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Umland Fast jeder fünfte Straßenbaum im Landkreis Meißen seit 2010 gefällt
Region Umland Fast jeder fünfte Straßenbaum im Landkreis Meißen seit 2010 gefällt
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08:31 03.11.2017
So wie in Moritzburg wünscht sich Grünen-Politiker Wolfram Günther mehr Baumalleen im Kreisgebiet.   Quelle: Foto: Uwe Hofmann
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Landkreis Meissen

 Die Zahl der Bäume entlang von Bundes- und Staatsstraßen nimmt im Landkreis Meißen von Jahr zu Jahr ab. Ein neuer Negativrekord sei im vorigen Jahr erreicht worden. „Nur noch 18 Prozent der gefällten Bäume wurden ersetzt“, teilte der Landtagsabgeordnete Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) mit. So fielen 2016 konkret 644 Bäume an Staats- und Bundesstraßen im Kreisgebiet einer Kettensäge zum Opfer. Im Gegenzug erfolgten allerdings nur 114 Nachpflanzungen. Dies geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage von Günther hervor.

Wie der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion berichtete, standen im Jahr 2010 noch 18549 Bäume an den Bundes- und Staatsstraßen im Kreisgebiet. Von ihnen wurden 4019 bis Ende 2016 gefällt. Im gleichen Zeitraum seien jedoch nur 1100 neue Gehölze gepflanzt worden. „Die Nachpflanzungen sind überhaupt nicht ausreichend, um den Baumverlust zu bremsen. Nur 27 Prozent der gefällten Bäume wurden seit 2010 überhaupt ersetzt“, kritisiert Günther. Damit habe der Kreis Meißen den zweitgeringsten Anteil an Nachpflanzungen an Straßenbäumen an Staats- und Bundesstraßen im Vergleich aller sächsischen Landkreise. Schlusslicht ist der Landkreis Mittelsachsen mit 23 Prozent.

Zum Vergleich: In ganz Sachsen wurden seit 2010 durchschnittlich 41 Prozent der gefällten Bäume an den Staats- und Bundesstraßen ersetzt. „Das ist ein dramatischer Verlust“, meint Günther. Wurden im Jahr 2010 noch 66 Prozent der gefällten Bäume an Bundes- und Staatsstraßen durch den Freistaat ersetzt, sank der Anteil der Nachpflanzungen im vergangenen Jahr sachsenweit auf den Negativwert von nur noch 14 Prozent.

Für den Grünen-Politiker haben Straßenbäume nicht nur einen hohen ökologischen Wert, sondern seien als Baumalleen auch landschaftsprägend. „Leider haben sie bei der sächsischen Staatsregierung keine Lobby. Schnell ist die Säge angesetzt, um Bäume als Hindernis für Baumaßnahmen oder aus Gründen der Verkehrssicherung zu beseitigen“, beklagt Günther. Zusätzlich werden viele Bäume durch maschinelles Mähen, landwirtschaftliche Arbeiten bis direkt an den Baumstamm heran oder massiven Streusalzeinsatz verletzt und sterben ab.

Günther appelliert an die Staatsregierung, ausreichend nachzupflanzen. Um die ökologischen Leistungen eines Altbaumes etwa in Bezug auf Sauerstoffproduktion, Temperaturausgleich oder als Lebensraum für Tiere annähernd zu erreichen, müssten für einen gefällten drei junge Bäume gepflanzt werden. Der Umsetzung dieser Forderung steht laut Günther jedoch die restriktive Anwendung des Mindestabstands für Neupflanzungen von 7,50 Meter zum Fahrbahnrand an Straßen ohne Höchstgeschwindigkeit im Freistaat entgegen. „Denn selten verfügt der Straßenbaulastträger über so viel Land am Straßenrand“, so Günther. Er fordert daher, den Pflanzabstand deutlich zu minimieren. Um die Verkehrssicherheit weiter zu gewährleisten, schlägt er den Bau von Leitplanken sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen vor.

Von Silvio Kuhnert

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