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Umland Freitaler Schießverein wird als „Schützenhilfe-Verein des Jahres“ ausgezeichnet
Region Umland Freitaler Schießverein wird als „Schützenhilfe-Verein des Jahres“ ausgezeichnet
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11:36 22.02.2018
Olaf und Annalena Bär von der Freitaler Schützengilde  Quelle: 1. Schützengilde Freital "Sachsen 90" / Marco Klinger
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Freital

 In der Sportanlage an der Birkigter Straße wird scharf geschossen – von Klein- bis Großkaliber, von Pistole bis Luftgewehr. Auch Annalena Bär lädt ihr Luftgewehr nach und drückt ab. Der Schuss hallt durch den Schießstand der 1. Schützengilde Freital „Sachsen 90“ e.V.

Vater Olaf ist stolz auf seine zwölfjährige Tochter. Und die 500 Vereinsmitglieder sind stolz auf ihn. Denn dank dem engagierten Schießsportleiter ist der Freitaler Sportverein vom Deutschen Schützenbundes (DSB) zum „Schützenhilfe-Verein des Jahres 2017“ gewählt worden.

Olaf Bär stellte im Frühjahr 2017 eine Spendenbox direkt vor der Waffenkammer auf. Dort sei der Zulauf am größten, erklärt er. Insgesamt landeten 800 Euro in der Börse. Das Geld spendete Olaf Bär im Namen der Schützengilde dem Sonnenstrahl e.V. Der Dresdner Verein unterstützt und betreut Familien krebskranker Kinder. Und Krebs kann jeden treffen – das hat Olaf Bär schmerzhaft am eigenen Leib erfahren müssen.

 Im Jahr 2013 erkrankte seine damals achtjährige Tochter an Leukämie und wurde im Oktober ins Uniklinikum Dresden verlegt. „Das war ein Ausnahmezustand. Ich habe nur noch funktioniert“, erinnert sich Olaf Bär. „Durch die Chemotherapie wurde Annalenas Immunsystem heruntergefahren. Nur mit Mundschutz durfte sie nach draußen.“

 In dieser schweren Zeit bekam Familie Bär Unterstützung vom Sonnenstrahl e.V. „Der Verein versucht, die Situation für die betroffenen Kinder so angenehm wie möglich zu gestalten“, sagt der 48-jährige Vater. „Dazu gehören Maltherapien, Musiktherapien und psychologische Hilfe.“

Im Sommer 2014 wurde Annalena aus dem Krankenhaus entlassen. Sie musste zwar weiter Medikamente nehmen, besuchte jedoch wieder die Schule und kämpfte sich ins Leben zurück.

2017 trat das Mädchen in die Schützengilde ein, um mit ihrem Vater die Leidenschaft fürs Schießen zu teilen. Seitdem trainiert die mittlerweile Zwölfjährige jeden Samstag mit dem Luftgewehr. „Mit der Chemotherapie sind auch gewisse Handicaps in der Koordination und der Konzentration einhergegangen. Das Training im Schießverein hilft Annalena, allmählich zurückzukommen“, erzählt Olaf Bär.

Auch nach überstandener Therapie profitierte Familie Bär von der Hilfe des Sonnenstrahl e.V. So ist Annalena noch immer in der Schwimmgruppe des Vereins aktiv. Als Dank für die Unterstützung stellte Olaf Bär die Spendenbox auf. Mit dem Geld kann der Sonnenstrahl e.V. Farben für die Maltherapie finanzieren. Zudem fließt das Geld in die Organisation das Wintercamps in Johanngeorgenstadt, zu dem auch Annalena mitfährt.

Seiner soziale Tat hat der Familienvater selbst keine große Bedeutung beigemessen: „Ich habe es als selbstverständlich angesehen, die Gelegenheit zu nutzen, um zu helfen. Das war eigentlich nicht sonderlich spektakulär.“ Doch gerade darauf macht die Geschichte aus Freital aufmerksam: Es bedarf oft keiner sonderlich großen Mühe, um auf einfachem Wege und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Schützenhilfe zu leisten.

 Olaf Bär ist dankbar für die Unterstützung seiner Vereinskollegen, speziell bei der sportlichen Integration seiner Tochter. „Der Verein ist wie eine soziale Tankstelle, ein soziales Netzwerk mit echten Menschen. Bei persönlichen Problemen und Notlage stehen die Mitglieder einander bei. Viele sind nicht nur aufgrund des Sports, sondern der sozialen Kontakte wegen im Verein.“

Die Auszeichnung „Schützenhilfe-Verein des Jahres 2017“ ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird am 24. Februar in Wiesbaden bei einer Gala des Deutschen Schützenbundes (DSB) feierlich an die Vereinsvertreter übergeben.

 Das Preisgeld wird in neues Equipment investiert, wie Jugendtrainerin Ines Prell erzählt: „Für den Nachwuchs wären neue Schießjacken und modernes Schuhwerk sehr hilfreich. Mitunter tragen die Jugendlichen die abgetragene Schützenkleidung ihrer Coachin, die bereits dreimal zur Landesschützenkönigin gekürt wurde.

 Ob auch in Annalena das Talent zur Profischützin schlummert? „Vielleicht bin ich irgendwann mal genauso erfolgreich wie die Schützen beim Biathlon“, hofft das Mädchen. Und aus ihrer Krankheit hat Annalena gelernt, dass es sich lohnt, die Hoffnung niemals aufzugeben.

Von Junes Semmoudi

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