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Umland Freitals OB im Interview – Das Projekt „Stadtzentrum“ ist gestoppt
Region Umland Freitals OB im Interview – Das Projekt „Stadtzentrum“ ist gestoppt
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10:03 09.04.2019
In Freital-Deuben sollte das Stadtzentrum entstehen. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel
Freital

Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt Freital kein wirkliches Stadtzentrum hat. Zwar hatten die Gründungsväter unterhalb des Windberges im Stadtteil Deuben eines in Planung gehabt, aber umgesetzt wurde es bis dato nicht.

Nach Amtsübernahme von Uwe Rumberg (CDU) – im Jahr 2015 – nahm sich die Stadtverwaltung – nicht zuletzt auch wegen der guten konjunkturellen Lage – dieses Themas an. Das knapp zwei Hektar große Areal vis-á-vis vom Freitaler Busbahnhof wurde ausgeschrieben. Mit guter Resonanz. Es gab 20 Interessenbekundungen und fünf sehr konkrete Projekte. Die Stadträte sprachen sich am Ende mehrheitlich für die RTLL Generalbau GmbH aus, die mit ihren Entwürfen den Wünschen der Freitaler am nächsten kam.

Die Planungen begannen, als Wunschtermin für die Fertigstellung stand das 100-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2021. In seiner Neujahresrede sprach Uwe Rumberg dann von Verzögerungen. „Die Vorstellungen des Investors weichen zu sehr von denen der Stadtverwaltung ab“, begründete das Stadtoberhaupt diesen Schritt.

Frage: Was also war geschehen?

Uwe Rumberg: Wir hatten einem städtebaulichen Entwurf zugestimmt, der Händlern, Dienstleistern, Gastronomen, Freizeitangeboten im Grünen und einem begrenzten Wohnangebot für junge Familien ein Podium bieten sollten. Als dann klar wurde, dass es statt klassischem Wohnen in Richtung Servicewohnen ging und auch sonst Abstriche bei der Gestaltung der Außenanlagen in Aussicht standen, mussten wir einlenken.

„Wir haben alles probiert, müssen das Projekt aber jetzt anhalten!“

Dazu kam, dass der Investor nicht mehr den Kaufpreis zahlen wollte. Bei den Baugrunduntersuchungen waren Altlasten zum Vorschein gekommen, deren Beseitigung den im Vorfeld kalkulierten Kostenrahmen zu sprengen drohten. Wir sollten uns als Stadt an diesen zusätzlichen Ausgaben beteiligen. Vor diesem Hintergrund hielten wir es für mutiger zu sagen, wir haben alles probiert, müssen das Projekt aber jetzt anhalten!

Freitals OB Uwe Rumberg Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel

Um welche Art von Altlasten handelt es sich, und wie hoch sind die geschätzten Kosten für deren Beseitigung?

Auf dem Areal der früheren Vergnügungsstätte „Sächsischer Wolf“ war um 1800 beispielsweise uranhaltige Steinkohle zwischengelagert worden. Später häuften sich an der Stelle Berge von Resten, die bei der Rauchgasentstaubung eines nahegelegenen Kraftwerkes angefallen waren. Die Erde wurde zwar nach dem Abriss 2010 mit Fördermitteln oberflächlich abgetragen und auch begrünt, aber das reichte offenbar nicht. Die Sanierungskosten belaufen sich schätzungsweise auf rund drei Millionen Euro.

Wie soll es weitergehen?

Der Stadtrat soll in seiner nächsten Sitzung am 16. Mai 2019 darüber entscheiden, welchen Weg wir nun beschreiten wollen.

Erst die Altlasten, dann alles weitere

Angedacht ist seitens der Verwaltung, Fördermittel zu beantragen, um die Industriebrache in städtischer Regie bereinigen zu lassen. Dabei müssen wir jedoch schnell sein, die Frist für die Förderanträge läuft demnächst ab. Erst wenn die Fläche entsprechend von Altlasten befreit ist, werden wir sie entweder erneut ausschreiben oder die Verhandlungen mit RTLL wieder aufnehmen. Klar ist, dass die Verwaltung ein Stadtzentrum will und an der städtischen Nutzungskonzeption festhält!

Wird das Areal bei den Feierlichkeiten 2021 eine Rolle spielen?

Wir gehen davon aus, dass die Fläche bebaut wird. Sicher wird nicht alles – wie ursprünglich erhofft – zum Stadtjubiläum fertiggestellt und nutzbar sein, aber es wird hoffentlich einen Baufortschritt geben. Veranstaltungsorte gibt es andernorts genug.

Von Kerstin Ardelt-Klügel

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