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Umland Der Schönheitschirurg und seine Mädels - Elblandkliniken gründen Abteilung für plastische Chirurgie
Region Umland Der Schönheitschirurg und seine Mädels - Elblandkliniken gründen Abteilung für plastische Chirurgie
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13:50 21.01.2012
Schönheitschirurg Mario Marx mit zwei Patientinnen: Die Schwestern Nancy Müller (Mitte) und Cornelia Hälbig haben eine hohe Veranlagung an Brustkrebs zu erkranken. Nancy Müller ließ eine aufgrund von Krebs amputierte Brust von Marx rekonstruieren. Ihre Schwester ließ vorsorglich das Drüsengewebe im Busen durch Körperfett ersetzen. Quelle: D. Flechtner
Radebeul

Von Madeleine Arndt

Aber als Schönheitschirurg kann man sich ein wenig Extravaganz schon leisten. Die bringt Dr. Mario Marx, Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, jetzt in das Radebeuler Elblandklinikum. Am 1. Februar tritt der 50-Jährige seinen Dienst als Chefarzt in der neu gegründeten Klinik für plastische, rekonstruktive und Brustchirurgie im Radebeuler Krankenhaus an.

Nach 23-jähriger Tätigkeit wechselt der Arzt damit vom Städtischen Klinikum Görlitz ins Elblandklinikum. Stück für Stück will Marx hier den Klinikbereich für plastische Chirurgie etablieren und über das Elbtal hinaus bekannt machen. "Wir möchten das Brustzentrum deutlich in seinen Leistungen ausbauen und für die Patientinnen eine Rundumbehandlung bieten", betont er. Es sei ein deutschlandweites Problem, dass die Aufklärung im Fall einer Brustkrebserkrankung eher unzureichend ist. Seiner Meinung nach liegt das auch daran, dass die Krankenhäuser in erster Linie über die Behandlungsmethoden informieren, die im eigenen Haus angeboten werden. Das Behandlungsvolumen pro Krebsfall betrage rund 100 000 Euro, die von den Krankenkassen übernommen werden. Kliniken wollen solche Patientinnen natürlich halten. "Ich plädiere dafür, dass wir die Frauen vollumfänglich aufklären", so der Mediziner.

Marx' Spezialgebiet ist der Wiederaufbau der Brust mit eigenem Fettgewebe. Das kranke Drüsengewebe wird zunächst vollständig entfernt, ohne dabei die Durchblutung der Haut zu zerstören, dann kommt als Platzhalter ein Silikonimplantat unter die Haut. Später wird die Brust mit natürlichem Gewebe rekonstruiert, wofür das Hüftgold oder auch Delikatessfett, wie es Marx nennt, aus dem Unterbauch oder Po entnommen wird. Der Vorteil dieser Methode: Die Verpflanzung ist dauerhaft, während Silikonimplantate nur eine zeitlich begrenzte Haltbarkeit aufweisen. Außerdem passt sich das eigene Gewebe den Veränderungen des Körpers an, nimmt mit zu und ab. "Eine Operation dauert im Schnitt vier Stunden und die Erfolgsquoten liegen bei 99 Prozent", sagt Marx.

Neben der Brustchirurgie wird der Arzt auch ästhetische Gewebeverpflanzungen nach Unfällen vornehmen und Thoraxrekonstruktionen bei offenen Entzündungen am Brustkorb durchführen. Letztere können zum Beispiel nach Bypass-Operationen auftreten.Rein kosmetische Eingriffe ohne einen medizinischen Hintergrund, wie das Fettabsaugen, sollen nur am Rande stattfinden. "Das werden wir behutsam anbieten", formuliert es Marx.

In den nächsten Monaten wird der Chirurg viel pendeln, abwechselnd in Radebeul, Meißen, Riesa, Frankfurt/Oder und sogar im schwedischen Stockholm operieren. Auch in Görlitz möchte er weiterhin eine Sprechstunde anbieten. Die ersten Behandlungen im Elblandklinikum beginnen ab Februar. Dafür mussten die OP-Zeiten verlängert und Schichtdienste geändert werden, da das Haus jetzt schon an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Ab diesem Jahr beginnt der Ausbau und die Erweiterung des Klinikums in Radebeul. 17,5 Millionen Euro werden hier insgesamt investiert, so der kaufmännische Geschäftsführer Markus Funk. Bis Mitte 2013 sollen unter anderem zur Entlastung des stationären OP-Bereichs vier Operationssäle für rund 3,3 Millionen Euro umgestaltet werden. Noch einmal 3,2 Millionen Euro würde es kosten, den stationären OP-Bereich um zwei Säle zu erweitern, so dass hier auch die plastische Chirurgie arbeiten könnte. Außerdem sollen Räume im dritten Stock des Hauptgebäudes für die Schönheitsklinik hergerichtet werden. Mario Marx hofft, dass er ab nächstem Jahr über eine eigene Station verfügt und sich nach und nach einen festen Mitarbeiterstamm zulegen kann. Dr. Stefan Geiger, der medizinische Geschäftsführer der Elblandkliniken, hält große Stücke auf den Neuzugang: "Wir haben mit Marx einen Experten in der Brustchirurgie gewonnen."

www.elblandkliniken.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.01.2012

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