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Feuerwehr in Pirna benötigt dringend Verstärkung

Rettungskräfte Feuerwehr in Pirna benötigt dringend Verstärkung

Bei der Lebensrettung im Brandfall kommt es auf jede Minute an: Um die Rettungsfristen einhalten zu können, benötigt die Feuerwehr in Pirna mehr hauptberufliche Einsatzkräfte. Gemeindewehrleiter Peter Kammel erklärt, welche Vorstellungen er hat.

Um ein Löschfahrzeug mit einer einsatzfähigen Ersteinheit rund um die Uhr besetzen zu können, benötigt Gemeindewehrleiter Peter Kammel acht hauptberufliche Kräfte zusätzlich.
 

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna.  Die Pirnaer Feuerwehr benötigt personelle Verstärkung. „Unser Ziel ist es, Brandschutz mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften auf hohem Niveau zu gewährleisten“, sagt Gemeindewehrleiter Peter Kammel. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, soll die Hauptwache in diesem Jahr um fünf und im nächsten Jahr um weitere drei Berufsfeuerwehrleute verstärkt werden. Zur personellen Aufstockung soll der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung in einer Woche sein Okay geben.

Mehr hauptberufliche Kräfte sind notwendig, um die Hilfsfrist in 90 Prozent und mehr der Fälle einhalten zu können. Die Frist orientiert sich an der Kohlenmonoxid-Erträglichkeitsgrenze, sprich, wie lange es ein Mensch in einem brennenden Raum aushält. Die schnelle Ankunft am Einsatzort entscheidet hierbei über Menschenleben. Rund vier Minuten verstreichen im Schnitt, bis nach einem Brandausbruch die Feuerwehr alarmiert ist. Nach 17 Minuten ist die sogenannte Reanimationsgrenze überschritten. Ein Mensch, der sich in einem brennenden Raum befindet, hat dann so viel Rauch eingeatmet, dass jegliche Rettung zu spät kommt.

Damit dieses Szenario nicht eintritt, möchte Gemeindewehrleiter Kammel, dass eine erstausrückende Einheit bestehend aus sechs Kameraden in der Hauptwache rund um die Uhr im Dienst ist. Mit den derzeit 24 Berufsfeuerwehrkräften kann er dies nicht abdecken. In den vergangenen zwei Jahren wurde daher getestet, eine Ersteinheit vor allem in den Nachtstunden und am Wochenende mit Hilfe von ehrenamtlichen Kräften auf die Beine zu stellen. Dieses Experiment ist allerdings gescheitert. Hauptgrund waren Ortswechsel von Mitgliedern der freiwilligen Zusatzbesatzung.

Mit der geplanten Verstärkung um fünf Berufsfeuerwehrmänner steht werktags rund um die Uhr eine einsatzfähige Ersteinheit in der Hauptwache bereit. Durch die drei weiteren Kräfte in 2018 kann der Gemeindewehrleiter dies auch an den Wochenenden gewährleisten.

Mit aktuell rund 150 aktiven Kräften ist die Pirnaer Feuerwehr mit Hauptwache und den Freiwilligen Wehren in den Stadt- und Ortsteilen insgesamt personell gut aufgestellt. Aber um auch künftig leistungsfähig zu bleiben, bedarf es auch einer Erhöhung im ehrenamtlichen Bereich. „Unser größtes Sorgenkind ist die Ortswehr Birkwitz-Pratzschwitz“, informiert Kammel. Momentan ist sie mit sechs Aktiven nicht einsatzfähig. Damit es vor Ort weitergehen kann, ist mindestens eine Verdoppelung der freiwilligen Kräfte notwendig. Daran will die Pirnaer Wehr bis 2019 arbeiten.

Im vorigen Jahr rückten die Pirnaer Kameraden zu 459 Einsätzen aus, 34 weniger im Vergleich zu 2015. Der Schwerpunkt bleibt die technische Hilfeleistung mit 68 Prozent der Fälle. 74-mal hat es gebrannt. Durch Fehlalarm rückte die Feuerwehr 70-mal umsonst aus.

Zu einer Diskussionsrunde über den Brandschutz in Pirna lädt der SPD-Ortsverein am heutigen Dienstag um 18 Uhr ins SPD Bürgerbüro, Breite Straße 12 ein.

Von Silvio Kuhnert

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