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Das Jahr Eins nach Aschenbrödel - Schloss Moritzburg mit Sonderausstellung zum Weihnachtsfest in Böhmen

Das Jahr Eins nach Aschenbrödel - Schloss Moritzburg mit Sonderausstellung zum Weihnachtsfest in Böhmen

"Wir haben auch Mut für diese Entscheidung gebraucht." Das sagt Ingrid Möbius, die Schloss-Chefin von Schloss Moritzburg, über die neue Weihnachtsausstellung, die am Sonnabend eröffnet wird.

Moritzburg.

Anders als in den vergangenen fünf Jahren geht es dabei einmal nicht um den deutsch-tschechischen Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", der teilweise in Moritzburg gedreht wurde und in der Weihnachtszeit regelmäßig im Fernsehprogramm auftaucht. Das ist tatsächlich ein mutiger Schritt. Insgesamt 600 000 Besucher brachten die Aschenbrödel-Schauen Schloss Moritzburg ein. Allein im vergangenen Winter kamen fast 160 000 Besucher. Zum Vergleich: In guten Jahren verzeichnet das Schloss im ganzen Jahr 300 000 zahlende Gäste. "Unsere Saison hat sich in den letzten Jahren etwas verlagert", drückt das Schloss-Chefin Möbius in einer sehr zurückhaltenden Wortwahl aus. Man könnte auch sagen: Für alles, was nach den winterlichen Sonderschauen zum Kultfilm kommt, ist die Fallhöhe enorm hoch.

Nachdem Aschenbrödel pausiert und erst im nächsten Jahr in neuer Form zurückkehren soll, stellte sich die schlichte Frage: "Was machen wir jetzt nach all dem Hype?", wie Möbius sagt. Eigentlich habe man geplant, etwas Kleines auf die Beine zu stellen. Ein Plan, der so nicht aufging. Schließlich sind bei der Schau "Weihnachtsglanz aus Böhmen" bis 4. Januar rund 1500 Exponate zu sehen. Bei deren Zusammenstellung haben die durch die Aschenbrödel-Aus- stellungen gewachsenen Kontakte der Moritzburger in die Tschechische Republik geholfen. Vor allem die tschechi- sche Ausstellungskuratorin Jana Sommerová habe die Sammlung historischen und neuzeitlichen Weihnachtsbaumschmucks, traditioneller wie moderner Krippen und typischer Gegenstände zusammengetragen, sagt Kuratorin Margitta Hensel. Sommerová hatte auch schon bei den Aschenbrödel-Schauen eine wichtige Rolle gespielt. Die Idee zur Zusammenarbeit zum Weihnachtsthema sei Hensel gekommen, als sie eine von Sommerová kuratierte Weihnachtsausstellung in Prag gesehen habe.

Auch die Kontakte zu den Fernsehstudios des Nachbarlandes halfen. In den Wagenhallen sind zu Spielszenen zusammengestellte Trickfilmpuppen zu sehen, die aus der Hand der Prager Puppenmacherin Sárka Váchová stammen. Sie spielten ihre Rolle bei Trickfilmen, die vor allem in der Weihnachtszeit immer wieder im tschechischen Fernsehen ausgestrahlt werden. Insofern sind sie also eine gute Wahl für eine Schau, die einen möglichst umfassenden Eindruck davon geben will, wie man auf der anderen Seite des Erzgebirges Weihnachten feiert.

Das gelingt einerseits durch die prächtigen historischen Exponate. Die Hochzeit des Weihnachtsschmucks begann in Sachsen wie in Böhmen im ausgehenden 19. Jahrhundert und halte seither an, sagt Kuratorin Hensel. Manches ähnelt sich, etwa ein Teil der ausgestellten Christbaumkugeln, die auch aus dem thüringischen Lauscha stammen könnten. Viele der zumeist um die 100 Jahre alten Exponate betonen jedoch die Unterschiede: Die Kostüme für Engelchen und Teufelchen, die in Tschechien den Heiligen Nikolaus bereits am 5. Dezember begleiten, um gute Kinder zu belohnen und unartige zu ermahnen. Oder die Glasperlenkunst, die in Jablonec und Gablonz gepflegt wird. Bereits im 19. Jahrhundert begannen die Tschechen damit, bunte Glasperlen aufzufädeln und mit ihnen die verschiedenartigsten Gebilde zu formen, die in den Christbaum gehängt werden können.

Die Schau dehnt sich über Krippen und Wandbilder, in denen sich Spieluhren verbergen, bis zu weihnachtlichem Schmuck der Gegenwart. Spätestens hier hat die Schau, die sonst eher zum stillen Betrachten einlädt, ihre Knalleffekte. Zum Beispiel einen weißen Christbaum, behangen mit pinken Schmuck. Wobei angesichts dieses Exponats besser vom Knallbonbon zu reden ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2014

Uwe Hofmann

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