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Durch Online-Druck ist Druckerei Thieme aus Meißen wieder in der Erfolgsspur

Digitale Arbeitswelt Durch Online-Druck ist Druckerei Thieme aus Meißen wieder in der Erfolgsspur

Von einem leitungsstarken Breitbandanschluss sowie der Online-Präsenz im weltweiten Netz – davon hängt immer mehr die wirtschaftliche Zukunft von sächsischen Unternehmen ab. Davon kann die Druckerei Thieme aus Meißen berichten.

Bei einem Rundgang durch die Druckerei zeigte Geschäftsführer Ulrich Stetter (l.) Staatssekretär Stefan Brangs (SPD) einen frisch bedruckten Papierbogen an der Druckmaschine

Quelle: Silvio Kuhnert

Meissen. Von einem leitungsstarken Breitbandanschluss sowie der Online-Präsenz im weltweiten Netz – davon hängt immer mehr die wirtschaftliche Zukunft von sächsischen Unternehmen ab. Diese Erkenntnis musste der Meißner Ulrich Thieme schmerzhaft machen. 1986 übernahm er den 1903 gegründeten Familienbetrieb, die Druckerei Thieme, und stand im Jahr 2010 vor der Pleite. „Ich hatte mich bis dahin innerlich geweigert, den Vertriebskanal Internet zu nutzen“, sagte er. Sein Unternehmen wurde aus der Insolvenz gerettet. Und am Freitag begann sich die Druckerei mit einer Großinvestition, für die Zukunft zu rüsten. „Heute kommt eine neue Druckmaschine für zwei Millionen Euro“, führte Thieme weiter aus. In reichlich zwei Wochen soll sie nach Aufbau und Feinjustierung in Betrieb gehen.

Mit dem Einstieg von „flyeralarm“ und dem „Druckhaus Mainfranken“ erlebte die Druckerei einen Reload, einen Neustart. „Die Auftragsabwicklung über das Internet ist heute nicht mehr wegzudenken“, sagte Ulrich Stetter, Geschäftsführender Gesellschafter des Traditionsunternehmens. Ob für ein Buch, Magazin, Imagebroschüren, Verpackungen oder Werbedrucksachen – die Kunden schicken per E-Mail die Daten, diese werden zu einer Druckplatte verarbeitet, über Gestaltung, Form und Auflage wird dann mit dem Auftragegeber noch einmal kommuniziert, bevor der Druck und die Weiterverarbeitung über Ausschneiden, Falten und Heften bis zum fertigen Endprodukt beginnt. Nahm dieser Vorgang vor der digitalen Ära mitunter bis zu vier Tage Zeit in Anspruch, „sind wir heutzutage bereits um 17.05 Uhr im Druck, wenn die Kundendaten 15.45 Uhr bei uns ankommen“, berichtete Stetter aus der Praxis.

Am Tag werden rund 200 Aufträge abgearbeitet, in Spitzenzeiten wie der Vorweihnachtszeit steigt die Zahl auf das Doppelte. Den Neustart vollzog die Druckerei mit 28 Mitarbeitern. Drei Jahre später betrug ihre Anzahl bereits 40 und der Umsatz lag bei 7,2 Millionen Euro. Derzeit gibt es 60 Beschäftigte darunter drei Auszubildende und die Druckerei peilt einen Jahresumsatz von 9,5 Millionen Euro an. Vielleicht gelingt sogar der Sprung über die Zehn-Millionen-Euro-Marke. „Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal in einem Monat über eine Millionen Euro umgesetzt“, sagte Stetter nicht ohne Stolz. Dies lässt ihn optimistisch stimmen, dass mit dem traditionell boomenden Jahresendgeschäft das Druckhaus an der zweistelligen Millionen-Marke kratzt.

Das Internet hat an diesem Erfolg den maßgeblichen Anteil. Denn zum Kundenkreis zählen nicht mehr nur kulturelle Einrichtungen wie das Dresdner Schauspielhaus oder die Staatskapelle mit ihren Programmheften, Industrieunternehmen, Behörden und Staatsbetriebe wie beispielsweise die Porzellanmanufaktur oder Werbeagenturen, sondern auch kleine Vereine und Privatpersonen. „Der Online-Druck ermöglicht viele neue Produkte und das zu einem günstigen Preis durch Massenproduktion“, führte Stetter weiter aus. Zur Produktpalette gehören daher auch beispielsweise 1000 Flyer für ein Vereinsfest oder ein Satz von 100 individuell gestalteten Bierdeckeln für eine Geburtstagsfeier.

Das Geschäftsfeld Online-Druck möchte die Druckerei gerne weiter ausbauen. Dazu benötigt es aber eine leistungsfähigere Breitbandanbindung. Momentan liegen 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) am Standort an. „Ich würde mir mindestens die doppelte Geschwindigkeit wünschen“, sagte der einstige Internetmuffel Ulrich Thieme.

Zur Verbesserung der Breitbandversorgung ist derzeit ein privater Anbieter, in „Magentafarben“, wie Martin Schuster, Wirtschaftsförderer der Stadt Meißen, informierte, unterwegs, der großflächig den Vectoring-Ausbau betreibe. D.h., er motzt seine Verteilerkästen und Kupferkabel für eine höhere Datenübertragung auf. Davon profitieren Einwohner der Stadtteile Altstadt, Cölln, Zaschendorf und Niederfähre.

Aber es bleiben noch weiße Flecken. So sind von diesem Ausbau über 500 Haushalte und 58 Unternehmen ausgeschlossen. Damit auch diese über eine bessere Internetanbindung verfügen, möchte die Stadt für fast vier Millionen Euro circa 278 Kilometer Glasfaserkabel in den unterversorgten Gebieten verlegen. Zur Finanzierung des Vorhabens steuert der Bund knapp 2,3 Millionen Euro an Fördermitteln bei. Am Freitag übergab Staatssekretär Stefan Brangs (SPD) den Förderbescheid des Landes von über 1,1 Millionen Euro. Damit kann der Eigenausbau laut Schuster im kommenden Frühjahr beginnen. Spätestens in 2019 sollen die Arbeiten beendet sein.

Von Silvio Kuhnert

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