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Umland Erst Klostergut von St. Afra, nun hoffnungsvoller Sanierungsfall
Region Umland Erst Klostergut von St. Afra, nun hoffnungsvoller Sanierungsfall
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09:07 27.07.2015
Das Niedergut Obermeisa versorgte einst die Mönche von St. Afra mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Quelle: Peter Weckbrodt

"Wir möchten das Gut, weil es als historisch wertvoll unter Denkmalschutz steht, in Übereinstimmung mit den Stiftungszielen der Nachwelt in einer geeigneten Nutzungsform erhalten", betont Tom Lauerwald, der Geschäftsführer der Stiftung. Sinnvolle Möglichkeiten sieht Lauerwald in der Nutzung als Wohnraum in einer landschaftlich schönen, relativ verkehrsarmen Lage, aber auch Handwerker, Künstler und kleine Gewerbetreibende kann er sich als Nutzer vorstellen. Dass er für die Stiftung zunächst erst einmal Geld für die unumgänglich notwendigen Sanierungsaufgaben ausgeben muss, ist ihm sehr bewusst. Das könnten durchaus gut 200 000 Euro werden, schätzt Lauerwald vorsichtig.

Die ersten Handwerker konnten die DNN bei einem Besuch des Gutes schon Wirken sehen. "Wir wollen nicht alles komplett fertig stellen, setzen eher darauf, dass durch Kauf oder Erbpacht Gebäudeteile neue Eigentümer finden, die gewillt sind, selbst Hand anzulegen." Sicher meint der Stiftungsgeschäftsführer damit Leute, die gewillt sind, ganz zünftig den Lehm fürs Verschmieren der Wände in der ausgemusterten Badewanne mit Händen und Füßen anzurühren. Das klingt ganz nach einer reizvollen Aufgabe für junge Leute.

Zu den von Lauerwald als nächstes geplanten Maßnahmen zählen Reparaturen am Dach und an der Fassade, das Freibaggern der Erdgeschoßzone auf der Rückseite des 30 Meter langen Fachwerk-Wohngebäudes bis zur Fußbodenebene und der (erneute) Anschluss des Gutes an die historische, am Hang liegende Röhrenstraße, durch die Quellwasser aus dem nahen Wiesengrund bis zur Albrechtsburg geleitet wird.

Das Niedergut Obermeisa versorgte einst die Mönche von St. Afra mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Beispielsweise ist ein "Krautgarten" nachweisbar. Zu Luthers Zeiten wurde es säkularisiert. Die Besitzer sind lückenlos ab dem Jahre 1518 bekannt. Diese wechselten fast im Rhythmus der Jahreszeiten, lediglich eine Meißner Apothekerfamilie war mehr als 100 Jahre durchgehend Eigentümer. Bürger der Stadt Meißen, Staatsbeamte, auch Mitglieder des Lehrkörpers der Landesschule St. Afra kauften das Gut gern als Kapitalanlage und ließen es durch Pächter bewirtschaften. Das kommt irgendwie bekannt vor. Im Jahre 1928 erwarb die Stadtgemeinde Meißen das Gut.

Bis 1945 wurde es landwirtschaftlich genutzt, danach diente es ausschließlich Wohnzwecken. Wiederholt gab es in der DDR-Zeit Anstrengungen, das Gut abzubrechen. Das verhinderte jedoch der Denkmalschutz.

www.hornstiftung-meissen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.07.2015

Peter Weckbrodt

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