Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Die Sense wird für den Landkreis eine richtig teure Sache

Drei Millionen Euro Mehrkosten Die Sense wird für den Landkreis eine richtig teure Sache

Wesentlich größer als bislang angenommen, sind die Schäden auf der Kreisstraße 8723, Schandauer Straße, zwischen Hohnstein und Porschdorf infolge des Unwetterereignisses im Juni 2016. Ihre Beseitigung wird aufwendiger, teurer und langwieriger. Die im vergangenen Jahr erfolgte Kosteneinschätzung von circa 2,6 Millionen Euro ist nicht mehr haltbar.

Die Straße zwischen Hohnstein und Bad Schandau bleibt wegen Unterspülungen zunächst weiter gesperrt. Ab Mitte Mai soll sie wieder einspurig befahrbar sein.

Quelle: Peter Weckbrodt

Hohnstein. Wesentlich größer als bislang angenommen, sind die Schäden auf der Kreisstraße 8723, Schandauer Straße, zwischen Hohnstein und Porschdorf infolge des Unwetterereignisses im Juni 2016. Ihre Beseitigung wird aufwendiger, teurer und langwieriger. Die im vergangenen Jahr nach Untersuchungen erfolgte Kosteneinschätzung von circa 2,6 Millionen Euro ist nicht mehr haltbar. Nach dem aktuellen Stand wird mit Planungs- und Baukosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro gerechnet. Dies teilte Heiko Weigel (CDU), Beigeordneter für den Geschäftsbereich Bau und Umwelt im Landratsamt Pirna, auf DNN-Anfrage mit. Der Vize-Landrat hat auch eine gute Nachricht: Ab Mitte Mai 2017 wird die Straße für Anwohner und Touristen zunächst wieder einspurig befahrbar sein.

Zur Erinnerung: Am 26. Juni vergangenen Jahres suchte ein mit erheblichen Niederschlagsmengen verbundenes Unwetter die Sächsische Schweiz im Bereich zwischen Bad Schandau und Hohnstein heim. Besonders stark von Schäden betroffen war die durch den Tiefen Grund von Porschdorf nach Hohnstein führende Straße, im Volksmund nur „Sense“ genannt. Großformatiges Felsgeröll hatte das unkontrolliert abfließende Oberflächenwasser im Bachbett des Grundbaches so umgelenkt, dass es zu massiven Aushöhlungen der besonders steilen Straßenböschungen verbunden mit tiefen Einschnitten kam. Teilweise über 100 Jahre alte trocken gesetzte Schwergewichtsmauerwerke wurden in Abschnitten unterspült und teilweise zerstört. Ein Großteil der Fahrbahn ist unterspült und hängt praktisch in der Luft. Erst im Laufe des Planungsprozesses, so Weigel, sei das tatsächliche Ausmaß der Unterspülungen zutage getreten. Von Bedeutung hierfür war ein im Januar fertig gestellter geotechnischer Bericht eines beauftragten Ingenieurbüros.

Diese Zeichnung einer Sense markiert im Tiefen Grund die Stelle, an der im 17

Diese Zeichnung einer Sense markiert im Tiefen Grund die Stelle, an der im 17. Jahrhundert eine Waitzdorfer Dorfschöe einen tödlichen Streit zwischen zwei Burschen auslöste.

Quelle: Peter Weckbrodt

Bei der Planung und Durchführung der Baumaßnahmen sei zu beachten, dass der zerstörte Abschnitt der Kreisstraße in der Naturschutzzone – Nationalpark Sächsische Schweiz – sowie in weiteren hochwertigen Schutzzonen liegt. Deshalb ist die Zulässigkeit der Baumaßnahmen im Rahmen einer umweltfachlichen Untersuchung zu bewerten. Es sind Maßnahmen zum Schutz, zur Vermeidung und zur Minimierung von Eingriffen in den Naturraum zu erarbeiten. Diese Belange haben unmittelbare Auswirkungen auf die Festlegungen zur Baudurchführung, vor allem der erforderlichen Stützwände. So werden beispielsweise Nachverdichtungen bis in eine Tiefe von zwei Metern nötig sein. Stellenweise muss die Fahrbahn völlig abgetragen und in einer Tiefe von 80 Zentimetern neu aufgebaut werden.

Planung und Ausschreibung der Bauleistungen sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Die Bauausführung kann, wenn auch die Finanzierung bis dahin steht, bei bauoffenem Wetter im Frühjahr 2018 beginnen, informierte Weigel.

Zur Finanzierung muss der Landkreis Eigenmittel in Höhe von rund 600 000 Euro aufbringen. Der größte Anteil von etwa 4,9 Millionen Euro soll mit Fördermitteln des Freistaates gedeckt werden. Dazu seien aber, das unterstreicht der Beigeordnete, neue Überlegungen erforderlich.

Für die Wiederherstellung der vollen Befahrbarkeit der Straße sind zwei Etappen vorgesehen: Zunächst wird ein „Baubehelf“ eingebracht, für dessen Anfertigung kein naturschutzrechtliches Befreiungsverfahren erforderlich ist. Im Kern geht es um die Sicherung der Fahrbahn durch eine Spritzbetonschale im Bereich der größten Schäden. Mit der Einbringung dieses Baubehelfs kann die provisorische und einspurige Befahrbarkeit bis zum Beginn der eigentlichen Bauarbeiten, also Frühjahr 2018, gesichert werden. Die Arbeiten zur Herstellung der Spritzbetonschale könnten, so Weigel, Mitte April beginnen und bis Mitte Mai abgeschlossen werden. Die öffentliche Ausschreibung dafür läuft bereits.

Die zumindest beschränkte Freigabe der Sense für den Straßenverkehr wird sowohl von den Einwohnern Hohnsteins wie von Ehrenberg, Lohsdorf, Goßdorf und Waitzdorf mit großer Erleichterung angenommen werden. Selbst aus Neustadt/Sa. benutzen in Bad Schandau arbeitende Pendler gern diese schnelle Verbindung. Hoch zu bewerten ist die kürzest mögliche Verbindung zwischen Hohnstein und Bad Schandau durch den Tiefen Grund für den jetzt einsetzenden starken Touristenstrom.

Von Peter Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

15.12.2017 - 14:10 Uhr

Trainer Uwe Neuhaus erwartet beim MSV Duisburg ein Geduldsspiel / Mittelfeldduo Hartmann und Konrad fällt aus

mehr