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Coswigs und Radebeuls Wasserversorger wollen eine Dachgesellschaft gründen

Zusammenarbeit von WAB und WSR Coswigs und Radebeuls Wasserversorger wollen eine Dachgesellschaft gründen

Über eine Betriebsführungsgesellschaft möchte die Stadt Coswig künftig mit der Nachbarstadt Radebeul im Bereich der Trinkwasserver- und der Abwasserentsorgung zusammenarbeiten. Das soll Spareffekte bei den Ver- und Entsorgungsunternehmen beider Städte bringen und die Gebühren stabil halten.

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Quelle: dpa

Coswig/Radebeul. Über eine Betriebsführungsgesellschaft möchte die Stadt Coswig künftig mit der Nachbarstadt Radebeul im Bereich der Trinkwasserver- und der Abwasserentsorgung zusammenarbeiten. Einstimmig hat der Stadtrat am Mittwochabend mit einem Grundsatzbeschluss für die Gründung einer solchen Gesellschaft durch die Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Coswig GmbH (WAB) und der Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH (WSR) votiert. „Bei anderen Themen gibt es bereits eine gute Zusammenarbeit mit Radebeul. Das ist nun der i-Punkt“, sagte Coswigs OB Frank Neupold (parteilos).

Die Entscheidung hat für die Coswiger Kunden vorerst keine Folgen. Bei den Gebühren bleibe alles beim Alten, versprach Neupold. Fünf Jahre lang gelang es der WAB die Kosten für die Wasserver- und -entsorgung konstant zu halten. „Bis 2020 können wir bei den jetzigen Entgelten bleiben“, so Neupold. Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet derzeit 1,87 Euro brutto, beim Abwasser liegt der Kubikmeterpreis bei 3,11 Euro. Und WAB-Geschäftsführer Jörg Morgenstern ergänzte: „Wenn die Einsparrungen durch den Zusammenschluss wie erhofft kommen, ist eine Erhöhung der Entgelte in den nächsten Jahren nicht notwendig.“

Beide kommunalen Unternehmen beziehen das Trinkwasser vom Wasserverband Brockwitz-Rödern. Das Schmutzwasser leiten sie in die Gemeinschaftskläranlage Meißen ab. Für die nächsten fünf Jahre können WAB und WSR die jetzige Qualität bei der Erfüllung ihrer Aufgaben gewährleisten. Danach wird es schwierig. Denn im gleichen Zeitraum werden etwa 20 Prozent der WSR-Mitarbeiter in Rente gehen. Und für ein kleines Unternehmen wie die WAB wird es laut Morgenstern immer komplizierter, ausreichend Personal vorzuhalten, um die immer größer werdenden Aufgaben bezüglich Planung, Ausschreibung und technischen Realisierung von Bauvorhaben wegen stetig steigender Auflagen beispielsweise im Umwelt- und Naturschutz zu erfüllen. Durch die Bündelung der Kräfte versprechen sich beide Unternehmen, besser für die Aufgaben der Zukunft gewappnet zu sein.

In den zurückliegenden Monaten wurde untersucht, wie die Zusammenarbeit geregelt werden kann. Zwei Varianten standen zur Wahl: eine Fusion beider Gesellschaften oder die Gründung einer Betriebsführungs- bzw. Dachgesellschaft. Bei einer Verschmelzung ist im ersten Jahr ein Spareffekt von 60000 Euro zu erwarten und in den ersten drei Jahren von 520000 Euro. Rufen beide Unternehmen dagegen eine Betriebsführungsgesellschaft ins Leben, sparen sie nach einem Jahr 180000 Euro und innerhalb der ersten drei Jahre 640000 Euro. Der Unterschied bei den Einsparungen liege in dem höheren Aufwand für eine Fusion begründet, informierte Morgenstern. Um sämtliches Vermögen, Personal, Verträge etc. in einer komplett neuen Gesellschaft zu überführen – WSR und WAB würden bei einer Verschmelzung aufgelöst –, vergehe zudem mehr Zeit, und zwar mindestens zwei Jahre.

Für das andere Geschäftsmodell sprechen folgende Punkte: Bereits nach rund sechs Monaten ist die Betriebsführungsgesellschaft nach ihrer Gründung arbeitsfähig. WAB und WSR blieben weiterhin bestehen und geben ihr Personal sowie die kaufmännische und technische Betriebsführung an die Dachgesellschaft ab. Die Stadträte legen weiterhin jeweils nur für ihre Kommunen die Gebühren fest. In Radebeul steht die Entscheidung des Stadtrates noch aus.

Von Silvio Kuhnert

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