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Umland Einstige Lederfabrik in Freital darf abgerissen werden
Region Umland Einstige Lederfabrik in Freital darf abgerissen werden
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09:12 30.08.2018
Für eine einfache Sanierung der ruinösen Lederfabrik sind mindestens 8,7 Millionen Euro erforderlich – zuviel aus Sicht der Stadt. Kita-, Schul- und Straßenbau seien wichtiger. Quelle: Stadt Freital
Freital

Die Tage der ehemaligen Lederfabrik in Freital sind gezählt. Den Abriss der Ruine an der Poisentalstraße hat die Landesdirektion Sachsen genehmigt. „Mit unseren ausführlichen Untersuchungen und den umfangreich zusammengestellten Unterlagen haben wir gezeigt, dass für die Stadt bei dem Bauzustand und der Altlastensituation eine wirtschaftliche Sanierung nicht darstellbar ist“, berichtet Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU).

Eigentlich steht das Gebäude unter Denkmalschutz. „Ich freue mich, dass die Landesdirektion nun Klarheit geschaffen hat und wir weitere kostspielige, zeitraubende und aufwendige Verfahren vermeiden konnten“, sagte Rumberg über die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Abbruch des Fabrikgebäudes. Die Stadtverwaltung werde nun die erteilten Auflagen zur Fotodokumentation und zu den naturschutzrechtlichen Belangen schnellstmöglich erfüllen und die weiteren Schritte für einen baldigen Abriss einleiten.

Abriss kostet „nur“ 1,5 Millionen Euro

Die Stadt hatte am 8. September 2017 einen Antrag auf denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Abbruch der ehemaligen Lederfabrik bei der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gestellt. Im Ergebnis der Bewertung der eingereichten Unterlagen stellte sich der Antrag aus Sicht der Behörde als genehmigungsfähig dar. Allerdings konnte diese kein erforderliches Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege herstellen, weswegen der Antrag der Landesdirektion zur endgültigen Entscheidung übergeben wurde.

Vorausgegangen war die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates Mitte Mai vorigen Jahres für einen Abriss. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und tiefgründige Untersuchungen in Auftrag gegeben und umfangreiche Berechnungen angestellt. Mit den ermittelten Daten ist das Gebäude aus unserer Sicht nicht zu erhalten. Das sei bedauerlich für die traditionsreiche Immobilie“, so der OB.

Nach dem Erwerb des Fabrikgeländes vor rund fünf Jahren durch die Stadt haben Studien erhebliche bautechnische Schäden und Mängel an dem Gebäude sowie eine Kontaminierung der Bausubstanz ergeben. Für Bestandssicherung, Altlastenbeseitigung und eine einfachen Sanierung, um Gewerbe im Inneren unterzubringen, schätzte die Stadtverwaltung den Investitionsbedarf auf über mindestens rund 8,7 Millionen Euro. Die Stadt selbst müsste davon aus dem Haushalt mindestens 3,8 Millionen Euro bereitstellen. Des Weiteren würden Betriebskosten und Anfangsverluste in Höhe von weiteren rund 1,1 Millionen Euro für die Anlaufzeit von maximal zehn Jahren auflaufen, bis durch die Vermietung von Gewerbeflächen schwarze Zahlen erzielt werden können.

Die ehemalige Lederfabrik sollte vor einem endgültigen Abriss dem Freistaat als möglicher Behördenstandort angeboten und damit der einst gefasste Kabinettsbeschluss der Landesregierung für ein „Haus der Bildung“ in Freital wieder aufgegriffen werden. Eine Einigung auf diesen Standort konnte jedoch letztendlich nicht erzielt werden.

Mit dem Abriss sollen nun Möglichkeiten zur wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung des 8000 Quadratmeter großen Areals geprüft werden. Es liegt in der Nähe zum geplanten Stadtzentrum auf dem Gelände „Sächsischer Wolf“ und in Nachbarschaft zum „Mühlenviertel“. Ein Gutachten aus dem Jahr 2017 hatte die Kosten für den kompletten Abriss des Gebäudes und die Entsorgung der Altlasten auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert.

Von Silvio Kuhnert

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