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Erdgastrasse durch Coswig? „Die Hoffnung stirbt zuletzt“

DNN-Interview Erdgastrasse durch Coswig? „Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Die Stadt wächst und künftig werden Kapazitäten im Kita- und Schulbereich erweitert. Die S84 lässt auf sich warten und die Meinung der Coswiger zur Eugal-Erdgastrasse wird wenig Einfluss auf den Verlauf nehmen können. Diesen und weiteren Themen widmete sich Oberbürgermeister Frank Neupold im Gespräch mit DNN-Mitarbeiterin Lisa-Marie Leuteritz.

Frank Neupold

Quelle: DNN

Coswig. Die Stadt wächst und künftig werden Kapazitäten im Kita- und Schulbereich erweitert. Die S84 lässt auf sich warten und die Meinung der Coswiger zur Eugal-Erdgastrasse wird wenig Einfluss auf den Verlauf nehmen können. Diesen und weiteren Themen widmete sich Oberbürgermeister Frank Neupold im Gespräch mit DNN-Mitarbeiterin Lisa-Marie Leuteritz.

ist Coswig das erste Mal seit langem wieder gewachsen. 2016 hat der große Seniorenwohnkomplex im Spitzgrund geöffnet. Wandelt sich Coswig von der schrumpfenden zur wachsenden Stadt?

OB Neupold: Wir sind froh, dass wir zwischen 20000 und 21000 Einwohner haben und das ist aus meiner Sicht eine gesunde Größe für diese Stadt. Wir haben noch Platz für ein paar mehr Menschen, aber im Moment kaum noch Eigenheimstandorte zu bieten. Der Seniorenwohnkomplex ist für 2016 sehr wichtig. Dort merken wir, dass im Zuzug wirklich etwas passiert und dass wir den Wandel seit 2014 geschafft haben.

Gibt es Pläne, neue Siedlungsgebiete auszuweisen?

Zurzeit gibt es noch das große Gebiet ehemals Planeta-Werk Vier, das sind etwa um die 70 Wohnungen.Wir werden den Flächennutzungsplan über die nächsten drei Jahre neu aufstellen.

Wenn diese Gebiete ebenfalls so gut angenommen werden, wirkt sich das auf die Kapazitäten von Schulen und Kitas aus?

In den Schulen werden wir in den kommenden zwei Jahren ein Problem haben. Da versuchen wir Lösungen zu finden. Im Kita-Bereich ist es so, dass wir 2017 eine Kita komplett modernisieren und um 24 Plätze erweitern. Den Bereich der Tagesmütter zu erweitern wäre eine Notlösung, obwohl manche ihre Kinder doch lieber zur Tagesmutter bringen. Diese Entscheidung liegt ja ganz bei den Eltern.

Zum weiteren Verlauf der S84 durch das Coswiger Stadtgebiet sind erste Vorschläge der Planer bekannt geworden. Wie bewerten Sie diese? Wenn Sie etwas ändern könnten, was wäre das?

Das einzige, was ich zur S84 sagen kann ist, dass es mir zu langsam geht. Die Trasse, die vorgegeben ist, mit all den Problemen, ist das Optimum für uns. Aber es müsste schneller gehen. Nicht erst 2020/21, sondern 2018/19.

Woran liegt die Verzögerung?

Die Befindlichkeiten aller Beteiligten sind so hoch und deren Rechte so stark, dass es eben so lange dauert. Es gibt ja immer wieder den Vorwurf, in China gehe es schneller, aber dort werden die Belange derer, die es betrifft, eben nicht beachtet. Das ist in Deutschland völlig anders. Es gibt immer Verlierer bei einer neuen Straße, das ist einfach so. Aber ich denke, dass es hier mehr Gewinner gibt. Vor allem die Region insgesamt.

Ein etwas anderes großräumiges Bauprojekt, die Eugal-Erdgastrasse, beschäftigt die Gemüter. Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass die Trasse nicht wie die Opal über das Stadtgebiet führt? Wie hoch sind die Chancen, dass die Coswiger gehört werden?

Bei den Leuten, die es betrifft, sind die Pläne natürlich nicht gut angekommen. Insgesamt gesehen sind das allerdings zu wenig. Wir müssen davon ausgehen, dass auch unsere Argumente zu klein sind, um zu gewinnen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Eugal einen Bogen um Coswig macht, ist relativ gering.

Wann könnte es konkret werden?

Im Frühjahr 2017 wird die Planung vermutlich abgeschlossen sein. Wann es genau losgehen könnte, weiß ich zurzeit wirklich nicht. Ob es theoretische oder praktische Sicherheitsprobleme gibt, kann man schwer beurteilen. Diesbezüglich gab es noch keine Unfälle. Aber wenn neben meinem Wohnhaus so eine Leitung läge, wäre ich auch nicht begeistert.

In Coswig hat ein Bestattungswald geöffnet. Wirkt sich das bereits auf die städtischen Friedhöfe aus?

Es ist nicht so, dass nun jeder, der ursprünglich mal auf einem städtischen Friedhof begraben werden wollte, nun zum Friedwald geht. Grundsätzlich sind dort ja nur Urnenbestattungen möglich und alle, die noch klassisch im Sarg bestattet werden möchten, für die kommt sowieso nur der städtische Friedhof in Frage, der durch die Kirchgemeinden verwaltet wird.Wir haben gemeinsam mit den beiden Kirchgemeinden Brockwitz und Coswig vereinbart , dass, wenn die Friedhöfe Hilfe brauchen, sie diese auch bekommen. Es gibt Voraussetzungen, die eingehalten werden müssen und nach der Gemeindeordnung müssen wir diese Beträge dann ausgleichen. Und das werden wir tun. Vor allem mit dem Geld, was das wir aus dem Friedwald erzielen. Das besteht aus Gebühren und die wollen wir für unsere Friedhöfe einsetzen.

Gibt es Schwierigkeiten, die Friedhöfe zu erhalten? Wie funktioniert das Miteinander?

Bestattungen sind weniger geworden, wir werden älter. Es ist abzusehen, dass über die nächsten drei Generationen das Sterben schon aufgrund des Rückgangs der Bevölkerung von einst 28000 auf nun knapp 21000 weniger wird. Dann muss man – und dazu ist die Kirchgemeinde verpflichtet – sich andere wirtschaftlichere Lösungen ausdenken. Der Friedwald ist dazu eine Konkurrenz. Aber auch das ist endlich. Nicht jeder möchte am Ende seines Lebens im Wald bestattet werden, der ein oder andere möchte dann eben doch auf den Friedhof.

Das Miteinander beruht auf einem sehr guten Verhältnis.

Das neue große Asylbewerberheim am Prasseweg soll doch noch kommen. Wie ist da der Stand? Wird es aufgrund der sinkenden Asylbewerberzahlen noch benötigt?

Das Asylbewerberheim am Prasseweg ist durch das Landratsamt im Beschluss vom letzten Kreistag vom Tisch. Das wird nicht kommen. Grund dafür sind die sinkenden Zahlen, es ist einfach nicht mehr nötig.

Den Sörnewitzern sind Sie noch die Einlösung eines Versprechens schuldig, das sprachen Sie bereits im vergangenen Stadtrat an. Wie stehen da die Chancen, dass der Ortsteil seinen Bolzplatz bekommt?

Das stimmt. Ich hoffe, wir haben eine Lösung gefunden. Es soll als kleiner Rasenfußballplatz realisiert werden. Wir werden da noch andere Angebote anbieten, so dass wir diesen Platz erstens in einen vernünftigen Rasenplatz umwandeln und zweitens die Banden durch Ballfangnetze ersetzen, damit wir das Lärmproblem an sich gelöst haben. Ende Januar wollen wir eine Idee haben, mit der alle einverstanden sind. Dann können wir bauen, sobald es warm wird.

Es ist also nicht in Vergessenheit geraten?

Nein, nein! Im Gegenteil zu vielen anderen Projekten, ist das Geld dafür im Haushalt fest eingeplant.

Was war Ihr Highlight 2016 und was wird Ihrer Meinung nach 2017 von Bedeutung sein?

2016 war durch viele kleinere Highlights geprägt, z.B. die Übergabe des Erweiterungsbaus der Oberschule Kötitz. Und auch 2017 werden es viele kleinere Schritte sein, vor allem zahlreiche Förderanträge für Einzelmaßnahmen. Das wird uns insgesamt einen großen Schritt voranbringen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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