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Die Sanierung des Historischen Rathauses Radebeul steht kurz vor dem Abschluss

Radebeul Die Sanierung des Historischen Rathauses Radebeul steht kurz vor dem Abschluss

Die Sanierung des Historischen Rathauses in Radebeul biegt auf die Zielgerade. „Die Stadtratssitzung in der nächsten Woche kann schon wieder im Ratssaal stattfinden“, sagt Ines Röber, die in der Stadtverwaltung für Hochbau zuständig ist. Für die Stadtverordneten ist das keine Rückkehr in gewohnte Verhältnisse.

Dieses Wandgemälde haben Restaurateure aufgehellt. Die Decke darüber zeigt die neue Farbgestaltung.

Quelle: Martin Förster

Radebeul. Die Sanierung des Historischen Rathauses in Radebeul nähert sich dem Ende. „Die Stadtratssitzung in der nächsten Woche kann schon wieder im Ratssaal stattfinden“, sagt Ines Röber, die in der Stadtverwaltung für Hochbau zuständig ist.

Für die Stadtverordneten ist das nach dem Exil im Hotel „Goldener Anker“ keine Rückkehr in gewohnte Verhältnisse. Schließlich hat es im Ratssaal während der rund 1,5 Millionen Euro teuren Umbauten tiefgreifende Veränderungen gegeben.

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Die Sanierung des Historischen Rathauses Radebeul steht kurz vor dem Abschluss. Wir haben uns vorab umgesehen.

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Das Gesamtprojekt Rathausareal steht nun als eines der Kernvorhaben im Sanierungsgebiet Radebeul-Ost kurz vor dem Abschluss. Zu diesem Gesamtprojekt gehören der Umbau eines Wohnhauses zum Sozialrathaus, der Einzug des Standesamts in die alte Post, die Sanierung des Technischen Rathauses, die Installation eines Blockheizkraftwerks in der alten Polizeiwache und die Neuordnung des gesamten umgebenden Areals.

Barrierefreiheit und Brandschutz waren Umbauziele

Begonnen haben die Arbeiten bereits Ende 2015. Die lange Bauzeit erklärt sich daraus, dass das bereits in den 90er Jahren äußerlich sanierte Haus im laufenden Betrieb modernisiert werden musste. Für jeden neuen Bauabschnitt mussten andere Verwaltungsmitarbeiter umziehen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass fast jedes Büro angefasst wurde. So wurden nicht nur in Treppenhaus und Fluren neue Fliesen verlegt, die dem historischen Original nachempfunden sind, sondern auch fast alle Büros mit neuem Fußbodenbelag und einem frischen Anstrich versehen, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) sagt. „Das ist schließlich seit den 1990er Jahren nicht mehr geschehen“, begründet er.

Das Rathaus wurde 1899 bis 1900 im sogenannten „Deutschen Stil“ mit Jugendstilelementen errichtet. Die Fassade ist mit Sandsteinelementen geschmückt. Im Inneren befinden sich zahlreiche Stuckarbeiten sowie mehrere Kunstglasfenster, die von Vertretern der Radebeuler Wirtschaft gespendet wurden.

Das Wandgemälde „Die Entrichtung von Gefällen in Radebeul an Abgesandte des Domstifts Meißen um 1520“ im Ratssaal stammt vom Dresdner Historienmaler Walter Wittig und wurde von der Dresdner Herrmann-Stiftung finanziert. Nach mehreren Umbauten wurde es 1994/95 letztmals saniert.

Auslöser für die Arbeiten waren aber in der Hauptsache aktuelle Anforderungen an Barrierefreiheit und Brandschutz, wie das momentan bei vielen alten Gemäuern der Fall ist. Der Fahrstuhlschacht entstand daher zuallererst im Gebäude. Zur Stadtratssitzung am
23. August soll der Lift offiziell in Betrieb gehen. Zu erreichen ist er nicht über den Vordereingang, sondern über die Gebäuderückseite, die sich wegen ihrer Nähe zu den übrigen Verwaltungsgebäuden und den Parkplätzen zukünftig zum neuen Haupteingang entwickeln könnte.

Da man sich aus Denkmalschutzgründen gegen den Anbau eines Treppenhauses als zweiten Rettungsweg entschieden hat, gibt es im Bestandstreppenhaus gravierende Änderungen. Dort installieren Bauleute derzeit ein Überdrucksystem, das im Brandfall eine Verrauchung des Fluchtwegs verhindern soll. Dafür mussten nicht nur auf allen Fluren Brandschutztür eingebaut werden, die im Brandfall zufallen, sich aber von Flüchtenden jederzeit öffnen lassen. Im Erdgeschoss wird zudem derzeit eine Art Glaskasten aufgebaut, der das Treppenhaus vom Foyer abgrenzt. Dafür werden auch die mit Gips verkleidete gusseiserne Säulen genutzt, deren Hüllen seit Wochen tiefe Furchen zeigen. In diese werden nun die Spezialglasscheiben eingesetzt.

Im ersten Obergeschoss haben die Planer auf den Kasten verzichtet. Dafür mussten Arbeiter eine schwere Brandschutztür vor das Oberbürgermeister-Büro setzen und einen weiteren Eingang verlegen. Auch der Ratssaal hat eine Brandschutztür erhalten, damit die Überdrucktechnik im gesamten Treppenhaus funktionieren kann.

Äußerlich ist der Zustand von 1928 eingekehrt

Hinter der Tür ist ein längst vergangener Glanz eingezogen. Nach historischen Fotos, auf die man bei der letzten Sanierung einfach keinen Zugriff gehabt habe, wurde der Ratssaal äußerlich in den Zustand von 1928 zurückversetzt, wie die Projektverantwortliche Röber sagt. Auf den alten Aufnahmen waren fünf Leuchter zu erkennen, die man nach der Vorlage nachgestaltet hat. Ein Experte hat dafür extra die abgebildeten Leuchter zur Holzkassettierung an den Wänden ins Verhältnis gesetzt, um Maße abnehmen zu können. Die Gläser für die Lampen wurden in leicht veränderter, an die modernen LED-Lichter angepasster Form in altem Handwerksverfahren neu gegossen. „So etwas gibt es heute eigentlich gar nicht mehr“, schwärmt Oberbürgermeister Wendsche.

Außerdem haben Restaurateure das Wandgemälde gereinigt und aufgehellt. Die Farbgestaltung wurde ebenfalls dem historischem Vorbild nachempfunden.

Für die Stadträte wird aber etwas anderes beim Betreten des Saals sofort ins Auge fallen: Die Sitzordnung wurde gedreht. Die Bürgermeisterriege sitzt nun vor einer fensterlosen Wand gleich links vom Eingang – auch das nach historischem Vorbild.

Angenehmer Nebeneffekt: Auf diese Weise kann auch die Moderne einziehen. So hängt an der Wand ein großer 98-Zoll-Bildschirm, der die bisherige Beamertechnik ersetzt. Die Steuertechnik dafür und für das Licht ist im Tisch und in der Wandvertäfelung verborgen. Neu sind auch Tische und Stühle, die allerdings – vor allem aus Platzgründen – vom Vorbild abweichen.

Ines Röber rechnet damit, dass die meisten der noch ausstehenden Arbeiten bis Oktober beendet sein werden. Offiziell gilt noch Ende Dezember als Bauziel.

Von Uwe Hofmann

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