Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Der Borkenkäfer ist in der Sächsischen Schweiz auf dem Vormarsch
Region Umland Der Borkenkäfer ist in der Sächsischen Schweiz auf dem Vormarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:26 13.07.2017
Der Borkenkäfer bohrt sich unter die Rinde – vor allem von Fichten – und legt dort seine Eier ab. Seine Larven zerstören dann die Lebensadern des Baumes. Quelle: dpa-Zentralbild

Der Borkenkäfer ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf dem Vormarsch. Das Landratsamt Pirna rät daher Wald-, aber auch Gartenbesitzer verstärkt ihre Forstbestände sowie die Nadelhölzer auf dem heimischen Grundstück oder in der Gartensparte auf einen Befall mit dem Schädling hin regelmäßig zu kontrollieren. „Die letzten Wochen boten für die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher ideale Bedingungen für ihre Entwicklung. Zunehmend werden in den Wäldern, aber auch in den Gemeinden, Absterbeerscheinungen an Fichten, Blaufichten und Omorikafichten sichtbar“, teilt Umweltamtsleiterin Dr. Birgit Hertzog mit.

Auch wenn es in den vergangenen Tagen wiederholt geregnet hat, sind die Bäume durch die vorhergehende Trockenheit weiterhin geschwächt. Die Pflanzen könnten sich daher kaum gegen einen Befall durch die ausfliegenden Jungkäfer wehren, so Hertzog. Ihre Larven zerstören durch den Fraß unter der Rinde die Lebensadern der Bäume.

Waldbesitzer, die in ihrem Bestand einen befallenen Nadelbaum entdecken, sollen diesen sofort fällen, den Stamm in Stücke sägen und ihn entrinden. Nur so könne verhindert werden, dass sich die Larven unter der Borke zu einer neuen Käfergeneration entwickeln. Um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern, ist es auch ratsam, die gefällten Holzstücke mindestens 500 Meter weit weg von den gefährdeten Forstbeständen zu bringen. „Eine Behandlung mit Insektiziden sollte vermieden werden, ist aber statthaft“, informiert Hertzog.

Wie der Staatsbetrieb Sachsenforst berichtet, seien bislang etwa doppelt so viele Bäume wie im Vorjahr betroffen. So wurde bisher landesweit in den Wäldern aller Eigentumsarten ein Befall von 4700 Kubikmeter stehender Baumstämme durch die überwinterten Käferpopulationen registriert. Dieser Tage verlassen ihre ersten Nachkommen die Brutbäume und suchen für ihren Nachwuchs einen neuen. Ein wachsames Auge und schnelle Gegenmaßnahmen seien erforderlich, um das Absterben ganzer Waldbestände zu verhindern. empfiehlt der Staatsbetrieb daher auch privaten Waldbesitzern.

Borkenkäfer sind in diesem Jahr besonders im Nationalpark Sächsische Schweiz aktiv. Durch eine intensive Beobachtung wurde eine besonders hohe Zahl dieser meist streichholzkopf-großen Insekten und betroffener Bäume festgestellt. Jedoch im Gegensatz zu anderen Wäldern werden auf etwa der Hälfte der Gesamtfläche des Nationalparks keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Wirken der Borkenkäfer ist dort ein wesentlicher Teil der natürlichen Waldentwicklung. Die absterbenden Fichtenbäume sollen Platz für nachwachsende Laubbäume machen. Ein gesunder Mischwald kann dem Borkenkäfer nicht zum Opfer fallen.

Geht von diesen Flächen aber nicht eine Gefahr für angrenzende Wälder aus? Dr. Dietrich Butter, Leiter der Nationalparkverwaltung, verneint: „Der Nationalpark gehört zu den am intensivsten überwachten Wäldern im Freistaat.“ Befallsherde außerhalb des Ruhebereiches, insbesondere an den Rändern des Nationalparks und in der Nähe von privaten Waldflächen, werden umgehend beseitigt, versichert Butter.

Von Silvio Kuhnert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Umland Wegen Gefahr vor Steinschlag - Malerweg ist an der Lochmühle gesperrt

Der Malerweg musste am Donnerstag in Höhe der Lochmühle gesperrt werden. Es besteht die Gefahr von Steinschlag.

13.07.2017

Die Plossenkurve in Meißen bereitet vielen Menschen Sorgen. Die einen wollen eine breitere Kurve, damit Lkws und Schwerlasttransporte besser den Berg hinauf kommen. Die anderen, und das sind vor allem die Anwohner, wollen gar keine Schwerlasttransporte am Plossen sehen.

13.07.2017
Umland Erlebniswelt SteinReich - Verwandlung in eine Märchenbühne

Die Erlebniswelt SteinReich im Hohnsteiner Ortsteil Rathewalde verwandelt sich vom 21. bis 23. Juli in eine Märchenbühne. Buntes Programm und preisgekrönte Schauspieler wecken Legenden aus der Sächsischen Schweiz wieder zum Leben.

12.07.2017
Anzeige