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Umland Freitals Stahlwerk wappnet Produktion für die Zukunft
Region Umland Freitals Stahlwerk wappnet Produktion für die Zukunft
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08:53 27.07.2017
Quelle: Silvio Kuhnert

Ein lauter Knall war das Zeichen: Hochspannung lag an und die neue Energieversorgung der BGH Edelstahl Freital GmbH nahm die Arbeit auf. Nach drei Monaten Bauzeit hat das Stahlwerk eine 145-Kilovolt-gasisolierte Schaltanlage am Mittwoch in Betrieb genommen. „Eine neue Anlage wurde notwendig, um die Energieversorgung unseres Werkes für die Zukunft aufzustellen“, sagte Edelstahlwerk-Geschäftsführer Alexander Grosse.

Die bisherige Umspannanlage ist in die Jahre gekommen und hat quasi das Rentenalter erreicht. „Sie wurde 1951 gebaut“, informierte Grosse. Die Firma, die sie damals im Trafogebäude auf dem Werksgelände aufstellte, existiert gar nicht mehr. Es war ein Problem, an Ersatzteile zu kommen. Und einen Stromausfall kann und darf sich das Unternehmen nicht leisten. So läuft beispielsweise der Lichtbogenofen vollelektronisch. Mit ihm schmilzt das Werk Schrott und macht Edelstahl in verschiedenen Legierungen daraus. Rund 75000 Tonnen neuen Stahls verließen im vorigen Jahr den Werkshof. Eine ungestörte Stromversorgung ist für den Betriebsablauf bei Freitals größtem Arbeitgeber unerlässlich. „Das ist eine absolut betriebssichere Anlage“, sagte Grosser mit Blick auf sein neues Gerät.

Der Knall bei der Inbetriebnahme ähnelte dem eines Kurzschlusses, nur war er viel, viel lauter. Und das ein Kurzschluss das Werk lahm legt, soll die neue Schaltanlage vom Typ 8DN8 verhindern. Dafür sorgt neue Sicherheitstechnik. Die Stromversorgung im Werk ist damit auf dem heutigen Stand der Technik. An der Anlage liegt eine 110 Kilovoltleitung an. Diese Hochspannung wandelt sie in die für den Betrieb des Elektrolichtbogenofens, von Pressen, Walzen und Pfannenöfen benötigte Spannung um. „Wir sind ein Großverbraucher“, meinte Grosse. Der Stromverbrauch seines Werks gleicht mit rund 130 Gigawattstunden im Jahr dem einer Kleinstadt.

Die moderne Schaltanlage ist viel kompakter als ihr Vorgänger. Bei der Gerätschaft aus den 1950er Jahren handelt es sich um eine Freiluftanlage. Sie misst rund 50 Meter Länge und besteht aus sieben Feldern. Auf jedem Feld stehen drei hohe Säulen. Neben Versorgungssicherheit und Leistungsfähigkeit war laut Grosse die Kompaktheit ein wesentlicher Grund für den Entschluss, die Freiluft- durch eine gasisolierte Anlage zu ersetzen. Denn diese besteht zwar auch aus sieben Feldern braucht für deren Unterbringung aber nur noch rund sieben Meter Platz.

Rund anderthalb Jahre Vorbereitungszeit liegt hinter Grosse. Denn der dreimonatige Aufbau der Hochspannungs-Schaltanlage durch Siemens Dresden sollte bei laufendem Stahlwerksbetrieb über die Bühne gehen. Und es hat auch geklappt. Rund 3,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in seine neue Energieversorgung investiert.

Es ist nicht die einzige Investition, die das Stahlwerk zur Sicherung der 710 Jobs in der Produktion in jüngster Zeit tätigte. Um das Werk zukunftsfähig zu machen, geht in rund einem Monat eine neue Schmiedepresse für rund fünf Millionen Euro offiziell in Betrieb, um Energieeffizienz und Produktqualität zu steigern. Bereits im vorigen Jahr ließ das Edelstahlwerk seinen Elektrolichtbogenofen modernisieren. Dieser bekam unter anderem eine neue Ofenwiege sowie ein verbessertes Deckelhub- und Schwenksystem, um schnellere Ofenbewegungen zu realisieren. Zum Investitionspaket des Werkes zählt zudem eine neue Lagerhalle für 3,6 Millionen Euro.

Das Edelstahlwerk in Freital ist der größte Standort der BGH-Gruppe. Seine Stahlprodukte finden vom Automotor bis zur Windkraftanlage zahlreiche Anwendungen.

Von Silvio Kuhnert

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