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Ehemaliger Bergbau in Dippoldiswalde bricht ein

Loch im Feld Ehemaliger Bergbau in Dippoldiswalde bricht ein

Erst war nur eine leichte Senkung zu sehen und nun klafft auf einem Feld bei Dippoldiswalde ein riesiges Loch. Noch ist nicht bekannt, wie gefährlich der Hohlraum ist und ob dieser verfüllt werden muss. Die Bergsicherung Freital sperrt den Bereich ab.

Stück für Stück senkte sich der Krater in Dippoldiswalde weiter ab. Oberbergamt und Bergsicherung beraten nun das weitere Vorgehen.

Quelle: Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Bereits am 27. Dezember bemerkten Spaziergänger oberhalb des Stadtgutweges, wie sich dort der Boden senkte. Inzwischen ragt dort ein drei Meter tiefes Loch, mit einem Durchmesser von fünf Metern in den Boden. Wie Prof. Dr. Bernhard Cramer vom Sächsischen Oberbergamt in Freiberg informiert, wurde die Bergsicherung Freital GmbH damit beauftragt, das Loch abzusperren. Die Arbeiten dazu sollen am 3. Januar beginnen, wie André Pfütze von der Bergsicherung am 2. Januar bestätigte. „Es werden acht Pflöcke in die Erde gerammt, Seile gespannt und ein Schild aufgehangen“, erklärt der Ingenieur das Vorhaben.

In der Tat kann derzeit nicht mehr unternommen werden, denn das Oberbergamt muss erst einmal die genaue Ursache herausfinden. Derzeit ist das Alter des Hohlraumes noch unbekannt. „Der Bergbau in Sachsen reicht weit zurück, in Dippoldiswalde bis ins 12. Jahrhundert. Gerade für den mittelalterlichen Bergbau gibt es aber kaum zuverlässige Informationen über Lage und Ausprägung der bergbaulichen Anlagen“, sagt Cramer. Er vermute aber, dass dieser Tagesbruch – so nennt man eine solche Absenkung im Bergbau – mit der „Heilige Drei Könige Fundgrube“ in Verbindung stehen könnte, in welcher im 18. Jahrhundert Silbererze abgebaut worden sind.

Das Oberbergamt verfügt für jedes Bergbaugebiet über sogenannte Bergschadenkundliche Analysen. Dort sind alle bekannten Tagesöffnungen und Bergwerke zusammengefasst, allerdings reichen die Daten eben nicht bis zum derart frühen Bergbau in Sachsen zurück. Auf der Hohlraumkarte, welche unter www.bergbau.sachsen.de einsehbar ist, ist in der Nähe des Lochs ein Gebiet mit unterirdischen Hohlräumen eingezeichnet. Ganz überraschend ist die Absenkung also nicht. Trotzdem müssen Oberbergamt und Bergsicherung nun erst einmal genau analysieren, um welche Form des Altbergbau es sich handelt. Erst dann kann entschieden werden, ob eine Absperrung reicht oder der Hohlraum verfüllt werden muss.

Die meisten Hohlräume befinden sich in den sächsischen Bergstädten um Annaberg, Schneeberg und Freiberg oder auch bei ehemaligen Steinkohleregionen in und um Freital. Cramer erklärt, dass dort allerdings keine direkte Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Wird eine Absenkung bemerkt, werde die Behörde sofort aktiv und sichere den Bereich ab, wie Cramer bestätigt. Im nahen Umfeld der Grube wurden dem Oberbergamt derzeit keine neuen Senkungen gemeldet.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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