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Umland Fünf Bewerber treten zur OB-Wahl in Meißen an
Region Umland Fünf Bewerber treten zur OB-Wahl in Meißen an
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17:12 09.09.2018
Der Burgberg mit Albrechtsburg und Dom ist das Wahrzeichen von Meißen. Quelle: Monika Skolimowska, dpa
Meissen

Am 9. September haben die Meißner die Wahl. Sie entscheiden, wer für die nächsten sieben Jahre ihr Oberbürgermeister wird. Amtsinhaber Olaf Raschke (parteilos) strebt eine dritte Amtszeit an und stellt sich zur Wiederwahl. Vier Herausforderer hat er.

Der wohl bekannteste ist der Bürgerrechtler und ehemalige Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter (parteilos). Für die FDP wirbt Stadt- und Kreisrat Martin Bahrmann um die Gunst der knapp 23000 wahlberechtigten Einwohner. Die AfD schickt den Dresdner Rechtsanwalt Joachim Keiler ins Rennen. Ins Rathaus einziehen möchte zudem der Meißner Unternehmer Heiko Lorenz für die Sächsische Volkspartei (SVP).

Olaf Raschke (parteilos) wurde am 1963 in Görlitz geboren. Nach der Lehre zum Agrotechniker arbeitete er ab 1981 in der LPG Bockwen bei Meißen. Es folgte ein Studium an der landwirtschaftlichen Hochschule in Meißen. 1991 wechselte er ins Landratsamt Meißen, wo er unter anderem das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen leitete. Seit 2004 ist er OB Quelle: Archiv/Uwe Hofmann

Seit 2004 regiert Raschke die Domstadt. „Als ich damals die Verantwortung als Oberbürgermeister für Meißen übernahm, war es tatsächlich nicht so rosig, wie es jetzt ausschaut. Die Verschuldung lag bei 55 Millionen Euro, die Stadt war handlungsunfähig. Jede Ausgabe über 5000 Euro mussten wir von der Rechtsaufsicht genehmigen lassen“, rief er auf dem ersten der beiden Wahlforen, die der Meißener Kulturverein veranstaltet hat, in Erinnerung. Jetzt sähe die Situation anders aus. Die Schulden haben sich während seiner Regierungszeit auf 20 Millionen Euro minimiert. In den vergangenen Jahren konnte die Stadt wieder investieren. „Pflichtaufgaben wie Kitas, Schulen, Straßen, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung stehen weiter im Vordergrund. Ich möchte die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fortsetzen“, so Rachke, den der CDU-Stadtverband zu seinem Kandidaten gekürt hat.

Frank Richter (parteilos) erblickte 1960 in Meißen das Licht der Welt. In Erfurt und Neuzelle studierte er Theologie. Im Herbst 1989 gründete er die Gruppe der 20 in Dresden. Von 2009 bis Anfang 2017 war Richter Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung Zuletzt war er als Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche in Dresden tätig. Quelle: Bürger für Meißen- Meißen kann mehr

Als unabhängiger Bewerber wirft Frank Richter seinen Hut in den Ring. Seine Kandidatur wird vom Verein „Bürger für Meißen – Meißen kann mehr“, der Linkspartei, SPD und Grüne unterstützt. Er bemängelt, dass es „keinen zusammenhängenden, in sich logischen und prioritär aufgestellten Gesamtplan“ für die Domstadt gibt. Ein derartiges Stadtentwicklungskonzept möchte er mit den Bürgern zusammen entwickeln. „Wie will sich Meißen in 2029 zur 1100-Jahr-Feier präsentieren?“, soll die Leitfrage sein.

Zum Plossen-Aufstieg bezieht Richter deutlich Stellung: „Sanierung ja, Ausbau in der geplanten Weise nein! Ein Oberbürgermeister ist der Interessenvertreter der Bürger seiner Stadt und nicht des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr“, stellt er klar. Die Behörde möchte die Haarnadelkurve auf der Wilsdruffer Straßen zwischen Triebischtal und Plossen im Zuge eines grundhaften Ausbaus so aufweiten, dass sich im Kurvenbereich Busse und damit auch Lkw im Gegensatz zu jetzt gefahrlos begegnen und aneinander vorbeifahren können. „Das wird nur weiter Schwerlastverkehr in die Stadt ziehen“, befürchtet Richter. Zu seinen Zielen gehören des Weiteren seniorengerechte Wohnungen für den kleinen Geldbeutel.

Martin Bahrmann (FDP) wurde 1987 in Meißen geboren. Nach dem Abitur am Franziskaneum studierte er Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an der TU Dresden. Neben seinem Studium arbeitete er für FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag. Seit 2017 ist er Leiter des Bereiches Firmenservice der Euro-Schulen in Meißen. Quelle: privat

Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung hat sich Martin Bahrmann auf die Fahnen geschrieben. „Die Bürger sollen mehr Einblick bekommen, was die Verwaltung und wir als Stadtrat machen“, sagt der Lokalpolitiker, der sich seit zehn Jahren im Stadtparlament engagiert. Angesichts der aktuellen Zuzugszahlen geht Bahrmann davon aus, dass die Einwohnerzahl in den nächsten Jahren auf über 30000 wächst. „Darauf sollten wir vorbereitet sein und Plätze in Kitas und Schulen ausbauen“, so der junge Familienvater. Einen Nachholbedarf macht er in der Digitalisierung der Schulhäuser aus. Als Stadtoberhaupt möchte er sich für den Bau einer Verbindung zwischen Zaschendorfer und Niederauer Straße stark machen, um den Verkehr auf dem Franz-Adam-Beyerlein-Platz im Stadtteil Cölln zu reduzieren. „Um eine Entlastung können wir uns nicht erst in zehn oder 15 Jahre kümmern“, meint Bahrmann.

Heiko Lorenz (SVP) ist Jahrgang 1971. Geboren wurde er in Meißen. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre zum Instandhaltungsmechaniker und Dreher in seiner Heimatstadt. Seit April 2003 ist er als Bauunternehmer und Firmeninhaber von BDL Lorenz tätig. Politisch ist er als Stellvertretender Chef der Sächsische Volkspartei aktiv. Quelle: privat/Claudia Hübschmann

Investitionen in den Bereichen Schulen und Kitas sieht Heiko Lorenz als Selbstverständlichkeit an. Der Bauunternehmer ist stellvertretender Vorsitzender der SVP, die 2006 von NPD-Aussteiger Mirko Schmidt in Meißen gegründet wurde. In der Debatte, wie die Stadt auf die Platznot am Gymnasium Franziskaneum angesichts wachsender Schülerzahlen reagieren sollte, zieht er die Erweiterung am jetzigen Standort einer ins Spiel gebrachten Eröffnung eines zweiten städtischen Gymnasiums vor. „Ein Problem, was ich anpacken will, ist die Bekämpfung des Ladenleerstandes in Meißen“, kündigt Lorenz an.

Joachim Keiler (AfD) wurde 1959 in Fürstenfeldbruck (Bayern) geboren. Der promovierte Jurist zog 1990 nach Dresden. In der sächsischen Landeshauptstadt arbeitet er als selbstständiger Rechtsanwalt mit Schwerpunkten Steuer- und Wirtschaftsrecht. Ende 2014 trat er in die AfD. Seit Februar 2018 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der Partei in Sachsen. Quelle: Joachim Keiler/Marco Klinger

Als Dresdner musste Joachim Keiler von der AfD auf dem ersten Wahlforum eingestehen, dass er mit der Detailkenntnis eines OBs nicht dienen kann. „Was in der Kasse ist, bestimmt die Spielräume einer Stadt“, sagt er. Wenn er ins Rathaus einziehen sollte, will er sich als erstes einen Überblick über die städtischen Finanzen verschaffen. In Form von Befragungen und Versammlungen möchte er die Einwohner mehr in Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Wenn am Sonntag keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit von über 50 Prozent auf sich vereinen kann, kommt es zu einem weiteren Wahlgang am 23. September. Alle fünf Bewerber können an diesem Termin wieder antreten. Für einen Wahlsieg reicht dann die einfache Mehrheit aus.

Bei der letzten OB-Wahl im Jahr 2011 wurde Olaf Raschke mit 81,1 Prozent im Amt bestätigt. Er hatte drei Gegenkandidaten. Die Wahlbeteiligung lag 36,3 Prozent.

Von Silvio Kuhnert

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