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Umland Engagierte Radebeuler wollen eine Tempotafel anschaffen und betreiben
Region Umland Engagierte Radebeuler wollen eine Tempotafel anschaffen und betreiben
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10:09 28.10.2015
Oft gesehenes Bild in Serkowitz: Der Tempotafel fehlt der Strom. Bei der neuen Anzeige, die das BVE anschaffen will, sollen Radebeuler nicht nur zur Finanzierung beitragen sondern auch die Akkus aufladen und austauschen. Quelle: Uwe Hofmann
Radebeul

Die Tempotafel in Serkowitz bleibt ein Ärgernis. Erst stritten Anwohner des Radebeuler Ortsteils monatelang für die öffentliche Geschwindigkeitsanzeige, nachdem der damals einzige stationäre Blitzer der Stadt an der Kötzschenbrodaer Straße demontiert worden war. Dann regten sie sich darüber auf, dass die Tafel in die falsche Richtung weise, statt Fahrtrichtung Kötzschenbroda in die Fahrtrichtung Dresden. Nachdem die Stadt das nun geändert hat, sind vor allem die häufigen Aussetzer der Tempotafel Thema. "Das Ding ist mehr aus als an", bringt Veit Tittel vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal (BVE) die oft gehörte Kritik auf den Punkt. Zwar hat er dafür in gewissem Sinne auch Verständnis, spricht von dem Aufwand, den es Rathausmitarbeitern machen würde, alle paar Tage den Akku der Tafel auszutauschen. Ideal sei die Situation jedoch nicht.

Für Tittel ist das kein Grund, an den Tempotafeln zu rütteln, von denen es neben der in Serkowitz zwei weitere an der Meißner Straße in Zitzschewig gibt. Das haben auch Messungen des BVE ergeben: Vor der Aufstellung der Tafel waren demnach fast die Hälfte der Autofahrer zu schnell unterwegs, nach Aufstellung waren es lediglich fünf Prozent - und das auch in der Gegenrichtung und obwohl die Anzeige oft genug nicht funktionierte. Um fast zehn Stundenkilometer sei die Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Durchfahrt gefallen, sagt Tittel.

Deshalb setzt das BVE weiter auf Tempotafeln, deren verbreitete Einführung durch bürgerschaftliches Engagement im Radebeuler Verkehrsrat - einem Ende 2014 gegründetem Gremium aus Stadtverwaltung und Bürgerinitiativen - vereinbart worden ist. Konkret geht es um eine weitere Tempotafel, die das BVE mit Unterstützung der Radebeuler Gliederung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und des hiesigen SPD-Ortsvereins anschaffen will. Etwa die Hälfte der rund 1500 Euro für die Tafel habe man bereits durch Spenden gesammelt, der Rest soll bis Ende November zusammenkommen. Wo und wann die Tafel dann aufgestellt wird, will man gemeinsam mit den Radebeulern entscheiden. Die Stadtverwaltung hat ihre grundsätzliche Zustimmung schon signalisiert, will aber vor allem bei der verkehrsgerechten Aufstellung ein Wörtchen mitreden. Es gehe darum, dass all jene, die über rücksichtslose Verkehrsteilnehmer klagen, nun etwas tun können, sagt Tittel. Deshalb sollen sich für das Laden und wechseln der Akkus auch Freiwillige finden. So, wie auch angedacht ist, die Stromversorgung der Serkowitzer Tempotafel in die Hände der Anwohner zu geben.

Geplant ist, eine Dialogtafel anzuschaffen, die also keine Geschwindigkeit anzeigt, sondern zur Rücksicht und zum Langsamfahren auffordert oder auf eine nahe Schule hinweist. Wie genau sie aussieht, ist noch nicht entschieden. Auch wird über konkrete Standorte noch diskutiert. Tittel stellt sich vor, dass die Tafel durch das ganze Stadtgebiet wandert. Ein Anfang könnte vielleicht am Augustusweg gemacht werden, wo eine der städtischen Tafeln bereits einmal stand, bevor sie nach Zitzschewig gebracht wurde. Wenn sich der Nutzen der Tempotafel zeige, falle die Anschaffung einer zweiten sicher leichter, meint Tittel. Vielleicht habe die Stadtverwaltung dann auch mehr Argumente, sich bei der langfristig geplanten Installation von Ortseingangsschildern mit eingebauter Tempoanzeige zu beeilen.

Spenden sammelt der ADFC Sachsen auf dem Konto 307 831 805 bei der Volksbank Leipzig, BLZ 860 956 04, Verwendungszweck "Radebeul-Verkehrsentlastung"

uwe hofmann

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