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Umland Es geht auch leise: Neru testet zwei Hybrid-Müllautos auf Alltagstauglichkeit
Region Umland Es geht auch leise: Neru testet zwei Hybrid-Müllautos auf Alltagstauglichkeit
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10:03 22.07.2015
Eines von zwei Müllautos mit Hybrid-Antrieb, die derzeit im Meißner Raum für ein Pilotprojekt unterwegs sind. Bei ihm wird die Bremsenergie in Batterien gespeichert, die dann die vier Achsen und die Schüttanlage antreibt. Quelle: Uwe Hofmann
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Die haben vor allem einen Lapsus: "Sie sind doppelt so teuer wie herkömmliche Abfallsammelfahrzeuge", sagt Meyer. Die Mehrkosten müssten auf die Abfallgebühren umgeschlagen werden - nach Meinung des Projektleiters eine Aufgabe für mutige Kommunalpolitiker. Dass es sich lohnt, davon ist er überzeugt. Auch wenn die Fahrzeuge "noch effizienter" werden müssten.

Meyer leitet ein bis Ende des Jahres laufendes Projekt, bei dem zwei Hybrid-Müllautos im Einsatz für das Unternehmen Neru Abfall im Meißner Raum einsammeln und auf die Deponie Gröbern fahren. Die reichlich 900 000 Euro kostende Studie wird mit etwa 500 000 Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert und soll zum Einen die Vorzüge belegen, die Nutzfahrzeugen mit Elektromotor nachgesagt werden. Andererseits geht es darum, Erkenntnisse zu gewinnen, um die derzeit noch im Status von Prototypen befindliche Technik weiter zu entwickeln.

Die Vorzüge liegen auf der Hand. So lassen sich mit den Hybridautos im täglichen Einsatz bis zu 28 Prozent Diesel sparen. Das ist viel, aber noch nicht genug, um sie wirtschaftlich zu betreiben, wie Meyer sagt. Der zweite Vorteil: Die Fahrzeuge sind deutlich leiser. Um die sechs Dezibel im Durchschnitt, bis zu 9,7 Dezibel bei der Vorbeifahrt, wie aus ersten Untersuchungsergebnissen hervorgeht. Eine Lärmminderung um zehn Dezibel komme dabei für das menschliche Ohr einer Halbierung des Lärms gleich.

Das macht die Fahrzeuge auch für Unternehmen wie Neru interessant. "Die leisen Fahrzeuge ermöglichen uns ganz neue Einsätze", sagt Neru-Chef Peter Venner. Künftig könnte man Müll aus größeren Städten nachmittags oder abends abholen, was den Straßenverkehr weniger behindern würde, meint er. "Vielleicht auch nachts."

Das ist aber noch Zukunftsmusik. "Den Nutzen der Fahrzeuge wird man erst langfristig sehen", sagt Barbara Meyer, die im sächsischen Verkehrsministerium die Industrieabteilung leitet. Zuerst müssen noch Kinderkrankheiten der Fahrzeuge beseitigt werden. Etwa deren Neigung, den ersten Berg noch zu erklimmen, beim zweiten oder dritten aber dann aufzugeben, wie Projektleiter Meyer sagt. Außerdem feilt er an einer neuen Software, mit der sich auf die Technik abgestimmte Tourenpläne erstellen lassen. Diese müssen zum Beispiel auch das Gefälle einer Straße oder den Abstand zwischen zwei Mülltonnen berücksichtigen. Denn: Die Hybrid-Müllautos verbrauchen bei häufigem Halten und Anfahren deutlich weniger Kraftstoff als herkömmliche. Ihr Einsatz ist deshalb in dicht besiedeltem Gebiet besonders vorteilhaft, im ländlichen Raum gleichen sich die Verbrauchswerte dagegen an. Auch das ist eine Erkenntnis der Meißner Untersuchungen.

Zu Einsatz kommen dabei zwei verschiedene Modelle. Eines mit Bremskraftrückgewinnung, das sowohl seine vier Achsen als auch die Schüttanlage elektrisch antreiben kann. Der andere Proband fährt konventionell mit Diesel, verfügt aber über eine elektrische Schüttanlage. Die seien inzwischen so leise, dass das Kippen der Mülltonne noch das lauteste Geräusch sei, sagt Meyer. Mit Modellen für sogenannte Flüstertonnen, bei denen die Deckel mit Schaumstoff gedämpft werden, experimentiert er entsprechend auch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.07.2015

Uwe Hofmann

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