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Umland Dieter Franz weist Kletterern den Weg
Region Umland Dieter Franz weist Kletterern den Weg
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12:03 02.05.2016
Dieter Franz malt einen Zugangspfeil zum Klettergipfel Pfingstkegel in den Nikolsdorfer Wänden. Quelle: Foto: Mike Jäger

Eigentlich sollte Dieter Franz im Bett liegen und seine Erkältung auskurieren. Aber an diesem schönen Frühlingstag hält ihn nichts zu Hause. Leicht hustend stapft Franz den Feldweg entlang Richtung Klettergebiet Nikolsdorfer Wände bei Leupoldishain. Er hat die Aufgabe, die Zugänge zu den Kletterfelsen zu markieren. An einem großen Sandsteinblock am Wegrand ist ein schwarzer Pfeil zu erkennen, wo es den Waldhang hoch zu den Klettergipfeln geht. Schon vor einiger Zeit hat Franz hier die erste Markierung angebracht. Mittlerweile ist der Pfad gut ausgetreten. Mit den Zugangsmarkierungen soll eine gewisse Lenkung der Besucher erreicht werden. Wenn nicht jeder planlos durch den Wald läuft, sondern auf geregelten Wegen bleibt, wird in stark frequentierten Bereichen die Natur geschont und Erosion verhindert. Ein Vorteil für die Kletterer ist die leichtere Orientierung durch die Pfeile beim Auffinden von Gipfeln. Dort, wo anstatt eines Pfeils ein Kreuz aufgemalt ist, ist der Zugangsweg oder der Geländebereich gesperrt.

Am Pfad Richtung Pfingstkegel ist an einem Block bereits ein weißer Kreis vorbereitet. Franz prüft, ob die Farbe trocken ist und packt seine Malutensilien aus: Schablonen, Pinsel und Farbe sind in einer praktischen Kiste geordnet. Mit einem Bleistift skizziert er den Umriss eines Pfeils und malt diesen dann mit schwarzer Farbe aus. Auf dem weiteren Weg werden von ihm dann noch einige weiße Kreise vorbereitet. „So, das muss jetzt trocknen“, sagt Franz, „die Pfeile mache ich beim nächsten Gang.“ Er ist zufrieden mit seiner heutigen Arbeit.

Schon seit 1963 ist der mittlerweile 77-jährige im Elbsandsteingebirge unterwegs. In der Gemeinschaft „TC Bergfreunde 16“ hat er viele Klettertouren unternommen. Auch wenn die Kletterei im Alter nicht mehr so richtig geht, hat Dieter Franz mit dem Markieren nun eine sinnvolle Aufgabe übernommen. Und – sein Husten ist verschwunden. Hummeln summen durch die blühenden Heidelbeerbüsche, im Wald gurrt eine Ringeltaube. Er fühle sich wohl in der Natur: „Da geht es mir gut“, sagt Franz.

In den Klettergebieten der Sächsischen Schweiz gibt es zu den Gipfeln über 200 Kilometer Zustiegswege, kurze wie in den Nikolsdorfer Wänden oder stundenlange wie im Großen Zschand. Im Kernbereich des Nationalparks besteht sogar eine Verpflichtung zur Markierung dieser Pfade wegen des Wegegebots: „Nur markierte Wege dürfen begangen werden“, sagt Andreas Knaak von der Nationalparkverwaltung. Das gleiche gelte für das Naturschutzgebiet Pfaffenstein.

Im Landschaftsschutzgebiet linkselbisch, wie im Bielatal, sind die Markierungsarbeiten noch nicht komplett. Es ist aber schon viel geschafft worden. Über den aktuellen Stand der Zugangsregelung zu den Kletterfelsen kann man sich im Internet auf entsprechenden Karten des Nationalparks informieren. Im Nationalpark selbst sind die Markierungen fertig, aber es gibt dennoch viel Aufwand bei der Unterhaltung. Die Zeichen verblassen und Geländebegebenheiten ändern sich. Zuweilen werden Pfeile auch abgekratzt. Nicht jedem scheint die Reglementierung zu passen. Manchmal locken die Pfeile unbedarfte Wanderer auf Schwindel erregende Pfade oder in Sackgassen, wo es nicht weitergeht.

Annähernd 300 Stunden im Jahr verbringt Dieter Franz beim Malen der Pfeile in der Sächsischen Schweiz. Für sein ehrenamtliches Engagement ist er von der Nationalparkverwaltung zur Festveranstaltung anlässlich des 25-Jährigens Bestehens ausgezeichnet worden. Darüber macht Franz nicht viele Worte, über diese Anerkennung seiner Arbeit freut er sich dennoch.

Von Mike Jäger

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