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Flickwerk beim schnellen Internet

Kreisprojekt steht vor dem Aus Flickwerk beim schnellen Internet

Bei schnellen Internetverbindungen wird es im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bei einem Flickenteppich bleiben. Kommunen, die über entsprechende Finanzmittel verfügen, nehmen den Breitbandausbau selbst in die Hand. Dort, wo in der Gemeindekasse Ebbe herrscht, haben die Einwohner das Nachsehen.

Bad Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack (r.) übergibt den Vertrag zum Breitbandausbau an Hendrik König von der Telekom.

Quelle: Silvio Kuhnert

Bad Schandau/Dohna/Pirna. Bei schnellen Internetverbindungen wird es im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bei einem Flickenteppich bleiben. Kommunen, die über entsprechende Finanzmittel verfügen, nehmen den Breitbandausbau selbst in die Hand. Dort, wo in der Gemeindekasse Ebbe herrscht, haben die Einwohner das Nachsehen. Einen durch das Landratsamt Pirna koordinierten Ausbau wird es mit großer Sicherheit nicht geben. Mindestens neun Kommunen müssen sich laut Kreistagsbeschluss an einem Gemeinschaftsprojekt beteiligen und sich dafür bis Ende des Jahres bei der Kreisverwaltung melden. „Der aktuelle Stand (21. Dezember) ist, dass vier Kommunen ihr Interesse bekundet haben und drei Absagen eingegangen sind“, teilte Behördensprecherin Annette Hörichs auf DNN-Anfrage mit. Damit sind die Voraussetzungen für ein Kreisprojekt nicht gegeben.

Besseres Netz für Bad Schandau in 2018

Derweil kümmert sich beispielsweise Bad Schandau selbst um eine schnelle Datenautobahn. Am Donnerstag unterzeichnete Bürgermeister Thomas Kunack (parteilos) einen Vertrag mit der Telekom. Das Unternehmen hat die öffentliche Ausschreibung für den Internet-Ausbau gewonnen. In den kommenden 18 Monaten wird es 17 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und 30 Multifunktionsgehäuse bauen und so die Kurstadt sowie die Ortsteile Krippen, Ostrau, Prossen, Postelwitz, Porschdorf, Schmilka und Waltersdorf mit einer wesentlich höheren Download-Geschwindigkeit versorgen.

Gegenwärtig liegen im Durchschnitt sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bei den Haushalten in Bad Schandau an. In der Realität gibt es aber große Unterschiede von Ortsteil zu Ortsteil: Während die Krippener mit bis zu 16 Mbit/s auf der Datenautobahn unterwegs sein können, hinken die Bewohner der Kernstadt mit zwei Mbit/s stark hinterher. In Schmilka und Ostrau dagegen kann von einer Internetanbindung gar nicht erst die Rede sein. Dort bewegt man sich nur im Kilobitbereich und ist froh, wenn sich nach einer gefühlten Ewigkeit überhaupt eine Seite aufbaut.

Bis Juni 2018, wenn der Ausbau abgeschlossen sein soll, werden rund 1900 Haushalte und Betriebe einen Quantensprung erleben. Denn sie können dann laut Telekom Breitband-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten zum Teil bis zu 100 Mbit/s nutzen. Dafür werden die Kupferkabel zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und den Verteilern, den grauen Kästen am Straßenrand, durch Glasfaserkabel ersetzt. Die Verteilerkästen werden zu sogenannten Multifunktionsgehäusen umgerüstet. Und je näher der Internetnutzer an so einem Kasten wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit. Nach dem Ausbau sollen 95 Prozent der Bad Schandauer mindestens über 30 Mbit/s und 60 Prozent mindestens bis zu 50 Mbit/s verfügen können. „Das ist ein Zugewinn und Verbesserung an Lebensqualität“, ist sich Bürgermeister Kunack sicher. 60000 Euro steuert die Kommune zum Breitbandausbau selbst bei, 80000 Euro kommen als Zuschuss vom Bund. Der Freistaat beteiligt sich mit 420000 Euro. Und die Telekom wird in einem Radius von 550 Metern um die örtliche Betriebsstelle (bei der Tankstelle in Rathmannsdorf) selbst für den Ausbau finanziell aufkommen.

Laut Hendrik König, Telekom-Regiomanager für den Breitband-Ausbau im Landkreis, wird sein Unternehmen auch die unterversorgten Gebiete in Glashütte und Altenberg mit schnellem Internet versorgen. Zudem verbessert die Telekom derzeit ihr eigenes Netz in Rabenau und Teilen von Freital.

Bauarbeiten in Dohna bereits im Gange

Während die Telekom in Bad Schandau nach der Vertragsunterzeichnung nun in die detaillierte Planung einsteigt, wird in Dohna bereits am Breitbandnetz gebaut. Die Enso Netz GmbH verlegt dort im Zuge der Erneuerung von Strom- und Gasleitungen auf der Anton-, Müglitztal-, Dresdner und Burgstraße Leerrohe. Ab März kommenden Jahres werden dann 2,6 Kilometer Lichtwellenleiter (LWL) zur Datenübertragung eingezogen. Die Kabelverzweiger werden mit Hilfe der VDSL-Vectoring-Technologie aufgerüstet. Somit kann die Datenübertragung über die vorhandenen Kupferleitungen erfolgen, ohne dass Bauarbeiten an den Hausanschlüssen notwendig werden. Wie Enso mitteilte, sind ab Mai kommenden Jahres je nach Entfernung zum Kabelverzweiger Datenraten bis zu 100 Mbit/s im Download möglich. Das Unternehmen investiert rund 300000 Euro in den Breitbandausbau in Dohna. Demnächst sollen Wilsdruff und Sebnitz folgen, wie Enso informierte.

Von Silvio Kuhnert

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