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Falkner Hans-Peter Schaaf fordertbessere Bedingungen im Wildgehege

Falkner Hans-Peter Schaaf fordertbessere Bedingungen im Wildgehege

Gänsegeier August nimmt erst mal ein Bad in einer Schüssel, während sich die Besucherbänke füllen. Dann tritt Falkner Hans-Peter Schaaf vor die Zuschauer, die sich auf seinem Falknerhof im Wildgehege Moritzburg versammelt haben.

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Falkner Hans-Peter Schaaf mit Steinadler Wischna. Den Greifvogel hat der Moritzburger für die Jagd abgerichtet.

Quelle: Dietrich Flechtner

Moritzburg. Aus einem Korb holt er kleine, kaum 100 Gramm schwere Buntfinken. "Die kann man sich auch mal auf den Kopf setzen", sagt Schaaf und - schwups - machen es sich "Pieps 1" und "Pieps 2" in der Haarpracht von zwei Besuchern gemütlich. Die schauen überrascht, während der Rest des Publikums seine Freude am Spektakel hat.

Verblüffen, Berührungsängste nehmen, die Tiere nahe bringen, ohne sie vorzuführen - nach diesem Prinzip hat Schaaf seine Falknershow gestrickt. Seit 2011 gibt er im Wildgehege von April bis Oktober zwei Mal täglich eine Show, bei der seltene Wildtiere wie Würgfalke, Wanderfalke, Steinadler, Weißkopfseeadler, Eulen und Raben ihren Auftritt bekommen. "Greifvögel und Eulen haben immer schon die Menschen fasziniert", sagt Schaaf. Und die Jagd mit ihnen ist eine Jahrtausende alte Technik. Schaaf führt sie mit einem Federspiel vor, das Wanderfalke Wanda aus der Luft greift. Ein einzigartiges Schauspiel.

Forst bittet drei mal zur Kasse

Daran sind nicht nur die Besucher des Wildgeheges interessiert. Schaafs Tiere waren schon bei Drehs für Film und Fernsehen dabei, Auftritte des Falkners sind für Firmen- und Familienfeiern buchbar, im Staatsweingut Schloss Wackerbarth wirkt er an der Veranstaltungsreihe "Wein und Wild" mit. Viel zu tun also für den Falkner, der Einzelkämpfer ist. "Ich wünschte, ich könnte einen Mitarbeiter anstellen, aber das geht zu den derzeitigen Konditionen nicht", sagt Schaaf. Diese Kritik richtet sich vor allem gegen den Staatsbetrieb Sachsenforst, der das Wildgehege betreibt. Dort wird am Eingang ein Eintritt erhoben, in den die Falknershow nicht inbegriffen ist. Für sie muss Schaaf eine Extra-Gebühr erheben, was viel Arbeit macht und Besucher abschreckt.

Ein Preiskonzept, das nicht nur Schaaf stört, sondern auch Gästen negativ aufstößt, die zudem schon auf dem Parkplatz vor dem Gehege ein erstes Mal ins Portemonnaie greifen müssen. Mehrfach habe es Gespräche gegeben, die Kooperation zu vertiefen und die Preisschranke innerhalb des Wildtierzoos fallen zu lassen. Bisher ohne Ergebnis. Eine DNN-Anfrage an Sachsenforst blieb gestern unbeantwortet.

Aus seiner Enttäuschung macht Schaaf keinen Hehl. Zumal auch an anderer Stelle der Schuh drückt. Man habe ihm größere und geeignetere Volieren für seine Tiere versprochen. Deren aktuelle Unterbringung könne man nur als Provisorium bezeichnen. Weggehen will er deshalb aber nicht - noch nicht. Dennoch: Moritzburg könnte über kurz oder lang seinen Falkner verlieren, der zu den profiliertesten in Sachsen gehört.

Es droht der Auszug des Falkners

"Den Umgang mit Tieren kann man nicht lernen. Das kann man oder man kann es nicht", sagt Schaaf. Auch ein Grund, dass vergleichbare Greifvögel-Shows rar gesät sind. Vieles habe er gelernt, indem er einfach die Tiere beobachtete und dann dieses oder jenes probiere. Entsprechend richtet sich seine Programme nach den Tieren und nicht anders herum.

So lässt er einen nordamerikanischen Weißkopfseeadler über den Köpfen des Publikums kreisen, Steinadler Schiwa bleibt dagegen auf seinem Arm sitzen. "Das ist ein jagdlich ausgebildeter Adler, es wäre zu gefährlich, ihn hier fliegen zu lassen", sagt Schaaf. Anders die Kolkraben Korax und Max, die kreuz und quer durchs Publikum hüpfen dürfen, wie sie wollen. Auf Zuruf trollen sie sich in ihre Voliere, allerdings nicht, bevor sie ein paar Küken aus Schaafs Futtertasche stibizt haben. Diesen Spaß auf seine Kosten muss der Falkner mitmachen. "Ich möchte, dass die Besucher durch eigenes Erleben etwas über die Tiere erfahren", sagt er. Zum Beispiel, dass Raben intelligent und gewitzt sind.

Jagdfalkenhof Hans-Peter Schaaf, Wildgehege Moritzburg, Radeberger Straße 2, Eintritt Wildgehege 4, erm. 2 Euro, Falknershows bis Ende Oktober tgl. 11.30 und 14 Uhr, Eintritt 4,50 Euro, erm. 2 Euro; Reihe "Wein und Wild" auf Wackerbarth, Radebeul, Wackerbarthstraße, nächster Termin 20. Oktober, 19 Uhr, Preis inklusive Menü 74 Euro 1,

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.10.2014

Uwe Hofmann

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