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FEP-Fahrzeugelektrik Pirna rangiert an weltweiter Spitze der Automobilzulieferer

FEP-Fahrzeugelektrik Pirna rangiert an weltweiter Spitze der Automobilzulieferer

Mit den blauen Kunststofffenstern und ihrer blassgelben Fassade wirken die Gebäude der FEP-Fahrzeugelektrik Pirna GmbH wie das typische Unternehmen eines ostdeutschen Gewerbegebietes aus den frühen 1990er Jahren.

Pirna.

Jung also, nicht weiter bedeutend, gerade im Versuch sich auf dem neuen großen Markt - der sich mit dem Fall der Mauer 1989 eröffnet hat - irgendwie durchzukämpfen.

Doch was hier daherkommt wie ein bescheidenes Regionalunternehmen, ist ein Global Player, ein ganz großer Fisch, ein Unternehmen, das seine Waren mittlerweile an 750 Adressen in über 60 Länder exportiert. Ein Kunststoff-Verarbeiter, der die kleinen Teile für das große Etwas liefert. Ohne die Steckverbindungen und die Öldruckschalter von FEP würden sich viele Autos schlichtweg nicht vom Fleck bewegen.

"Unsere Teile sind für den Endverbraucher unsichtbar", sagt Geschäftsführer Wolfgang Osterode. "Doch wenn Sie im Stau röntgen würden, könnten Sie überall FEP-Teile finden." Die Steckverbindungen finden ihren Platz inzwischen an den Kabeln der Fahrzeugelektrik fast aller Automarken. Die Öldruckschalter koordinieren das Öl-Management der Fahrzeuge. Warnt also die rote Lampe im Cockpit vor einem niedrigen Ölstand, erweist sich FEP als Retter in der Not.

"Die Teile muten niedlich und unspektakulär an, doch nicht viele können es so gut wie wir", sagt Geschäftsführer Osterode. Seit Jahren verzeichnet er Zuwachsraten bis in den zweistelligen Bereich. Die Jahresumsätze bewegen sich mittlerweile um die 90 Millionen Euro. Experten bezeichnen FEP gar als Weltmarktführer. Selbst in der Wirtschaftskrise, als andere Unternehmen Mitarbeiter entlassen mussten, hat FEP eine neue Werkhalle gebaut. "Krisen kennen wir nur aus der Zeitung", sagt Osterode und klopft dabei fast abergläubisch auf den hölzernen Konferenztisch.

FEP-Fahrzeugelektrik ist zusammen mit einem anderen Unternehmen heute der wichtigste Partner des Volkswagen-Konzerns (VW). "Volkswagen will größter Automobilhersteller der Welt werden", erklärt Osterode. "Glücklicherweise sind wir bei VW so gut im Rennen, dass wir davon profitieren." Etwa 95 Millionen Teile produziert das Pirnaer Unternehmen jeden Monat in seiner vollautomatischen Fertigungsstrecke. Es ist wichtiger Partner fast aller Automarken. VW, Audi, Seat, Porsche, BMW, Fiat, Chrysler, General Motors - Osterode braucht fast eine halbe Minute, um alle aufzuzählen.

Doch auch FEP spürt den harten Wind aus China. Neue Anbieter mit hochmotivierten Arbeitskräften locken mit günstigeren Preisen. "Der Wettbewerb in der Automobilindustrie ist wie Feuer und Wasser, da wird gezockt bis aufs Tausendstel hinter dem Komma", erläutert Osterode. Umso wichtiger sei es, weiterhin beste Qualität zu liefern. Schon mehrmals hätten die Pirnaer bei Ausschreibungen gegen chinesische Hersteller gewonnen. "Wir müssen so viel besser sein, wie die Chinesen billiger sind", zitiert Osterode einen Daimler-Mitarbeiter. Die ganze Zulieferer-Branche stehe vor einem Wandel. Weil die Hersteller in die Schwellenländer abwanderten, müssten auch Zulieferer nachziehen.

Deswegen hat FEP jetzt auch eine Niederlassung in China mit 50 Mitarbeitern. "Auf den Zug der Zulieferer muss man aufspringen", betont Osterode. Der ökologische Zeitgeist der Branche verlange, dort die Teile zu produzieren, wo auch die Autos hergestellt werden. "China avisiert das Autoland des Erdballs zu werden", erklärt der Geschäftsführer. Mittlerweile gebe es dort 70 Hersteller. Davon gehören allein sieben Autowerke dem Volkswagen-Konzern - dem wichtigsten Partner für FEP.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2013

Tominski, Katrin

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