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Epilepsiezentrum Kleinwachau freut sich über erweiterte Spezialklinik

Neubau Epilepsiezentrum Kleinwachau freut sich über erweiterte Spezialklinik

Am Freitag war für das Epilepsiezentrum Kleinwachau ein besonderer Tag, ein Tag, der mit Sicherheit in die Geschichte der 128-jährigen Diakonie-Einrichtung eingehen wird. Nach zweijähriger Bauzeit konnten die Kleinwachauer einen Klinik-Neubau einweihen.

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Chefarzt Thomas Mayer, Sozialministerin Barbara Klepsch, Bewohnerin Silke Kollath und Geschäftsführer Martin Wallmann (v.l.)

Quelle: Epilepsiezentrum Kleinwachau

Radeberg.  Am Freitag war für das Epilepsiezentrum Kleinwachau ein besonderer Tag, ein Tag, der mit Sicherheit in die Geschichte der 128-jährigen Diakonie-Einrichtung eingehen wird. Nach zweijähriger Bauzeit konnten die Kleinwachauer einen Klinik-Neubau einweihen. Schon am kommenden Montag sollen in der neuen Station 5 die ersten der insgesamt zwölf Patienten-Betten in den acht Einzel- und zwei Doppelzimmern belegt werden.

An der Finanzierung des 5,7 Millionen Euro teuren Krankenhaus-Erweiterungsbaus hat sich der Freistaat Sachsen mit knapp vier Millionen Euro beteiligt. So ließ es sich die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) nicht nehmen, wie schon beim ersten Spatenstich im März 2015 auch bei der feierlichen Eröffnung am Vormittag dabei zu sein.

Klepsch betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig der Neubau für den Freistaat ist, bietet er als Spezialklinik doch die Möglichkeit, die medizinische Versorgung von Menschen mit komplexen Behinderungen und Epilepsie deutlich zu verbessern. „Hier ist ein Platz für Visionen entstanden.“ Denn die Station 5 biete für Patienten und Personal eine moderne Umgebung mit viel Platz für ein vielfältiges Angebot an therapeutischen Leistungen. Martin Wallmann, Geschäftsführer des Epilepsiezentrums formulierte es bei der Einweihung mit den Worten: „Mit der Eröffnung der neuen Station erfüllen wir unseren christlich-diakonischen Auftrag, hilfsbedürftigen Patienten durch menschliche Nähe und mit modernster Diagnostik zu helfen. Davon profitieren auch unsere Mitarbeiter, weil sie nun geradezu ideale Bedingungen für ihre anspruchsvolle Arbeit vorfinden. Wir werden in dieser neuen Klinik nun auch die Patienten aufnehmen können, die aufgrund ihrer schweren Behinderung in anderen Krankenhäusern keine Aufnahme finden.“

Allerdings haben die „geradezu idealen Bedingungen“ auch ihren Preis. Entgegen den ursprünglichen Kalkulationen, ist der Neubau nicht nur ein Vierteljahr später fertig, sondern auch um 750 000 Euro teurer geworden. „Es ist einfach ärgerlich“, sagt Wallmann. Zwar habe man im Interesse der Funktionalität und einer optimalen Anpassung an die schöne Landschaft von Kleinwachau ganz bewusst auf einen Billigbau verzichtet und das Besondere gewollt. „Dennoch waren die Planungen nicht hundertprozentig“, bedauert er. Mit den Mehrkosten muss das Epilepsiezentrum nun allein klar kommen, da die Fördersumme des Freistaates von Anfang an als Maximalförderung deklariert war. Doch Wallmanns Freude über den Neubau überwiegt den Ärger. So, wie bei Chefarzt Dr. Thomas Mayer. Auch der freut sich, dass ab nächster Woche in der „Fischbüchse“, wie das Personal den Neubau wegen seiner abgerundeten Fassade liebevoll nennt, Menschen mit teils schweren, komplexen Behinderungen und Epilepsie behandelt werden können. Menschen, die in anderen Krankenhäusern nur schwer eine Aufnahme finden. Für diese Patientengruppe brauche es Zeit, erklärt der Chefarzt. Gerade bei der Behandlung behinderter Epilepsiepatienten nehme die Beobachtung einen wesentlichen Stellenwert ein. Schließlich sei es eine Patientengruppe, die sich oft nur schwer verständlich machen kann, weiß er aus Erfahrung. „Mit diesem durchdachten Klinikneubau setzt unser Fachkrankenhaus nun neue Maßstäbe in der Behandlung mehrfachbehinderter Menschen.“

Neu angeboten wird auch die Möglichkeit des Rooming-in. Das bedeutet, dass Begleitpersonen direkt im Patientenzimmer oder in separaten Begleitzimmern übernachten können. Schließlich liegt die durchschnittliche Verweildauer in der Fachklinik bei drei bis vier Wochen. Darüber hinaus bietet die neue Klinik zusätzliche Therapieräume für Physio- und Ergotherapie. In einem noch anzulegenden Patientengarten soll eine neue Form der Gartentherapie für die Patienten umgesetzt werden. Das sind wesentliche Bestandteile der ganzheitlichen Behandlung im Epilepsiezentrum Kleinwachau. Neu ist in diesem Zusammenhang auch das Angebot einer speziellen Diät, die den Epilepsiepatienten angeboten werden soll, bei denen Medikamente nicht anschlagen. Eigens dafür wurde die neue Station mit einer Diätküche ausgestattet, in der Diätassistentin und Ernährungsberaterin Antje Böhme das Sagen hat.

Mit der neuen Station verfügt die Fachklinik des Epilepsiezentrums Kleinwachau nun über 53 Betten. Pro Jahr betreut die Klinik fast 1000 Patienten stationär und rund 3000 Fälle ambulant.

Von Bernd Lichtenberger

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