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Umland Deutschlands einziges Katzenseniorenheim steht in Maxen
Region Umland Deutschlands einziges Katzenseniorenheim steht in Maxen
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13:00 30.01.2018
Trotz der vielen Katzen auf einen Haufen herrscht eine friedliche Atmosphäre zwischen den Vierbeinern. Quelle: Anja Schneider
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Maxen

 Zwei Ollis, Olga, Frieda, Batman, Mausi, Eva – Anne Jassner kennt jede der 71 Katzen beim Namen. Sie ist die ehrenamtliche Leiterin des einzigen Katzenseniorenheims bundesweit, welches im beschaulichen Maxen zu Hause ist. Jassner begrüßt uns herzlich am Tor des kleinen Grundstücks und es dauert nicht lange, da versammeln sich die ersten neugierigen Samtpfoten an der nächsten Gittertür. Die 67-Jährige Dresdnerin und ihre zwei Mitarbeiterinnen sind gerade dabei, das Gelände zu reinigen und die Tiere zu versorgen. Wie jeden Tag zwischen 8 und 15 Uhr.

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Einblicke ins Katzenseniorenheim in Maxen

Auch wenn viele der Katzen einen fitten Eindruck machen, vorrangig ist hier nur Platz für Senioren. „Es gibt auch Ausnahmen. Wir haben jüngere Katzen, die beispielsweise in Gartensparten gefunden werden. Aber das ist die Ausnahme und soll sie auch bleiben. In erster Linie nehmen wir Katzen auf, deren Besitzer verstorben sind oder in ein Pflegeheim umziehen“, erklärt Jassner, die auch zweite Vorsitzende des Dresdner Tierschutzverein ist. Seit über 15 Jahren ist sie dort ehrenamtlich tätig. Den Tierschutzverein bat sie auch 2011 inständig, das Gelände als Träger zu übernehmen. Denn da stand der ehemalige Gnadenhof vor dem Aus: Zwei Damen konnten sich nicht länger darum kümmern und das Ehepaar Jassner begannen, zu rechnen. „Das wird teuer, sagte mein Mann. Aber wir mussten es versuchen“, erinnert sich die Tierfreundin. Sie gewann den Verein als Träger und dann konnte es im November 2011 losgehen. „Das Gelände war in desolatem Zustand. Dank Spenden und viel Eigeninitiative konnten wir Stück für Stück sanieren“, erinnert sie sich.

Putzen, Füttern, Streicheln

Die ersten drei Monate kümmerte sich Anne Jassner allein um 30 Katzen. Inzwischen wird sie von zwei Mitarbeiterinnen unterstützt und schaut nur aller zwei Tage bei ihren Schützlingen vorbei. Nun, fast sieben Jahre später, kann sich das Heim sehen lassen: das renovierte Haupthaus beherbergt neben einer Küche noch einen Raum mit rund 18 Katzen, die alle mit unterschiedlichen Gebrechen zu kämpfen haben. Eine schwarze Katzendame zum Beispiel kann durch einen Gendefekt ihre Gliedmaßen nur schwer koordinieren. Doch seit sie im Katzenseniorenheim zu Hause ist, habe sich ihr Zustand deutlich verbessert, erzählt Jassner stolz. Die Tiere sind in diesem Raum nicht eingesperrt, sie können jederzeit durch Katzenklappen raus aufs Gelände. Dieses ist komplett eingezäunt.

 Eines fällt auf: trotz der vielen Katzen auf einen Haufen, herrscht eine friedliche Atmosphäre zwischen den Vierbeinern. „Natürlich gibt es hin und wieder Katzen, die sich nicht vertragen. Aber das ist eher selten der Fall, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit klappt das in der Regel sehr gut“, erzählt die ehrenamtliche Leiterin. Neben dem täglichen Reinigen und Füttern stehen natürlich jede Menge Streicheleinheiten auf dem Plan. Und die werden auch eingefordert. Kater Batman (wie könnte man diesen Namen vergessen – nein, er war nicht schwarz, sondern braun getigert) möchte den Arm von Tierpflegerin Katharina Volbrecht am liebsten gar nicht mehr verlassen und auch Anne Jassner ist kaum ohne Katze im Gepäckunterwegs.

Die Kapazitätsgrenze ist erreicht

„Derzeit sind wir mit 71 Katzen mal wieder an der Kapazitätsgrenze angekommen“, erzählt die Rentnerin. Sie bekomme pausenlos Anrufe und Anfragen, ob sie Katzen aufnehmen könne. „Wir haben eine Warteliste, anders geht es nicht“, sagt sie. Das bedeutet, dass erst eine neue Katze aufgenommen werden kann, wenn eine alte Katze stirbt. Da hier vorrangig alte Tiere zu Hause sind, kommt das nicht so selten vor. Von 30 Katzen müssen sich die Mitarbeiterinnen pro Jahr verabschieden. Es können mal mehr mal weniger sein, auf eine genaue Zahl kann sich Anne Jassner nicht festlegen. Die ehemalige Krankenschwester ist dank ihrer Ausbildung in der Lage, den Tieren auch mal notwendige Impfungen zu verabreichen oder kleinere Wehwehchen zu versorgen. Einmal im Monat kommt eine Tierärztin vorbei und schaut nach den vierbeinigen Senioren.

Kuscheleinheiten gehören bei Mitarbeiterin Katharina Volbrecht zum Arbeitsalltag. Kater Batman genießt die Zeit in vollen Zügen. Quelle: Anja Schneider

Katzendame Olga beobachtete uns lange Zeit aus ihrer sicheren Höhle, doch dann traute sie sich doch nach draußen und – wie sollte es anders sein – rein in die Arme von Anne. Der zwölfjährige Stubentiger landete hier, weil ihre Besitzer nach Island ausgewandert sind. Schwersten Herzens mussten sie ihre geliebte Katze zurücklassen, wie Jassner erzählt. „Die Überführungskosten waren immens und Olga hätte lange Zeit in Quarantäne verbringen müssen. Ihre Vorbesitzer hatten Angst, dass sie es mit ihren zwölf Jahren nicht übersteht“, erinnert sie sich. Olga kam ins Katzenseniorenheim und war mindestens genauso traurig, wie ihre Besitzer. Sie fraß tagelang nichts und musste mühsam von den Frauen aufgepäppelt werden. Inzwischen hat sie sich eingelebt und wirkt zufrieden. Die Familie schreibt regelmäßig Emails aus Island und erkundigt sich nach ihrem Schützling, das freut Jassner sehr.

Es gibt aber auch Katzen, die aus weniger schönen Verhältnissen den Weg nach Maxen finden. So auch Katzendame Frida, die in Leipzig von ihrer Besitzerin geschlagen und misshandelt worden ist. Eine Bekannte von Anne konnte sie da rausholen und brachte sie nach Maxen. Abgemagert, menschenscheu und mit einem kaputten Auge kam Frida an und ist heute kaum wieder zu erkennen. Stets auf der Suche nach Liebe und Zuneigung schmeichelt sie sich um die Beine der Mitarbeiterinnen und führt nun ein entspanntes Leben. Damit die über 70 Katzen auch versorgt werden können, werden Patenschaften vergeben, denn in ein neues zu Hause werden die Katzen aus Maxen nicht mehr vermittelt.

Nun wird es für Anne und ihre Mitstreiterinnen aber wieder Zeit, sich voll und ganz den Katzen zu widmen. Und auch wir verabschieden uns aus dem außergewöhnlichen Seniorenheim, auch wenn es schwerfällt, mit dem Streicheln der zutraulichen Tiere aufzuhören.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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