Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneefall

Navigation:
Google+
Erneuter Rückbau in Pirna ist nicht ausgeschlossen

Stadtentwicklungskonzept Erneuter Rückbau in Pirna ist nicht ausgeschlossen

Der Pirnaer Stadtrat will auf seiner nächsten Sitzung die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 beschließen. In dem Strategiepapier wird die Ist-Situation in puncto Demografie, Verkehr, Städtebau und Wirtschaft beschrieben und das Papier gibt die Marschrichtung für die kommenden Jahre vor.

Wohnen im Plattenbau auf dem Sonnenstein liegt gegenwärtig nicht im Trend. Ein Grund sind die kleinen Wohnungsgrößen in den Hochhäusern.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Der Pirnaer Stadtrat will auf seiner nächsten Sitzung die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 beschließen. In dem Strategiepapier wird die Ist-Situation in puncto Demografie, Verkehr, Städtebau und Wirtschaft beschrieben und das Papier gibt die Marschrichtung für die kommenden Jahre vor. Wie sich aus Sicht der Verwaltung der Wohnungsmarkt entwickeln wird, stellen die DNN vor.

Wie viele Wohnungen gibt es aktuell in Pirna?

Die Zahl der Wohngebäude ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Derzeit gibt es reichlich 6200 Wohngebäude mit rund 22000 Wohnungen. Der Zuwachs ist vor allem den Häuslebauern zu verdanken, die sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen. Die Anzahl der Mehrfamilienhäuser ist dagegen nicht zuletzt aufgrund des Wohnungsrückbaus durch das Programm „Stadtumbau Ost“ zurückgegangen. So wurden zwischen 2004 und 2010 knapp 900 Wohnungen im Stadtgebiet abgerissen. „Aktuell entfallen vom Wohngebäudebestand zwei Drittel auf Ein- und Zweifamilienhäuser und ein Drittel auf Mehrfamilienhäuser“, heißt es in dem Papier.

Wie verhält es sich mit der Altersstruktur der Gebäude im Stadtgebiet?

Die Hälfte der in Pirna vorhandenen Wohngebäude mit circa 37 Prozent der Wohnungen wurde vor 1948 errichtet. Hiebrei handelt es vor allem um die Altstadt sowie die historischen Gebäudebestände in der Innenstadt und Copitz sowie die historischen Dorfkerne der Ortsteile. Rund ein Viertel der Wohnhäuser mit etwa 46 Prozent der Wohnungen ist zu DDR-Zeiten, also in den Jahren 1949 bis 1990, vor allem in Copitz und auf dem Sonnenstein entstanden. Nach der Wende kam ein weiteres Viertel des jetzigen Wohnhausbestandes hinzu. Rund 17 Prozent der vorhandenen Wohnungen wurden nach 1991 gebaut. Schwerpunkte des Baus von Ein- und Zweifamilienhäuser waren die ländlichen Ortsteile Birkwitz, Graupa, Pratzschwitz und Zehista.

Wie sieht es gegenwärtig mit dem Leerstand aus?

Im Rahmen der Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung Zensus 2011 wurde ein Leerstand von 2200 Wohnungen bzw. 10,4 Prozent des Bestandes erfasst. Von diesen Wohnungen ist aber schätzungsweise rund ein Viertel aufgrund des

Zustandes nicht vermietbar. Nach Schätzung der Verwaltung liegt der marktrelevante Leerstand bei etwa 1650, was einer Leerstandsquote von acht Prozent entspricht. Dieses Maß ist laut dem Strategiepapier städtebaulich, wohnungswirtschaftlich und sozialpolitisch tragbar. Besonders betroffen vom Leerstand sind die Plattenbauten auf dem Sonnenstein. So war dort im Bestand der Städtischen Wohnungsgesellschaft Pirna zum Stichtag 31. August vergangenen Jahres 18,3 Prozent der Wohnfläche nicht vermietet.

Warum ist der Sonnenstein vom Leerstand besonders betroffen?

Die Plattenbauwohnungen liegen aufgrund ihrer Wohnungsgrößen und der Zuschnitte gegenwärtig nicht im Trend. Auch die Lage entspricht nicht den künftigen Wohnwünschen. Im Fokus der Nachfrage stehen mehr die Innenstadt und die angrenzenden Bereiche, ein Trend der sich vermutlich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Zudem wächst die Zahl der Familienhaushalte, was sich im Hausbau widerspiegelt. Laut Prognose werden bis 2027 wohl knapp 400 Ein- und Zweifamilienhäuser in Pirna gebaut.

Wie soll dem Leerstand auf dem Sonnenstein aber auch in den anderen Stadtteilen entgegengewirkt werden?

Um mit dem im Bestand vorhandenen Wohnungen die künftigen Wohnwünsche und Nachfragetrends wieder teilweise befriedigen zu können, wird eine Umgestaltung und Sanierung des Bestandes vorgeschlagen. Hier ist vor allem die Änderung des Wohnungszuschnittes und der Wohnungsgrößen eine Option, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wieder zu schießen. Der Leerstand auf dem Sonnenstein geht gegenwärtig leicht zurück. Die Städtische Wohnungsgesellschaft hofft seit Jahren, den Sonnenstein besser vermarkten zu können, wenn die Südumfahrung fertig ist. Denn, was das Angebot an medizinischer Versorgung, Kinderbetreuung und Lebensmittelmärkten in Wohnungsnähe betrifft, ist der Stadtteil Sonnenstein, sehr gut ausgestattet. Ein Nachteil aber ist bislang der tägliche Stau im Berufsverkehr auf der B 172.

Was passiert, wenn der strukturelle Wohnungsleerstand jedoch weiter steigt?

Sollte es, wie bereits in den Jahren nach 2000, zu einer Verstetigung des strukturellen Leerstandes kommen, wird laut Verwaltung ein Rückbau, sprich Abriss, dauerhaft leer stehender Bestände unumgänglich sein. Die Stadt wird dabei die bereits praktizierte Rückbaustrategie „von außen nach innen“ weiter verfolgen.

Von Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Umland

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

15.12.2017 - 14:10 Uhr

Trainer Uwe Neuhaus erwartet beim MSV Duisburg ein Geduldsspiel / Mittelfeldduo Hartmann und Konrad fällt aus

mehr