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Umland DDR-Uhren wurden zum Renner
Region Umland DDR-Uhren wurden zum Renner
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15:26 13.05.2016
Leitet das Uhrenmuseum in Glashütte: Reinhard Reichel. Quelle: Anja Schneider
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Glashütte

Es war ein Riesenerfolg: Die vor wenigen Tagen zu Ende gegangene Sonderausstellung zur DDR-Uhrenindustrie in Glashütte im „Deutschen Uhrenmuseum Glashütte“ hat 32 000 Besucher angelockt. Diese Zahl nannte jetzt Reinhard Reichel, der Leiter des Museums. „Wir mussten die Ausstellung zweimal verlängern. Die Resonanz war überwältigend“, erklärte er. Das Museums-Team habe viel Lob für die Ausstellung erhalten, von den einheimischen Gästen sowieso, aber auch von Besuchern aus den alten Bundesländern: „Danke, jetzt haben wir verstanden, warum Glashütte nach 1990 eine neue Chance bekommen hat“, hätten viele Besucher erklärt, so Reichel.

Der Wiedererkennungseffekt habe eine große Rolle gespielt. „Viele haben die Uhren gesehen, die sie zur Jugendweihe oder zur Hochzeit geschenkt bekommen haben“, so der Museumsleiter. In Glashütte seien auch zu DDR-Zeiten präzise und langlebige Uhren gebaut worden, und das unter durchaus schwierigen Bedingungen. „Wir mussten viel improvisieren“, erklärte Reichel.

Kleiner Nebeneffekt der Sonderausstellung: Die Restaurierungswerkstatt des Museums, die an die Manufaktur Glashütte Original angeschlossen ist, hat richtig viel Arbeit bekommen. Viele stolze Besitzer einer „Spezimatic“ brachten ihre Uhr zu einer Bewertung mit. „Viele haben sich einen Kostenvoranschlag anfertigen lassen und wissen jetzt, mit welchen Kosten sie rechnen müssen, wenn sie ihre Uhr fachgerecht restaurieren lassen möchten.“ Immerhin: Es gibt einen Markt für Glashütte-Uhren aus DDR-Zeiten.

Nach der erfolgreichsten Sonderausstellung in der Geschichte des Museums – es feiert am 22. Mai sein achtjähriges Jubiläum – steht schon der nächste Höhepunkt ins Haus: Im Juni wird die neue Sonderschau zu „130 Jahre Glashütter Marinechronometer“ eröffnet. Ein Thema, zu dem Privatpersonen eher wenig Bezug haben, wie Reichel weiß. Da müssen spannende Geschichten rund um die Marinechronometer erzählt werden, beispielsweise Berichte über Expeditionen, bei denen die Instrumente zum Einsatz kamen. Auch die Gegenwart soll eine Rolle spielen mit aktuellen Produkten von Mühle, Wempe und Glashütte Original, verrät Reichel.

Das mache den Reiz des Museums aus – dass die Geschichte fortgeschrieben wird in der Kleinstadt an der Müglitz. Deshalb hätten viele Gäste vor ihrem Besuch im Museum bereits eine der Manufakturen besichtigt. Das Museum habe sich zum inoffiziellen Tourismusbüro von Glashütte entwickelt, es ist an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Nur für Gastronomie ist kein Platz im Museum – „Wir haben jeden Quadratmeter mit Uhren und Zeit belegt“, erklärt der Museumsleiter.

Acht feste Mitarbeiter kümmern sich im Museum um die Besucher, dazu kommen noch etliche Honorarkräfte, meist ehemalige Mitarbeiter aus den Uhrenbetrieben. Audioguides gibt es in deutscher, englischer, tschechischer und chinesischer Sprache – die Besucher aus dem Reich der Mitte zählen zu den Top 5 der ausländischen Gäste. „Wir überlegen, ob wir Japanisch auflegen“, so der Museumsleiter.

Besucher aus 124 Staaten habe man in den vergangenen acht Jahren begrüßen können. Die Deutschen belegen naturgemäß Rang eins, davon sind Sachsen, Bayern und Bewohner von Nordrhein-Westfalen die häufigsten Gäste. Dahinter kommen Schweizer, Holländer, Österreicher, Chinesen und US-Amerikaner, in den vergangenen Monaten sei die Zahl der Tschechen sprunghaft gestiegen.

Nächster Höhepunkt für das Museum ist die Glashütter „Erlebnis-Zeit“ am 22. Mai. Von 10 bis 17 Uhr gibt es im Museum die 3. Glashütter Antik-Uhrenbörse. Auf dem Museumsvorplatz und in der ganzen Stadt ist eine Menge los, so auf dem Glashütter Handwerkermarkt auf dem Markt des Städtchens oder auf dem Museumsvorplatz, auf dem unter anderem Livemusik geboten wird. Die Glashütter Einzelhändler laden von 12 bis 18 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag ein.

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte, Schillerstraße 3 a, täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet; www.uhrenmuseum-glashuette.com

Von Thomas Baumann-Hartwig

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