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Umland Feuerteufel von Coswig zu sechs Jahren verurteilt
Region Umland Feuerteufel von Coswig zu sechs Jahren verurteilt
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12:02 10.11.2018
Wegen schwerer Brandstiftung musste sich Fabian S. am Freitag vor dem Landgericht verantworten. Quelle: Monika Löffler
Coswig/Dresden

Eine Brandserie hielt Coswig seit 2016 in Atem. Regelmäßig standen Lagerhallen, Bungalows, Autos oder Firmen in Flammen. Zuletzt am 14. Februar dieses Jahres der Dehner-Gartenmarkt in Brockwitz, eine Nacht später brannte eine große Lagerhalle des Holzhandels WHG an der Naundorfer Straße ab. Allein dort entstand ein Sachschaden von 7,5 Millionen Euro. Als im März dann Fabian S. als mutmaßlicher Brandstifter festgenommen wurde, atmeten viele auf. Am Freitag stand der 24-Jährige vor dem Dresdner Landgericht.

Angeklagt war nur die Brandstiftung auf dem Gelände des Holzhandels. Es seien aber noch weitere Verfahren anhängig, so der Vorsitzende Richter Christian Linhardt. Ermittelt wird außerdem noch, ob Fabian S. auch den Gartenmarkt abgefackelt hat. Ob der Angeklagte zudem auch noch für die weiteren Brände verantwortlich ist, ist unklar. Fakt ist aber, dass mit seiner Festnahme die Brandserie endete.

Keine Persönlichkeitsstörung

Fabian S. machte im Gerichtssaal einen braven, fast biederen Eindruck. Nicht der große Rebell, eher Typ „Milchbubi“. Aber der Eindruck täuscht, der 24-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt. Sein Strafregister zieren sieben Eintragungen, darunter auch eine Verurteilung wegen Brandstiftung. Mit einem Kumpel hatte er 2010 in Coswig eine Lagerhalle voller Oldtimer und Boote angezündet – Schaden 1,6 Millionen Euro. Damals wurde er noch nach Jugendstrafrecht zu 20 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Diesmal kassierte der 24-Jährige wegen Brandstiftung eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Der Angeklagte ließ über seine Verteidigerin einräumen, am 15. Februar den Maschendrahtzaun auf dem Gelände des Holzhandels durchschnitten und dann Industrieverdünner auf einem Stapel Holzpalletten gekippt und angezündet zu haben. Kein großes Geständnis: Seine DNA war dort gefunden worden. Mehr wollte der Angeklagte aber nicht preisgeben – weder zur Tat noch zu den Gründen oder seiner Person – und auch keine Fragen beantworten.

Bei Ankunft der Feuerwehr stand die ca. 8.000 qm große Lagerhalle mit Holz komplett in Flammen. Quelle: Roland Halkasch

Sonst ist er wohl nicht so zurückhalten. Seine Ex-Freundinnen beschrieben ihn als dominant, rücksichtslos, aggressiv, selbstverliebt, besitzergreifend und konfliktscheu. Lief etwas nicht wie er wollte, drohte er mit Suizid, lief weg und lies sich Tage nicht blicken. Ein Freund erklärte, dass der Angeklagte ein sehr lockeres Verhältnis zum Eigentum anderer Leute habe. Einig waren sich alle, dass Fabian S. ein großes Faible für Feuerwehren und Brände hatte. Er hatte als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma auch mehrere Brände entdeckt und gemeldet.

Einer vom Gericht bestellten Gutachterin verweigerte sich Fabian S. total. Sie bescheinigte ihm ein dissoziales Verhalten, aber keine Persönlichkeitsstörung. Der Angeklagte wusste genau, was er tat. Die Brandstiftung war geplant und nicht spontan, wie er es hinstellen wollte. „Ich möchte mich entschuldigen. Ich konnte nicht vorausahnen, dass soviel passiert“, sagte er in seinem letzten Wort.

7,5 Millionen Euro Schaden hat Fabian S. verursacht. „Sie werden immer ein Leben an der Pfändungsgrenze führen, erklärte ihm Linhardt. Und da ist noch der Brand im Gartenmarkt. Wird der 24-Jährige als Täter ermittelt, droht noch eine Verurteilung und bei weiteren Zündelein möglicherweise eine Sicherungsverwahrung.

Von Monika Löffler

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