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Umland Die Elblachse kehren in diesem Jahr so früh heim wie nie
Region Umland Die Elblachse kehren in diesem Jahr so früh heim wie nie
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08:08 09.10.2017
Der Lachs – hier der atlantische „Salmo salar“ – ist kehrt in diesem Jahr recht früh in sächsische Gewässer zurück.  Quelle: Hector Amezcua, Picture Alliance
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Bad Schandau

 Am 26. August hatte es sich durch den Fang eines 95 Zentimeter langen und 7,7 Kilogramm schweren Lachsrogners bereits angekündigt: Die Lachse kehren in diesem Jahr so früh zurück wie noch nie in ihre Laichgründe nach Sachsen. Unmittelbar nach dieser ersten Sichtung baute die Fischereibehörde des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ihre automatische Kontrollstation im Lachsbach bei Rathmannsdorf auf. Bis zum Wochenende sind mit der Vorrichtung bereits drei wandernde Lachse gesichtet worden.

Der sogenannte Fischcounter besteht aus einer Reihe von Infrarotsendern und -empfängern, die unter Wasser installiert werden. Die unsichtbaren Lichtstrahlen werden vom durchschwimmenden Lachs unterbrochen. Eine dazugehörige Software errechnet daraus unter Berücksichtigung der Strömungsgeschwindigkeit und der Schwimmgeschwindigkeit ein sogenanntes „Schattenbild“. Findet solch ein „Ereignis“ statt, werden parallel Unterwasser-Videosequenzen von einer Tageslicht- und einer Infrarotkamera aufgezeichnet. Über das Internet werden die Daten dann umgehend zur Fischereibehörde übertragen.

Anhand der gemessenen Daten und aufgezeichneten Videosequenzen können die Experten Größe und Geschlecht des Tieres bestimmen. Am 26. September ist gegen 23.45 Uhr die erste Passage eines männlichen Lachses (Milchner) aufgezeichnet worden.

Ein derartig früher Laichaufstieg ist seit der Aufzeichnung der ersten Rückkehrer 1998 noch nie beobachtet worden. Wichtig für eine erfolgreiche Wanderung des Lachses ist ein günstiges Abflussverhältnis. Das bedeutet, dass die Flüsse ausreichend Wasser tragen müssen, um optimale Bedingungen zu schaffen. So erklären sich die Experten beim LfULG auch jüngsten die Messergebnisse. Am Tag der Deutschen Einheit konnte ein spürbarer Anstieg der Abflussmenge und gegen 23.30 Uhr auch der zweite Lachs erfasst werden. Freitagnacht wurde gegen 4.21 Uhr der mittlerweile dritte Lachs gesichtet.

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) ist eigentlich schon immer in Sächsischen Gewässern heimisch gewesen, war aber vor Jahrzehnten ausgestorben – nicht zuletzt wegen der starken Umweltbelastungen zu DDR-Zeiten. Sachsen hatte deshalb 1994 ein Programm zur Wiederansiedlung des Lachses ins Leben gerufen und dafür Wildlachseier aus Schweden importiert. Seitdem werden jedes Jahr Tausende Junglachse in den Nebenflüssen der Elbe ausgesetzt. Sie bleiben eine Zeit lang in der Region und wandern dann via Elbe und Nordsee in den Atlantik, bevor sie nach etwa drei Jahren zum Laichen zurückkehren. Die Oberläufe der Flüsse rund um die Elbe sind optimale Leichgegenden, da die bis zu 1,5 Meter großen Tiere dafür Kiesgründe benötigen.

Von den jährlich bis zu 10­ 000 ausgesetzten Junglachsen kehren durchschnittlich etwa 20 bis 40 zurück. Fischereiexperten zu Folge würden laut LfULG in diesem Herbst auch erstmals Lachse über andere Flüsse als die Elbe ihre Laichplätze erreichen. Nach einer Abwesenheit von über 100 Jahren könnten demnach erstmals Lachse über die Mulde von Niedersachsen aus nach Sachsen gelangen. Mit der Fertigstellung einer Fischaufstiegsanlage am Wehr in Kroppen in Brandenburg hätten Lachse auch erstmals wieder über die Pulsnitz die Chance, ihre historischen Laichplätzen erreichen.

Von Sebastian Burkhardt

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