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Die Gnadenhochzeit im Blick: Paare aus Coswig und Weinböhla feierten jetzt ganz besondere Jubiläen

Die Gnadenhochzeit im Blick: Paare aus Coswig und Weinböhla feierten jetzt ganz besondere Jubiläen

Für zwei Paare aus Coswig und Weinböhla war gestern ein ganz besonderer Tag. So besonders, dass sie Post vom Bundespräsidenten bekamen.

Coswig/Weinböhla.

Joachim Gauck gratulierte einerseits Helga und Hans Niemietz aus Coswig zu ihrem 65. Hochzeitstag. Zu ihrer Gnadenhochzeit beglückwünschte er Erika und Werner Blaubach aber ebenso. 70 Jahre sind die beiden Weinböhlaer verheiratet. "Mir ist kein Paar bekannt, das hier schon Gnadenhochzeit feiern konnte", sagt Bürgermeister Reinhart Franke (CDU).

Die Blaubachs sind beide 91 Jahre alt. Sie leben in der Bäckerschen Hofstraße, in einer Wohnung im Haus von ihrer Tochter und deren Mann Wolfgang Vogel. Dieser ist kein Unbekannter, war er doch bis zum Ruhestand 2004 Direktor der Mittelschule Weinböhla. Die Jubilare selbst arbeiteten viele Jahre in Coswig. Erika Blaubach war dort als Industriekauffrau tätig. Werner leitete das Dachpappenwerk. Blaubach war 1973 von Magdeburg nach Sachsen delegiert worden, die Familie zog nach Weinböhla. Während ihrer Ehe hätten sich beide stets prächtig verstanden und oft zusammen gelacht, erinnerten sich Angehörige, die gestern gratulierten.

Durch dick und dünn gegangen sind auch die Eheleute Niemietz aus Coswig, die jetzt Eiserne Hochzeit feierten. Sie überstand einst eine Krebserkrankung, er einen Herzinfarkt. "Hans ist ein guter Ehemann und Vater", schwärmt die 86-jährige Helga Niemietz noch heute. Für ihren vier Jahre älteren Gatten steht fest, er hätte keine Bessere finden können. "Sie hat mich stets verwöhnt, war sehr besorgt um mich. Ich glaube, sie hat mich die ganze Zeit über wirklich geliebt", schmunzelt Hans Niemietz. "Sicher gab und gibt es immer wieder Streit, aber das muss man doch in einer Ehe aushalten." Standfestigkeit nennt er das. Und, dass es zur Hochzeit 1948 regnete, habe ihnen auch kein Unglück gebracht.

Seit 1946 kennen sie sich, haben beide am 16. Februar Geburtstag. Niemietz stammt aus Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er aus einem Lazarett in Tschechien entlassen. Mit Prothesen. Der Krieg hatte ihm die Füße genommen. In seine alte Heimat durfte der Buchhalter nicht zurück. In Sachsen fand er aber eine neue Arbeit, verdiente seinen Lohn zunächst als Bäcker und Gastwirt. Bei einem Tanzabend nahe Lommatzsch lernte er seine Helga kennen, verliebte sich in sie und zog zu ihr ins nicht weit entfernte Zehren an der Elbe.

Dort wurde die Wohnung mit der Zeit jedoch zu klein. Die kleine Familie fand ein neues Zuhause in Meißen, wo das Ehepaar 35 Jahre lebte und auch lange arbeitete. Sie in einem Elektronik-Geschäft. Er als Ökonomischer Leiter in mehreren Betrieben, so etwa bei den Stadtwerken Meißen. 1996 zog das Paar, das sich über zwei Enkel und einen Ur-Enkel freut, nach Coswig in die Platte. "Und jetzt", betont Niemietz, "wollen wir die Gnadenhochzeit schaffen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.07.2013

Stephan Klingbeil

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