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Umland Elbland und Dresden wachsen zu einer Tourismusregion zusammen
Region Umland Elbland und Dresden wachsen zu einer Tourismusregion zusammen
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11:22 09.08.2017
Weinbergswanderungen wie hier bei Schloss Wackerbarth in Radebeul sind ein Angebot, dass das Sächsische Elbland in die Partnerschaft mit Dresden einbringt. Quelle: dpa

„Dresden Elbeland“ – unter diesem Namen machen die Dresden Marketing Gesellschaft (DMG) und der Tourismusverband Sächsisches Elbland (TVSE) seit diesem Jahr gemeinsam Werbung um Touristen. Die 2012 von den Mitgliedern des TVSE beschlossene und 2015 per Kooperationsvertrag besiegelte Zusammenarbeit nimmt immer konkretere Formen an. Seit dem Frühjahr gibt es den gemeinsamen Namen samt Logo, bis Ende der Woche sucht die DMG zwei Marketing-Manager, die, vom TVSE bezahlt, vor allem Werbung für die Region machen sollen.

Warum gehen Dresden und Elbland zusammen?

Das hat mit der Tourismusstrategie 2020 des Freistaats zu tun. Sie fordert die Einrichtung von wirtschaftlich robusten Tourismusregionen. „Unter anderem wurde für die noch nicht ausreichend bekannte Region Sächsisches Elbland, die von Torgau über Meißen und Radebeul bis Pirna reicht, Handlungsbedarf erkannt und die Kooperation mit Dresden dringend empfohlen“, sagt DMG-Chefin Bettina Bunge. Zudem folge man einem weltweiten Trend, dass sich immer mehr Städte gemeinsam mit ihren umliegenden Regionen vermarkten, so wie es Hamburg, Stuttgart und Leipzig schon tun. „Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Zusammenarbeit Dresden und Elbland alternativlos ist“, ergänzt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) in seiner Funktion als TVSE-Vorsitzender. „Der Gast nimmt uns ohnehin als Einheit wahr. Der Gast kennt keine politischen Gemeindegrenzen. Zum anderen ist es ein Gebot der Stunde die Ressourcen zu bündeln und damit Mehrwert im Außenmarketing zu erzielen.“

Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Die DMG macht für beide das Marketing in Deutschland und im Ausland, der TVSE konzentriert sich auf die Verbandsarbeit nach innen, zu der Vertrieb, Service und Mitgliederbetreuung zählen. So soll es ab 2018 laufen, nachdem es bereits seit zwei Jahren abgestimmte Marketingpläne gibt. Für die gemeinsame Vermarktung sind zunächst die Märkte in Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, Polen und Tschechien vorgesehen. „In diesen Märkten werden Ressourcen gebündelt, um die neue Marke Dresden Elbland und damit die neue, erweiterte Reisedestination bekannt zu machen“, sagt DMG-Chefin Bunge. Zum einen auf Messen, zum anderen durch neue Publikationen und Werbemittel.

Wie geht es weiter?

Als nächster Schritt ist eine engere Kooperation bei Service und Vertrieb geplant. Das soll die Touristen-Information Dresden (TID) übernehmen. Dafür wird derzeit ein sogenanntes Pflichtenheft erstellt, das im nächsten Jahr Grundlage für die Verhandlungen mit der TID sein soll. Außerdem wird an Kombiangebote gedacht. „Wir arbeiten daran, die erweitere Reisedestination mit entsprechend neuen touristischen Produkten wie Bonuskarten oder thematischen Reisepaketen zu vermarkten“, sagt TVSE-Chefin Sindy Vogel.

Apropos Touri-Info – Wie ist der Stand bei deren Umbau in Radebeul?

Die neue Touristinformation mit Vollservice an der Hauptstraße ist inzwischen in Betrieb, der touristische Servicepunkt in der Hoflößnitz arbeitet bereits seit einem Jahr. Einzig die geplante Außenstelle in Kötzschenbroda lässt auf sich warten. Die Ausschreibung wurde aufgehoben, weil es nur einen Bewerber gab, der die Kriterien erfüllte: die TID. „Aus Gründen der Verbandstreue“ will Radebeul laut Oberbürgermeister Wendsche erst den Rahmenvertrag mit der TID abwarten und hat „von einem Einzelvertrag Abstand genommen“.

Wie steht es derzeit um beide Ziele?

Besser als noch 2016, wie aktuelle Zahlen zeigen (siehe Tabelle; Quelle: DMG). Ein Problem ist, dass die Zahl der Übernachtungen weniger stark ansteigt wie die Zahl der Gästeankünfte. „Die Gäste buchen in einer Art Rundreise eher verschiedene Standorte, diese dafür aber kürzer“, beschreibt Wendsche diese „neue Herausforderung“.

Wie lässt sich verhindern, dass Dresden sein Umland erdrückt oder Dresdenferne Teile des Elblands abwandern?

„Das Risiko kleines Umland und große Landeshauptstadt ist nicht zu leugnen, aber beide Partner sind sich dessen bewusst“, sagt Wendsche. DMG-Chefin Bunge hält das Elbland für eine ideale Ergänzung für Dresden. Dennoch könne es sein, dass zum Beispiel Torgau von der Fahne geht. Die Stadt ist Mitglied in zwei Tourismusverbänden, nach DMG-Informationen will man noch in diesem Jahr entscheiden, mit welchem es weiter geht. „Aus Vermarktungssicht würden wir es natürlich sehr begrüßen, wenn sich Torgau für den TVSE und damit die starke Reisedestination Dresden Elbland entscheidet“, sagt Bunge.

Von Uwe Hofmann

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