Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Die Panzersperre an der Müglitz
Region Umland Die Panzersperre an der Müglitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:30 06.09.2018
Der Elberadweg in Heidenau ist seit Monaten dicht. Sechs marode Betonplatten versperren Radlern die Weiterfahrt. Quelle: Daniel Förster
Anzeige
Heidenau

Radfahrer werden derzeit in Heidenau auf eine harte Probe gestellt. Wer aus Dresden kommend entlang der Elbe Richtung Pirna radelt, wird spätestens an der Müglitzbrücke anhalten und umkehren müssen – dort ist für Fahrradfahrer Schluss. Sechs marode Betonplatten und ein rostiger Bauzaun versperren Radlern die Weiterfahrt.

Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat den Wegabschnitt zwischen der Pension Villa Else und Müglitzmündung verbarrikadiert, um den Bau der geplanten Hochwasserschutzline ungestört voranzutreiben. Diese 2,5 Kilometer lange Mauer soll Heidenau künftig vor Überflutung schützen. Noch bis Ende des Jahres soll der Radweg laut LTV-Angaben gesperrt sein. Doch ist die Barrikade überhaupt notwendig?

Nicht nur Radfahrer stören sich an der Sperrung. „Jeder kann doch sehen, dass der Radweg längst fertig gebaut ist“, sagt Bernhard Borchers von der Grünen-Fraktion im Stadtrat Heidenau. „Die Bauarbeiten zwischen Papierfabrik und Müglitzmündung konzentrieren sich seit Monaten nur noch auf den Schutzdamm. Warum kann der Radweg dann nicht freigegeben werden? Gerade jetzt, wo es nicht mehr zu warm für eine Radtour ist, sollte zumindest am Wochenende die Durchfahrt möglich sein.“ Schließlich müssten Radler aktuell einen Umweg durch die Stadt auf sich nehmen – oder Geld bezahlen, um per Fähre auf die andere Elbseite übersetzen und so nach Pirna zu gelangen. „Das ist keine optimale Lösung“, findet Borchers.

Die Landestalsperrenverwaltung widerspricht, eine Öffnung der Barrikade sei nicht realisierbar. „Im Bereich des gesperrten Radweges laufen weiterhin umfangreiche Erdarbeiten zur Anschüttung der Hochwasserschutzwand und die Herstellung der geplanten Überfahrt“, teilt die Landesbehörde mit. „Es fahren und rangieren dort auch weiterhin Baufahrzeuge.“ Im derzeitigen Zustand sei eine ausreichende Sicherung der Baustelle ohne Sperrung des Radweges schlichtweg nicht möglich.

Auch sonnabends und sonntags sei eine Durchfahrt nicht praktikabel, teilt die LTV mit. Zwar ruht der Baustellenbetrieb am Wochenende. Auf der Baustelle gebe es allerdings Gefahrenquellen, die nicht in dem Maße abgesichert werden können, wie es für den öffentlichen Radverkehr nötig wäre.

„Um Unfälle und Verletzungen von Radfahrern und Spaziergängern zu vermeiden, muss die Baustelle auch am Wochenende gesperrt bleiben. Wir appellieren an die Vernunft aller Radfahrer und Spaziergänger und bitten sie in ihrem eigenen Interesse, die Absperrungen zu beachten und sich nicht eigenmächtig auf die Baustelle zu begeben“, sagt LTV-Sprecherin Katrin Schöne. „Denn trotz Sperrung werden schon jetzt fast täglich bestehende Absperrungen und Verbotsschilder durch Einzelne missachtet.“ Das sei gefährlich für die Radfahrer und störe den Ablauf auf der Baustelle.

So werden wohl auch die letzten Monate bis zum Jahresende zum Geduldsspiel für die Radler. Bis Ende März 2019 sollen die Arbeiten an der Hochwasserschutzlinie komplett abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten des Bauprojekts liegen bei rund 24 Millionen Euro.

Von Junes Semmoudi und Daniel Förster

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Umland „Run and Gone“ - Zu Fuß gegen Drogen

Reno Werner, Roberto Füger und Jörg Fischer haben sich zu einem 300 Kilometer langen Lauf aufgemacht, um ein Zeichen gegen Drogen zu setzen. Am Mittwoch machten sie Station bei der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH, um 20 jungen Menschen während ihrer Entwöhnungstherapie Mut zu machen.

05.09.2018

Meißen klingt nach Liebe, Wein und Leidenschaft – so lautet das Motto des 4. Chorfestivals. Vom 7. bis 9. September 2018 stehen über 80 kostenfreie Konzerte auf dem Programm. Insgesamt 40 Chöre mit rund 1000 Sängerinnen und Sängern treten in der gesamten Altstadt auf.

05.09.2018

In Wilsdruff hat das Pharma-Unternehmen „B. Braun“ am Dienstag Europas modernste Dialysatoren-Fabrik offiziell in Betrieb genommen. Wenn die Maschinen voll hochgefahren sind, stellen die rund 140 Mitarbeiter in der hochautomatischen Fabrik jährlich mehrere Millionen Blutfilter für Patienten in 100 Ländern her.

05.09.2018
Anzeige