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Das Hohenhaus ist fertig saniert, sein Besitzer will eine Art kulturelles Zentrum etablieren

Radebeul Das Hohenhaus ist fertig saniert, sein Besitzer will eine Art kulturelles Zentrum etablieren

Regennächte bereiten Torsten Schmidt keine Sorgen mehr. Früher musste der Besitzer des Hohenhauses immer dann, wenn es zulange regnete, hoch in den Dachstuhl, um die „an den kritischen Stellen aufgestellten Zinkbadewannen auszuleeren“, wie er sagt. Das Dach ist nun saniert. Zu tun gibt es für Schmidt aber immer noch viel.

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Tosten Schmidt in einem Gewölbekeller, in dem originale Möbelstücke von Gerhart und Marie Hauptmann stehen. Das Haus ist eher Marie als dem Autoren gewidmet. Die verlassene dreifache Mutter wird als Verkörperung der Mutterliebe gezeigt.

Quelle: Förster Martin/Archiv

Radebeul. Regennächte bereiten Torsten Schmidt keine Sorgen mehr. Früher musste der Besitzer des Hohenhauses immer dann, wenn es zulange regnete, hoch in den Dachstuhl, um die „an den kritischen Stellen aufgestellten Zinkbadewannen auszuleeren“, wie er sagt. Das Dach im Gebäude, das viele wegen seiner Verbindung zu Gerhart Hauptmann und als früheren Standort der sächsischen Puppentheatersammlung kennen, war marode. Seit Jahrzehnten, wie Schmidt sagt. Das ist die eine Geschichte, die der frühere Hamburger Unternehmer mit dem Hohenhaus verbinden möchte: 2003 hat er das Gebäude „mit einem riesigen Reparaturstau“ übernommen und in 13 Jahren „mit kleinen Schaffenspausen“ saniert. Mit eigenem Geld. „Über Zahlen möchte ich nicht reden“, sagt Schmidt. „Für mich war es eine große Belastung“, fügt er an. Es geht um Millionen Euro.

Diese Geschichte hat Schmidt nun zu Ende gebracht. Nach zwei Jahre langer Planung mit der Firma Gebrüder Slawick hat er das Dach mit all seinen Schmuckelementen von der Firma in Ordnung bringen lassen. Ein halbes Jahr lang wurden verfaulte Balken ausgetauscht, die Standsteinelemente restauriert und durch Verkleidungen aus Blech- und Kupfer geschützt und das Dach trotz teils widriger Witterung gedeckt. Und zwischendrin hat das Ehepaar Schmidt übrigens seine goldene Hochzeit gefeiert. Am Mittwoch kam zum Abschluss noch eine Kupferkugel auf den Kupferturm, den man anhand alter Fotos restaurieren konnte.

Baulich sei das Hohenhaus nun für die nächsten 200 Jahre gesichert, meint Schmidt. Zeit, sich zurückzulehnen hat der 73-Jährige deswegen allerdings nicht. Im Frühjahr will er sich überlegen, wie der Park restauriert werden könnte. Und das meint nicht nur den durch die Bauleute in Mitleidenschaft gezogenen Teil, sondern auch die riesigen Areale denen man durch ihre Trockenmauern die Vergangenheit als Terrassenweinberg noch ansieht. Zur Sanierungsgeschichte des Hohenhauses als „Opfer der deutschen Geschichte“ wird es also noch eine lange Nachgeschichte geben.

Wenn die Finanzierung steht. Eigentlich hatte Schmidt geplant, dafür das ehemalige Gärtnergrundstück unterhalb von Hohenhaus und Park in ein kleines Siedlungsgebiet zu verwandeln. Teile der verfallenen Gärtnerei, etwa Heizhaus mit Schornstein, sollten dabei integriert werden. Schwierig macht die Planung, dass das Gebiet im Landschaftsschutzgebiet liegt. Gescheitert ist sie allerdings an den Stadträten, die aus Prinzip auf alten Beschlüssen beharren, dass an diese Stelle keine Siedlungshäuser gebaut werden dürfen. Hintergrund ist, dass Stadt und Eigentümer ein schwieriges Verhältnis haben. Lange Zeit hatte Schmidt offensiv eine Unterstützung von Stadt und Land eingefordert, inzwischen spricht er davon, doch wenigstens „eine ideelle Unterstützung“ zu geben, die ihm Grundstücksverkauf und damit den Fortgang der Sanierungsarbeiten ermöglichen. An der Planung werde weitergearbeitet.

Aber das ist eine Geschichte, über die Schmidt nicht gern spricht. Viel lieber ist ihm da ein Thema, das sich auch mit den Dingen verbindet, die er am Mittwoch in die Kupferkugel gegeben hatte, bevor sie ein Spengler verschlossen hat. Neben einer Ausgabe der DNN auch ein paar Bögen zur Geschichte des Hauses und mit ethischen Überlegungen. Schmidt will mit seinem Hohenhaus in die Gesellschaft einwirken, will dazu aufrufen, sich das Vereinende in Erinnerung zu rufen und nicht das Trennende .

Wie genau das geschehen soll, ist noch offen. Schmidt denkt über die Gründung einer Stiftung nach. In jedem Fall wolle er Kontakt zum Dresdner Professor Gerhard Ehninger aufnehmen, dessen im Bündnis „Dresden. Respekt“ verfolgtes Anliegen Schmidt teilt. Setzt er seine Pläne um, wird sich das Hohenhaus stärker öffnen. Schon früher gab es hier Tagungen zu Gerhart Hauptmann und dessen erste Frau Marie, die im Hohenhaus aufwuchs. Auch Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen hat es gegeben. In Sachen Hohehhaus-Belebung will Schmidt nun ein ganz neues Kapitel aufschlagen.

Von Uwe Hofmann

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