühendes Sachsen“ beteiligt, im Angebot sein.

Nicht zu früh wärmeliebende Pflanzen ins Freie setzen

Solange die Temperatur tagsüber dauerhaft unter 15 Grad liegt und nachts um die 5 Grad rät Gärtnermeister Tilo Hofmann Gartenfreunden ab, schon Kästen und Kübel mit wärmeliebenden Sommerblumen wie Pelargonien, Petunien, Begonien usw. ins Freie zu stellen. Sie erfrieren zwar über 0 Grad nicht, „aber ist es zu kalt, führt das zu Wachstumsstockungen“, so der Fachmann. „Lieber noch ein paar Tage warten. Anfang Mai – so die Wetterprognose – soll es mit der Temperatur ja nach oben gehen“, ist Tilo Hofmann voller Hoffnung.

Ihm macht der jüngste Kälteeinbruch in seiner Gärtnerei durchaus zu schaffen. „Im März war es sonnig und warm, die Pflanzen sind prächtig gewachsen. So reichte die beheizte Gewächshausfläche nicht mehr, um sie unterzubringen.“ Deshalb musste nach dem Kälteeinbruch ein Teil der Blumen in Folienzelte umziehen, die durch Notheizungen auf Temperatur gebracht werden. „Eigentlich wollte ich da jetzt schon Gemüse pflanzen“, so der Gärtnermeister. Er hat die Temperatur jetzt jedoch schon peu á peu etwas heruntergefahren, um die Beet- und Balkonpflanzen abzuhärten.

Der Streit um das Thema Eisheilige

Eine alte Bauernregel sagt, dass Gurken, Tomaten, Zucchini, Kürbis und eben auch Beet- und Balkonpflanzen gar erst nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt werden sollen. Kalendarisch fallen die Eisheiligen auf den 11. bis 15. Mai. Doch die alten Bauernregeln beziehen sich auf den Julianischen Kalender. „Durch die Kalenderumstellung vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender 1582 sind Kälteeinbrüche etwa sieben bis zehn Tage später zu erwarten als die kalendarischen Eisheiligen.“ Darauf weist der Dresdner Gartenbauingenieur Volker Croy hin.

Er rät jenen, die jetzt trotzdem ihre Lieblingspflanzen schon kaufen wollen, sie ins Gewächshaus zu stellen. „Am besten etwas höher z.B. auf einen Tisch, damit sich die kalte Luft darunter sammeln kann.“ Oder man hat die Möglichkeit, im Fall der Fälle bepflanzte Kästen und Kübel im Haus an einem hellen Ort geschützt noch ein paar Tage unterzustellen bzw. in Vlies einzupacken.

Ebenso könnte man sich aber auch Kästen und Kübel in der Gärtnerei bepflanzen lassen und abholen, sobald es die Temperatur erlaubt. Das kostet zwar für die Arbeitsleistung einen kleinen Aufpreis. Aber man spart sich Arbeit und Dreck. „Wir bepflanzen jedes Jahr etwa 500 Kästen“, so Tilo Hofmann. Der Service werde mehr und mehr nachgefragt. Aber aus Gesprächen mit Kollegen in den westlichen Bundesländern weiß er, dass da noch viel Luft nach oben ist. „Eine Gärtnerei von unserer Größe bepflanzt da durchaus 5000 Kästen“, macht er die Dimension deutlich. Der Sachse aber legt offensichtlich lieber noch selber Hand an.

Von Catrin Steinbach

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