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Feuriger Zauber auf Rot-, Zucker- und Trauben-Ahorn - Der Indian Summer lockte mit seiner Farbenpracht in den Forstpark nach Tharandt/Bis zu neun M...

Feuriger Zauber auf Rot-, Zucker- und Trauben-Ahorn - Der Indian Summer lockte mit seiner Farbenpracht in den Forstpark nach Tharandt/Bis zu neun Meter hohe Bäume

Manche reisen eigens in den Nordosten des nordamerikanischen Kontinents oder direkt an die Ostküste der USA und Kanadas, um diese unfassbare Farbenpracht der buntgefärbten Laubwälder zu erleben.

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Vom Ackerland zum Nordamerika-Areal: Am Tag der deutschen Einheit hat Andreas Roloff, Direktor des Forstbotanischen Gartens, aus einem Ultraleichtflugzeug dieses Lufbild vom Forstpark in Tharandt geschossen. Die knallorangen Bäume sind Zucker-Ahorn. Der linke Steinhügel symbolisiert die Rocky Mountains, der rechte die Appalachen.

Dabei liegt das Glück des "Indian Summer" genannten Phänomens direkt vor der Dresdner Haustüre - in Tharandt. Der Forstbotanische Garten der TU Dresden hat seit 2003 das Nordamerika-Areal "Von Santa Fé nach Halifax" gepflanzt.

"Die Farbenpracht zurzeit ist traumhaft", schwärmt Kustos Ulrich Pietzarka. Die extreme Sonnenstrahlung und Dürre im August haben laut Pietzarka dazu geführt, dass die Blätter früher und schneller als sonst verbraucht sind - mit betörender Folge: einer intensiven Verfärbung der Blätter.

Noch bis Ende Oktober täglich außer Freitag von 8 bis 17 Uhr lockt der Forstbotanische Garten nach Tharandt, der 2001 mit dem ersten Spatenstich um eine 15,4 Hektar große Ackerfläche erweitert wurde: dem Forstpark. Rund 20 Forstbotaniker der Technischen Universität Dresden sowie ABM- und Hilfskräfte haben auf dem ehemaligen Acker ein Relief des nordamerikanischen Kontinents samt Flora en miniature entwickelt. Die Samen der Mammutbäumchen wie aller anderen fast 10 000 Gewächse stammen aus Übersee, sagt der Kustos. Was auf drei Dienstreisen nicht gesammelt werden konnte, wurde bei nordamerikanischen Botanischen Gärten eingetauscht. Das kleine sächsische Tharandt ähnelt in Klima und Boden weiten Teilen der USA und Kanada.

Elf Jahre nach dem ersten Spatenstich haben zwischen artifiziellen Rocky Mountains, Salzseen, Great Plains und Appalachen die Pflanzen made in Nordamerika nicht nur erfolgreich Wurzeln geschlagen, sondern sind auch mächtig gewachsen. "Einige Bäume erreichen inzwischen eine Höhe von acht bis neun Metern", freut sich Pietzarka. Ein bis eineinhalb Meter würden manche Bäume pro Jahr wachsen. Vor allem der Eschenahorn gedeihe schnell und breit, dicht gefolgt von der Sitka-Fichte. "Erstmals müssen wir nun sogar Bäume fällen oder beschneiden", erzählt der Kustos. "Wegen der Verkehrssicherheit auf den Wegen im Areal."

Das neue Nordamerika-Areal im 1811 von Heinrich von Cotta gegründeten Forstbotanischen Garten ist so schnell gewachsen, dass schon kleine Wäldchen entstanden sind. Dadurch sind die Steinhaufen, die die Gebirgszüge Rocky Mountains und Appalachen symbolisieren sollen, kaum mehr zu sehen. Eine Attraktion an sich ist auch die international preisgekrönte Architektur, die das historische gewachsene und das neu angelegte Gelände miteinander verbindet: die 117 Meter lange, von Studenten entwickelte Holzbrücke mit Stahlstützen und Stahlseilspannungen. Die Brücke schlängelt sich über den Zeisiggrund und die Bundesstraße, der Weg windet sich dann serpentinenartig den Hang hinauf, so dass so mancher Gast ins Schnaufen kommt.

Doch wie lange noch lässt sich der feurige Zauber auf den Rot-, Zucker- und Trauben-Ahorn-Bäumen bewundern? "Zehn Tage bestimmt noch", ist sich Kustos Ulrich Pietzarka sicher. Vieleicht sogar länger. Lange zögern sollte man aber nicht mehr, um Klein-Amerika in Tharandt einen Besuch abzustatten. Ralf Redemund

Führungen und Informationen zum Forstbotanischen Garten der TU Dresden, Am Forstgarten 1, 01737 Tharandt, unter der Rufnummer 035203/3 83 12 74 oder per E-Mail forstpark@forst.tu-dresden.de.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.10.2012

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