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Umland Flutschutz in Pirna: Wählergemeinschaft sieht Handlungsbedarf
Region Umland Flutschutz in Pirna: Wählergemeinschaft sieht Handlungsbedarf
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07:01 05.06.2018
Hochwasser in Pirna Quelle: Silvio Kuhnert
Pirna

Obwohl der Elbpegel aktuell unterdurchschnittlich niedrig ist, bleibt der Hochwasserschutz ein brisantes Thema für die Pirnaer Bürgerschaft. Die zerstörerischen Kräfte der Jahrhundertflut 2002 bleiben unvergessen. Und die Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013 dauert weiter an. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat zwar vor fast 15 Jahren ein Konzept veröffentlicht, dass Pirna vor Hochwasser schützen soll. Doch die Umsetzung geht zu langsam voran, findet die Wählervereinigung „Wir für Pirna – Freie Wähler“.

„Wir stellen fest, dass es seitens der LTV Bemühungen und Aktionen gibt. Die Realisierung befindet sich jedoch fünf Jahre nach dem letzten Hochwasser immer noch im Anfangsstadium. Es ist ernüchternd, wie wenig bislang umgesetzt wurde. Das liegt auch daran, dass der Anstoß von der Stadt zu gering ist“, meint Thomas Gischke, der die Stadtratsfraktion der Wählervereinigung leitet. Die Heidenauer Flutschutzwand oder Deiche am Dresdner Elbufer hebt Gischke positiv hervor. „Dort ist wenigstens etwas passiert.“

Und in Pirna? Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft teilt der Wählervereinigung auf Anfrage mit, dass die Umsetzung des Flutschutzes in Pirna durch „anspruchsvolle Einzelmaßnahmen“ geprägt sei – zumal nicht nur von der Elbe Gefahr ausginge, sondern auch von der Gottleuba und der Seidewitz. Bereits bei Veröffentlichung des Konzepts sei klar gewesen, dass dessen Realisierung eine „Generationenaufgabe“ darstelle.

Dass der Flutschutz in der Sandsteinstadt einige Herausforderungen birgt, ist auch Ralf Böhmer, Vorsitzender des Vereins „Wir für Pirna – Freie Wähler“, nicht unbekannt: „Hochwasserschutz in Pirna ist schwierig. Aber er ist dennoch prinzipiell machbar und notwendig. Daher wollen wir die Mandatsträger daran erinnern, dass etwas getan werden muss. Es ist doch wesentlich effektiver, landesweit einmal drei oder vier Milliarden Euro in die Hand zu nehmen, als auf das nächste Hochwasser zu warten. Dann könnte der gesamtgesellschaftliche Schaden nämlich weitaus höher ausfallen.“

Das Hochwasserschutzkonzept der LTV sieht eine Flutschutzwand vor, die parallel zum Bahndamm in Pirna verlaufen soll. Außerdem plant die Behörde den Bau eines Rückhaltebeckens im Seidewitztal, um die von der Seidewitz ausgehende Überflutungsgefahr zu bannen. Damit bei einem erhöhten Elbpegel kein Wasser in die Gottleuba läuft, sollen zudem die Mauern an der Gottleubamündung erhöht werden.

Bereits 2011 hat die LTV ein verschließbares Flutschutztor an der Bahnunterführung Rosa-Luxemburg-Straße in Pirna eingebaut. Ab einem Elbpegel von 6,30 Metern am Standort Schöna wird das Tor geschlossen.

Absolute Sicherheit garantieren die kostspieligen Maßnahmen aber nicht, meint Michael Geisler (CDU). In einem Schreiben an “Wir für Pirna – Freie Wähler“ erklärt der Landrat, dass Hochwasserschutz in Pirna nur eingeschränkt möglich sei: „Im Falle eines Hochwassers dringt das Wasser durch Keller und Brunnen oder einfach als Grundwasser in die Stadt ein.“ Auch Fluttore oder Dämme könnten letztlich keinen abschließenden Schutz bieten.

Von Junes Semmoudi

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