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Der Borkenkäfer ist in der Sächsischen Schweiz auf dem Vormarsch

Nationalpark von Schädlingsbefall besonders betroffen Der Borkenkäfer ist in der Sächsischen Schweiz auf dem Vormarsch

Dieser Tage schwärmen junge Borkenkäfer aus und befallen neue Bäume. Von dem Schädling ist in diesem Jahr besonders der Nationalpark Sächsische Schweiz betroffen. Während in anderen Wäldern befallene Bäume sofort gefällt werden, wird der Käfer auf rund der Hälfte der Nationalparkfläche in Ruhe gelassen. Geht von dort nicht eine Gefahr für benachbarte Waldbesitzer aus?

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Der Borkenkäfer bohrt sich unter die Rinde – vor allem von Fichten – und legt dort seine Eier ab. Seine Larven zerstören dann die Lebensadern des Baumes.

Quelle: dpa-Zentralbild

Pirna. Der Borkenkäfer ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf dem Vormarsch. Das Landratsamt Pirna rät daher Wald-, aber auch Gartenbesitzer verstärkt ihre Forstbestände sowie die Nadelhölzer auf dem heimischen Grundstück oder in der Gartensparte auf einen Befall mit dem Schädling hin regelmäßig zu kontrollieren. „Die letzten Wochen boten für die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher ideale Bedingungen für ihre Entwicklung. Zunehmend werden in den Wäldern, aber auch in den Gemeinden, Absterbeerscheinungen an Fichten, Blaufichten und Omorikafichten sichtbar“, teilt Umweltamtsleiterin Dr. Birgit Hertzog mit.

Auch wenn es in den vergangenen Tagen wiederholt geregnet hat, sind die Bäume durch die vorhergehende Trockenheit weiterhin geschwächt. Die Pflanzen könnten sich daher kaum gegen einen Befall durch die ausfliegenden Jungkäfer wehren, so Hertzog. Ihre Larven zerstören durch den Fraß unter der Rinde die Lebensadern der Bäume.

Waldbesitzer, die in ihrem Bestand einen befallenen Nadelbaum entdecken, sollen diesen sofort fällen, den Stamm in Stücke sägen und ihn entrinden. Nur so könne verhindert werden, dass sich die Larven unter der Borke zu einer neuen Käfergeneration entwickeln. Um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern, ist es auch ratsam, die gefällten Holzstücke mindestens 500 Meter weit weg von den gefährdeten Forstbeständen zu bringen. „Eine Behandlung mit Insektiziden sollte vermieden werden, ist aber statthaft“, informiert Hertzog.

Wie der Staatsbetrieb Sachsenforst berichtet, seien bislang etwa doppelt so viele Bäume wie im Vorjahr betroffen. So wurde bisher landesweit in den Wäldern aller Eigentumsarten ein Befall von 4700 Kubikmeter stehender Baumstämme durch die überwinterten Käferpopulationen registriert. Dieser Tage verlassen ihre ersten Nachkommen die Brutbäume und suchen für ihren Nachwuchs einen neuen. Ein wachsames Auge und schnelle Gegenmaßnahmen seien erforderlich, um das Absterben ganzer Waldbestände zu verhindern. empfiehlt der Staatsbetrieb daher auch privaten Waldbesitzern.

Borkenkäfer sind in diesem Jahr besonders im Nationalpark Sächsische Schweiz aktiv. Durch eine intensive Beobachtung wurde eine besonders hohe Zahl dieser meist streichholzkopf-großen Insekten und betroffener Bäume festgestellt. Jedoch im Gegensatz zu anderen Wäldern werden auf etwa der Hälfte der Gesamtfläche des Nationalparks keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Wirken der Borkenkäfer ist dort ein wesentlicher Teil der natürlichen Waldentwicklung. Die absterbenden Fichtenbäume sollen Platz für nachwachsende Laubbäume machen. Ein gesunder Mischwald kann dem Borkenkäfer nicht zum Opfer fallen.

Geht von diesen Flächen aber nicht eine Gefahr für angrenzende Wälder aus? Dr. Dietrich Butter, Leiter der Nationalparkverwaltung, verneint: „Der Nationalpark gehört zu den am intensivsten überwachten Wäldern im Freistaat.“ Befallsherde außerhalb des Ruhebereiches, insbesondere an den Rändern des Nationalparks und in der Nähe von privaten Waldflächen, werden umgehend beseitigt, versichert Butter.

Von Silvio Kuhnert

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