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Edeka speckt künftiges Scheunenhof-Center in Pirna ab

Geschäfte nur noch im Erdgeschoss Edeka speckt künftiges Scheunenhof-Center in Pirna ab

Die Bauarbeiten für ein Einkaufszentrum auf dem Scheunenhof-Areal sind seit einigen Wochen in Pirna im Gange. Jedoch werden die Shoppingmöglichkeiten im künftigen Scheunenhof-Center nach rund 22 Monaten Bauzeit viel kleiner sein als ursprünglich geplant.

Von den Änderungsplänen bleibt das historische Scheunenhofgebäude unberührt. Es wird im Zuge des Baus des Einkaufszentrums saniert.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Die Bauarbeiten für ein Einkaufszentrum auf dem Scheunenhof-Areal sind seit einigen Wochen in Pirna im Gange. Jedoch werden die Shoppingmöglichkeiten im künftigen Scheunenhof-Center viel kleiner sein. Sollten sich nach dem ursprünglichen Plan des Investors Edeka Läden und Geschäfte über zwei Etagen erstrecken, sind jetzt nur noch welche im Erdgeschoss vorgesehen. Der Stadtrat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans für die innerstädtische Brachfläche mit dem denkmalgeschützten Scheunenhofgebäude am Dohnaischen Platz.

Wie die Stadtverwaltung informierte war laut Bauantrag vom 15. April 2014 eine Gesamtverkaufsfläche von 8200 Quadratmetern, in welche ein Friseur und ein Dienstleistungsunternehmen integriert sind, geplant. 4890 Quadratmeter sollten im Erdgeschoss sowie 3311 Quadratmeter im Obergeschoss für insgesamt 13 Geschäftseinheiten zur Verfügung stehen. „In dem nunmehr eingereichten Tekturantrag vom 31. März 2017 entfällt der Einzelhandel im Obergeschoss komplett. Im Erdgeschoss sollen 4870 Quadratmeter Verkaufsfläche eingeordnet werden“, teilte das Stadtplanungs- und Grünflächenamt den Stadträten mit. Künftig gibt es insgesamt nur noch sieben Ladeneinheiten und einen Backshop. Das größte Geschäft, was die Hälfte der Verkaufsfläche einnimmt, bleibt der Supermarkt von Edeka.

Aufgrund der geringeren Zahl an Geschäften werden auch die Stellplätze im Untergeschoss reduziert. Ursprünglich sollten im teilweise unterirdischen Parkdeck bis zu 250 Fahrzeuge stehen können. Jetzt sind nur noch Parkplätze für 226 angedacht. Des Weiteren wird das Center um eine Etage kleiner. Von Anfang an waren altersgerechte Wohnungen in zwei weiteren Geschossen über dem Einkaufstempel geplant. Durch den Wegfall der zweiten Einkaufsetage ziehen das von den Johannitern betriebene betreute Wohnen mit 65 Apartments sowie die ebenfalls in dem Gebäudekomplex vorgesehenen Arztpraxen ein Stockwerk tiefer. „Das dritte Obergeschoss entfällt komplett“, informierte die Stadt.

Das historische Scheunenhofgebäude bleibt von den Änderungen unberührt. Es wird saniert und mit dem Neubau vereint. Innen sollen zwei Gewerbe- und drei Büroeinheiten entstehen. „Im Erdgeschoss ist eine gastronomische Einrichtung vorgesehen“, berichtete die Stadtverwaltung.

CDU-Fraktionschef Frank Ludwig zeigte sich mit der Entwicklung des Vorhabens unzufrieden. „Das ist keine geringfügige Veränderung. Unser Ansinnen war es zusätzliche Kaufkraft nach Pirna zu holen“, meinte er. Dieses Ziel werde nun wegen fehlender Magnetwirkung nicht mehr erreicht. Die Hoffnung war, dass neben einem Supermarkt größere Bekleidungsgeschäfte und eventuell ein Technik- und Elektronikmarkt einziehen und so Kunden aus dem Umland zum Einkaufen in Pirnas Innenstadt locken.

Ludwig vermisst etwas Ehrlichkeit vonseiten des Investors gegenüber dem Stadtrat und der Verwaltung. „Es wäre ehrlicher gewesen, 2016 zu sagen: Wir haben die Vermarktung noch nicht im Griff“, sagte Ludwig. Im Januar vorigen Jahres sprachen zuletzt Vertreter von Edeka vor dem Stadtrat. Sie kündigten damals einen Baustart im Frühjahr 2016 an, nachdem der Termin für das rund 25 Millionen Euro teure Projekt immer wieder verschoben worden war. Jedoch ist auf der Brachfläche zwischen Bahnhof-, Robert-Koch- und Hospitalstraße zwölf Monate lang nichts passiert. Der symbolisch erste Baggerhub fand bereits Ende 2013 statt.

Das Thema eines Einkaufszentrums auf dem Scheunenhof-Areal beschäftigt die Stadt bereits mehr als 20 Jahre. Lange wurde über die Größe diskutiert. Es sollte mit seinen Geschäften einerseits Kunden nach Pirna locken, aber andererseits den Innenstadthändlern keine Konkurrenz machen. Mit einer Verkaufsfläche von rund 8000 Quadratmetern glaubte der Stadtrat einen Kompromiss gefunden zu haben, der Kundschaft nach Pirna zieht, aber nicht zu einem Ladensterben in der Altstadt führt.

Diese Größe entpuppt sich nun erneut, wie die Änderungspläne von Edeka zeigen, als problematisch. Vor der Lebensmittelkette hatte sich bereits ein anderer Investor an der Entwicklung eines Shoppingscenter am Scheunenhof probiert. Er fand jedoch keine Ankermieter und schlug daher im Sommer 2011 vor, entweder die Verkaufsfläche auf 4000 bis 6000 Quadratmeter mit einem Lebensmittelgeschäft als Hauptmieter zu verkleinern oder aber die Ladenfläche auf mehr als 12000 Quadratmeter zu einem „Altstadtcenter Pirna“ zu vergrößern. Der Stadtrat votierte damals für eine abgespeckte Variante, zu deren Realisierung es aber nicht kam, weil der damalige Investor kurze Zeit später das Handtuch warf.

Von Silvio Kuhnert

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