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Umland Das Pirnaer Stadtmuseum gibt Einblick in seine Grafikschätze
Region Umland Das Pirnaer Stadtmuseum gibt Einblick in seine Grafikschätze
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11:02 06.04.2017
Kuratorin Dr. Anke Fröhlich-Schauseil platziert eine Radierung von Johann Gottfried Jentzsch mit einer Ansicht vom Rabenkessel im Stadtmuseum Pirna. Quelle: Silvio Kuhnert
Pirna

Im Depot des Stadtmuseum Pirna sind wahre Schätze verborgen. Davon zeugt einmal mehr die neue Sonderausstellung. Sie gibt erstmal einen umfassenden Einblick in die Kunstsammlung des Gebirgsvereins. 1877 gegründet wuchs der bürgerliche Verein von anfangs 48 Mitgliedern bis zum ersten Weltkrieg auf 51 Sektionen bzw. Ortsgruppen mit rund 4500 Mitgliedern in der Region Sächsische Schweiz sowie in Dresden, der Oberlausitz und im Osterzgebirge an.

„Der Verein verfolgte eine Doppelstrategie“, berichtet Museumsleiter René Misterek. Zum einen hatte er sich die Förderung des Fremdenverkehrs mit dem Anlegen, Markieren und Ausschildern von Wanderwegen und der Schaffung von Unterkünften auf die Fahnen geschrieben. An der touristischen Erschließung der Felsenwelt waren die Vereinmitglieder maßgeblich beteiligt. Zum anderen förderten die Gebirgsvereine die Wissenschaft. Dazu gehörte das Anlegen von Sammlungen. Über Jahrzehnte trugen die Mitglieder rund 3000 Zeichnungen, Kupferstiche, Radierungen, Lithographien und frühe Fotografien sowie einige Gemälde zusammen.

Das Interesse galt topographischen Abbildungen der Landschaft. Daher sind in der Grafiksammlung nicht die großen Namen der Romantik wie Caspar David Friedrich oder Carl Gustav Carus zu finden, die die Felsenwelt mehr als Inspiration nutzten, statt das Reich der Steine realitätsgetreu und damit verortbar abzubilden. Was Kuratorin Dr. Anke Fröhlich-Schauseil nach fast einem Jahr intensiven Stöberns im Lager des Interimsdepots ans Tageslicht befördert hat, weist einige bekannte Künstler auf. Die Sonderschau vereinigt Arbeiten von Matthäus Merian, Johann Alexander Thiele, Canaletto, Adrian Zingg und Gustav Täubert. Mit der getroffenen Auswahl an Bildern schlägt die Kuratorin einen Bogen über rund 250 Jahre Kunstgeschichte und gibt einen Einblick in die Entwicklung der Druckgrafik. Die Schau vermittelt zudem, wie aufwendig die Bilderproduktion vor der Fotografie war.

Die Sonderausstellung mit dem Titel „Inspirierende WanderWelten – Die Schweiz(en) in Grafik, Malerei und Wagners Werk“, die ab dem 9. April bis zum 17. September zu sehen ist, widmet sich nicht nur dem Gebirgsverein, sondern auch eines berühmten Wanderers, und zwar Richard Wagner. Über den Einfluss seiner ausgiebigen Wandertouren durch die Schweizer Alpen auf seine Musik sowie Bühnenbilder haben die Wissenschaftlerinnen Dr. Verena Naegele und Sibylle Ehrismann geforscht und die Ergebnisse zu einer Ausstellung zusammengetragen. Diese haben sie nun um die Sächsische Schweiz erweitert, wo der Komponist vor seiner Flucht aus Dresden 1849 oft weilte. Über die inspirierende Wirkung der Schweiz(en) auf sein Werk informieren die Richard-Wagner-Stätten.

Von Silvio Kuhnert

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