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Umland Duell ums Meißner Rathaus
Region Umland Duell ums Meißner Rathaus
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18:51 10.09.2018
Wer als neuer OB ins Rathaus einzieht, ist momentan noch völlig offen. Nach dem ersten Wahlgang sind die Chancen von Frank Richter deutlich gestiegen. Quelle: Jens Kalaene, dpa
Meissen

„Nach der Wahl ist vor der Wahl“ – mit diesen Worten bringt OB-Kandidat Frank Richter (parteilos) auf seiner Facebook-Seite die derzeitige politische Situation in Meißen nach dem Wahlabend am Sonntag auf den Punkt. Mit 36,7 Prozent bzw. 4103 Stimmen geht der Bürgerrechtler und ehemalige Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung als Favorit in den entscheidenden Urnengang am 23. September. Der OB-Wahlkampf hat sich zu einem Duell mit Amtsinhaber Olaf Raschke (parteilos), der mit 32,5 Prozent 473 Stimmen weniger bekam als Richter und auf Platz zwei landete, zugespitzt.

Frank Richter ruft die Meißner auf, ihm ihre Stimme am 23. September ein zweites Mal zu geben, um so einen Machtwechsel für Meißen zu vollziehen. Quelle: Arno Burgi, dpa

Insgesamt haben sich beim ersten Wahlgang fünf Kandidaten um die Gunst der 22900 wahlberechtigten Meißner beworben. Neben Richter und Raschke waren das Martin Bahrmann (FDP), Joachim Keiler (AfD) und Heiko Lorenz (Sächsische Volkspartei). Letztgenannter hat angesichts von 2,2 Prozent am Montag das Handtuch geworfen. „Ich trete beim nicht mehr an“, kündigte der Bauunternehmer an. Im Duell stellt er sich auf keine Seite. „Bei 248 Stimmen gebe ich keine Wahlempfehlung ab“, so Lorenz.

Sektkorken dürften dagegen bei FDP-Stadt- und -Kreisrat Martin Bahrmann geknallt haben. 1668 Meißner oder 14,9 Prozent haben ihm ihr Vertrauen geschenkt. „Ich persönlich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Im Kernland der AfD habe ich es als Liberaler auf Platz drei geschafft“, sagte Bahrmann. Zum Vergleich: Bei der letzten Stadtratswahl 2014 landete die FDP bei gerade einmal sechs Prozent; Bahrmann vereinte damals auf sich 709 Stimmen. Zu bedenken ist, dass bei der Stadtratswahl jeder Meißner drei Kreuze auf dem Wahlzettel machen darf, bei der OB-Wahl aber nur eins.

Olaf Raschke will versuchen, bis zum entscheidenden Wahlabend am 23. September Nichtwähler zu mobilisieren, um im Amt zu bleiben. Quelle: Dietrich Flechtner, Archiv

Sein gutes Abschneiden macht den 31-Jährigen nun zu einer umworbenen Person auf der politischen Bühne in Meißen. Tritt er nochmals an oder unterstützt er Richter oder Raschke?, ist die derzeit spannende Frage. Bahrmann möchte sich zunächst mit den beiden Kandidaten persönlich treffen – Einladungen zu Gesprächen liegen ihm vor – und sich mit dem FDP-Vorstand danach beraten. Die Entscheidung, ob er sich ein zweites Mal zur Wahl stellt oder eine Wahlempfehlung ausspricht, entscheide sich im Laufe dieser Woche, informierte Bahrmann.

Die Entscheidung des FDP-Mannes ist für die Reaktion des AfD-Bewerbers Joachim Keiler nicht unbedeutend. Er hat sich für ein paar Tage in den Urlaub verabschiedet. „Von dort aus werde ich ein stückweit beobachten, was in der Folge des 1. Wahlgangs in dieser Woche passiert“, berichtete der Dresdner Rechtsanwalt. Sein Ergebnis von 13,7 Prozent oder 1533 Stimmen kommentiert er als „durchwachsen“ und er müsse es „erst einmal sacken“ lassen. Ob sein Name am entscheidenden Wahlsonntag in 13 Tagen auf dem Stimmzettel zu finden ist, lässt er im Moment noch offen.

Von dem Ausgang des ersten Wahlabends etwas überrascht war Frank Richter. Dass er es auf Anhieb auf den 1. Platz schafft und den Amtsinhaber auf Rang zwei verweist, hätte er so nicht erwartet. „Ich bin für diesen Erfolg sehr dankbar und glücklich“, so Richter. Sein Dank gilt nicht nur den Wählerinnen und Wählern, sondern auch seinen 75 Helfern. „Meißen hat gewonnen, die Demokratie hat gesiegt“, sagte Richter weiter. Die Wahlbeteiligung liegt mit 49 Prozent höher als vor sieben Jahren (36,3 Prozent).

„Dass über 50 Prozent nicht zur Wahl gegangen sind, daran ist noch zu arbeiten“, meint dagegen Raschke. Dieses Potenzial nimmt er nun ins Visier: „Jetzt kommt es darauf an, Nichtwähler zu aktivieren.“ Dass es nach dem ersten Wahlgang zu einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen kommen würde, sei vorher schon prognostiziert worden, so Raschke. Seinen Absturz von 81,1 Prozent Wählerzuspruch in 2011 auf jetzt nur noch 32,5 Prozent wollte er nicht weiter kommentieren.

Von Silvio Kuhnert

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