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Umland Familiendrama im Elchgehege
Region Umland Familiendrama im Elchgehege
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15:37 25.09.2018
Archiv: Ein Elch im Moritzburger Wildgehege. Quelle: Wolfgang Simon
Moritzburg

Die Tragödie um eine tödlich verletzte Elchkuh im Moritzburger Wildgehege ist ein Familiendrama. Der Elchbulle habe seine eigene Tochter angegriffen, berichtet Einrichtungsleiter Ronald Ennersch. Der 13-jährige Elchbulle hatte am Sonntagnachmittag seine erst 2017 geborene Tochter in eine Ecke des Wildgeheges gedrängt und mit seinem Geweih tödlich verletzt (DNN berichteten). Um die tote Elchkuh zu bergen, wurde das Wildgehege am Sonntag gesperrt.

Noch befindet sich der Problemelch in der Brunft und versucht nun die Zwillingsschwester der getöteten Elchkuh zu decken. „Das wäre Inzest, der aber auch in freier Natur vorkommt“, erklärt Ennersch. Die junge Elchkuh werde aktuell vom Vater getrieben und sei schon sehr erschöpft, berichtet der Leiter des Wildgeheges. „Wir haben heute versucht, den Elchbullen mit einem Narkosegewehr zu betäuben“ sagt Ennersch. Das misslang. In dem großen Waldstück ist es schwierig, sich mit dem Narkosegewehr dem Elchbullen auf die erforderlichen 20 Meter zu nähern. „Wir beobachten den Elch weiter“, sagt Ennersch. Sollte es gelingen den Elch zu betäuben, wird ein Tierarzt ihm das Geweih abschneiden, damit er damit nicht mehr seine Tochter während der Brunft verletzten kann.

Ursprünglich war der Plan, den Elch noch vor der Brunft im Herbst chemisch zu kastrieren. Für eine Operation, in der dem Elchbullen die Hoden entfernt würden, war der 13-jährige Elch nach Ansicht des Tierarztes aber zu alt und die Risiken zu hoch. Die chemische Kastration mit einer Spritze konnte der Tierarzt nicht durchführen, weil er nicht nah genug an den Elch herankam. „Die chemische Kastration hätte das Brunftverhalten des Elches auch nicht geändert“, sagt Ennersch. Das Brunftverhalten des Elches könnte sich durch eine stattfindende Deckung der Elchkuh normalisieren. Sollte seine Tochter dadurch trächtig werden, bestehe für das Kalb trotz Inzest kein hohes Risiko für Beeinträchtigungen, erklärt Ennersch.

Kurzfristig plant das Moritzburger Wildgehege einen sogenannten Hochzeitsgang für Elche und anderes Wild anzulegen. Der Hochzeitsgang besteht aus eng aneinander gebauten Pfählen, durch die nur die weiblichen Tiere hindurchpassen – die männlichen Hirsche, Elche und Rehböcke bleiben mit ihren Geweihen hängen. Mit dem Hochzeitsgang hätten die weiblichen Tiere dann eine Möglichkeit, sich geschützt von den Brunftgebaren der männlichen Tiere zu erholen. Der Hochzeitsgang könnte nach dem Ende der Brunft gebaut werden. „Die Witterung muss stimmen und Geld für die Finanzierung vorhanden sein“, sagt Ennersch. Aktuell arbeitet das Wildgehege Moritzburg an einer Strategie für die Elchhaltung im nächsten Jahr. „Eine von mehreren Möglichkeiten wäre es zum Beispiel, nur weibliche Elche zu halten“, erklärt Ennersch.

Von Tomke Giedigkeit

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