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Umland Die Mutter des Meißner Carnevalsvereins
Region Umland Die Mutter des Meißner Carnevalsvereins
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12:59 01.03.2017
Hannelore Rolle in ihrer Faschings-Uniform. Quelle: PR
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Meissen

Am vergangenen Donnerstagmorgen begann für Hannelore Rolle ein besonderer Tag. Zusammen mit knapp 40 Karnevalsfreunden aus Meißen und dem Raum Chemnitz ging es nach Köln zum Weiberfasching. „Das muss man mal erlebt haben“, freut sich die rüstige Rentnerin auf einen aufregenden Tag in der Lanxessarena. Direkt nach Ende der Veranstaltung ging es zurück in die Domstadt. „Geschlafen wird im Bus, es ist jedes Jahr ein Erlebnis", sagt Hannelore Rolle. In diesem Jahr ist sie seit 30 Jahren Mitglied im Meißner Carnevalsverein. Sie selbst bezeichnet sich auch als „die Mutter des Vereins“. Geht es um Organisation, ist Hannelore Rolle der beste Ansprechpartner. „Wenn die Wellen hoch schlagen, bewahre ich die Ruhe“, erklärt sie. Vor allem die Arbeit mit den vielen jungen Menschen mache ihr Spaß. „Da bleibt man selber jung“, lacht sie. Erst vor kurzem erhielt sie den Ehrenamtspreis von Meißen für ihre jahrelange Tätigkeit.

Von 1977 bis 1987 war Hannelore Rolle jedes Jahr Gast bei den Veranstaltungen des Carnevalvereins. „Damals war es nicht so einfach, an Karten zu kommen. Doch meine Mutter hatte Kontakte“, erinnert sich die heutige Ehrenpräsidentin. Mit den Jahren fand sie immer mehr Gefallen am Fasching und schließlich wurde sie gefragt, ob sie eine Vertretung bei einer Veranstaltung übernehmen könne. Hannelore Rolle zögerte nicht und genoss den Blick hinter die Kulissen. Schließlich wollte sie ganz in den Verein eintreten, doch so einfach war das nicht. Da es keine richtige Aufgabe für Hannelore Rolle gab, tanzte sie zunächst zwei Jahre im Männerballett mit. Eine Besonderheit für damalige Zeiten.

Nach vielen Jahren der ehrenamtlichen Tätigkeit wurde sie die erste Frau, die im Meißner Carnevalsverein Ministerin wurde. „Ich habe sozusagen eine Männerdomäne gebrochen“, erinnert sich Hannelore Rolle stolz. Die Freude am Karneval verhalf ihr auch über eine sehr schwierige Zeit im Leben. 1999 wurde Hannelore Rolle plötzlich arbeitslos. „Ich habe mich geschämt und wollte nicht mehr vor die Tür aus Angst, die Leute sehen mir das an. Der Verein half mir aus diesem tiefen Loch heraus“, erinnert sich die Rentnerin.

In den letzten Wochen liefen die Vorbereitungen für die wichtigsten Tage der Faschingssaison auf Hochtouren. Am 25. Februar feierte der Verein Kinderfasching und am 26. Februar waren die Mitglieder samt Hannelore natürlich beim Radeburger Umzug dabei. Am 28. Februar haben es sich die Meißner Karnevalisten zur Aufgabe gemacht, in Kindergärten zu gehen und den Kleinen etwas über ihre Arbeit zu erzählen. Nachwuchswerbung sozusagen, denn dieser ist rar. Vor allem die Funkengarde freut sich über neue Mitglieder. Das Ende der Faschingssaison wird am Aschermittwoch politisch eingeläutet. Im Rathaus werden die Fraktionen Reden halten, natürlich auf karnevalistische Art und Weise. Dieser politische Aschermittwoch findet in diesem Jahr bereits zum 24. Mal statt.

Doch der eigentliche Renner ist das „Kehraus“ am 4. März im Rothen Haus. „Diese Veranstaltung ist immer zuerst ausverkauft“, wundert sich auch Hannelore Rolle über den Trend.

Auch nach den Festtagen der letzten Zeit kehrt im Meißner Carnevalsverein keine Ruhe ein. Denn es steht noch ein großes Jubiläum an. Anlässlich der 50. Saison des Vereins findet am 18. März ab 10 Uhr die traditionelle Gardetanzschau im Zentralgasthof Weinböhla statt. Hannelore Rolle freut sich besonders auf die vielen Tänzer, bedauert allerdings, dass diese Tradition nicht in Meißen stattfinden kann. Es fehlt einfach ein geeigneter Saal. Abends wird dann das Jubiläum gefeiert mit einem gemütlichen Beisammensein. Im April geht es weiter mit der Saisonauswertung und dann steht schon die Vorbereitung der Programme für die nächste Faschingszeit an.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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