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Umland Frischekur für Johanniskirche
Region Umland Frischekur für Johanniskirche
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18:15 03.07.2018
Johanniskirche in Meißen wurde von 1895 bis 1898 im Stil der Neugotik erbaut. Neben dem Gotteshaus wird auch der Park, in dem der Kirchenbau steht, saniert. Quelle: Foto: U. Czeschka
Meissen

In diesem Jahr jährt sich die Weihung der Johanniskirche in Meißen zum 120. Mal. Das Gotteshaus im neugotischen Stil prägt das Stadtbild des rechtselbischen Stadtteils Cölln. Zum alljährlichen Kunstfest herrscht reges Treiben vor und in dem Kirchenbau. Doch das Haus ist in die Jahre gekommen und harrt einer dringenden Sanierung. Den Weg dazu hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung frei gemacht. Das rund 2,8 Millionen Euro teure Vorhaben wird mit 1,8 Millionen Euro aus dem Fördertopf für das Sanierungsgebiet „Meißen rechts der Elbe“ bezuschusst. Die Domstadt steuert 276000 Euro bei. Den Rest der Baukosten trägt die evangelische Kirchgemeinde.

Die Sanierung des Gotteshaus soll noch in diesem Jahr beginnen. Das Gesamtvorhaben ist in vier Bauabschnitte geteilt. Fertigstellung ist im Jahr 2021 geplant. „Der erste Bauabschnitt umfasst die Dachsanierung“, berichtete Thomas Bretschneider im Stadtrat. Der freie Architekt hat gemeinsam mit der Johannisgemeinde das Sanierungskonzept seit dem Jahr 2014 entwickelt. Die Bauarbeiter müssen sowohl die Dachhaut, also die Abdeckung, als auch das Dachtragwerk anfassen. „Ursprünglich war die Kirche mit Naturschiefer gedeckt“, sagte Bretschneider. Jedoch in den 1980er Jahre wurde dieser durch Faser-Zement-Schindeln ersetzt. Die jetzige Dachabdeckung ist asbestbelastet und dringend sanierungsbedürftig.

Durch die unsachgemäße Sanierung zu DDR-Zeiten wurde auch das Dachtragwerk in Mitleidenschaft gezogen. „Im Gewölbe haben sich Risse gebildet“, so Bretschneider. Durch die Rissbildung sei der Kirchenbau zwar nicht einsturzgefährdet. „Es besteht aber Handlungsbedarf“, so der Architekt.

Im zweiten Bauabschnitt bringen Bauarbeiter den Innenraum auf Vordermann. „Dort ist das Kernthema die gebäudetechnische Anlage“, führte Bretschneider weiter aus. So stamme die Elektroanlage aus verschiedenen Zeitperioden beginnend beim Bau der Kirche und sei im jetzigen Zustand nicht betriebssicher. Wie von den Stromkabeln gehe auch von der Stuhlheizung eine ernste Gefahr für die Kirche aus, so Bretschneider.

Eine Besonderheit des Innenraums ist der von Sascha Schneider, den eine Künstlerfreundschaft mit Karl May verband, ausgemalte Triumphbogen. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eines der größten baugebundenen Fresken nichtmittelalterlichen Ursprungs in Deutschland. Allerdings besteht auch hier dringender Sanierungsbedarf. „Es kann passieren, dass einem beim Krippenspiel Putz auf den Kopf fällt“, sagte Bretschneider. Im dritten Bauabschnitt wird die Außenfassade instandgesetzt und im vierten der das Gotteshaus umgebende Park.

Von Silvio Kuhnert

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