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Umland Freie Fahrt auf der Kottenleite in Radebeul
Region Umland Freie Fahrt auf der Kottenleite in Radebeul
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16:35 30.11.2018
Baufirmenchef Heinrich Lauber, Ulf Uhlig vom Ingenieurbüro ACI, Baubürgermeister Jörg Müller, Jörg Hunger von BauCom und OB Bert Wendsche (v.l.n.r) gaben Kottenleite und Obere Johannisbergstraße für den Verkehr frei. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

Kraftfahrzeuge können wieder über die Obere Johannisbergstraße und Kottenleite in Radebeul rollen. OB Bert Wendsche (parteilos) hat die Verbindungsachse zwischen Meißner und Moritzburger Straße am Freitagnachmittag für den Verkehr freigegeben. „Rund anderthalb Jahre Bauzeit für ein Straßenbauprojekt klingt sehr lange“, sagte das Stadtoberhaupt. Die Bauarbeiter hätten in dem Zeitraum keine Däumchen gedreht, sondern gearbeitet. „Ihnen ist es gelungen, eine dem heutigen Stand der Technik entsprechende Straße sowie Kanalisation zu errichten“, so der Rathauschef.

Vor allem eine funktionierende Entwässerung ist bei dem durch ein Kerbtal führenden Straßenzug enorm wichtig. Über 1,2 Kilometer war die Baustelle lang. Der Höhenunterschied zwischen ihren beiden Enden beträgt rund 60 Meter. Bei Niederschlägen sammelt sich in dem abschüssigen Tal das Regenwasser aus einem rund 50 Hektar großen Einzugsgebiet. „Das letzte Starkregenereignis hat uns deutlich vor Augen geführt, dass die damalige Straßenentwässerung nicht funktionierte“, sagte Wendsche.

Im Jahr 2013 rollte nach heftigen Regenfällen eine Schlamm- und Wasserlawine die Kottenleite und Obere Johannisbergstraße hinab. Sie überschwemmte Anrainergrundstücke, unterspülte und zerstörte den Straßenasphalt und überflutete die Bahnunterführung an der Cossebauder Straße.

Um die Gefahr von Sturzfluten zu bannen, darf künftig Niederschlagswasser nicht mehr wild ablaufen. Die Lösung des Problems soll im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung die komplett neugebaute Straßenentwässerung bringen. Im April 2017 begann die „Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH“ (WSR), neue Regenwasser- und Schmutzwasserkanäle an der Kottenleite und der Oberen Johannisbergstraße zu verlegen.

Circa 14000 Kubikmeter Boden wurden dafür ausgehoben sowie 3400 Kubikmeter Felsgestein entfernt. Aneinandergereiht sind die neuen Kanäle 3,1 Kilometer lang. Die Bauleute errichteten 80 Schacht- und vier große Trennbauwerke. Zudem wurden die Leitungen für Trinkwasser, Straßenbeleuchtung und Telekommunikation erneuert.

Herzstück des Flutschutzes ist das Regenrückhaltebecken, das auf dem ehemaligen Schießplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) neben der Oberen Johannisbergstraße entstanden ist. „Hier können wir über 3600 Kubikmeter Wasser einstauen“, informierte Wendsche. 59 und 63 Meter messen die Seitenlängen des Beckens.

Im neuen Straßenentwässerungssystem kommt das Rückhaltebecken dann ins Spiel, wenn mehr als 25 Liter pro Sekunde im Regenwasserkanal die Kottenleite hinunterschießen und im Kanal unter der Oberen Johannisbergstraße ankommen. Das überschüssige Wasser wird über ein Trenn- und Steuerbauwerk in das Becken geleitet, dort gesammelt und über ein Auslaufbauwerk mit einer mechanisch selbstregulierenden Drosselung dosiert in das Kanalnetz eingespeist.

Rund 3,6 Millionen Euro betragen die Baukosten. Das Vorhaben wurde von Bund und Land gefördert.

Von Silvio Kuhnert

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