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Umland Coswiger Stadträte diskutieren wieder über einen Friedwald im Friedewald
Region Umland Coswiger Stadträte diskutieren wieder über einen Friedwald im Friedewald
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20:30 01.02.2016
2001 wurde der erste deutsche Friedwald im hessischen Reinhardswald eröffnet. Quelle: dpa
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Coswig

Das Thema Friedwald im Friedewald feiert sein Comeback in Coswig. Zumindest steht der schlicht betitelte Punkt „Einrichtung eines Bestattungswaldes“ auf der Tagesordnung der morgigen Stadtratssitzung. Über dieses Thema führte man in Coswig vor sechs Jahren lange und teils heftige Debatten, nachdem Daniel von Sachsen im Jahr 2009 mit seinen Plänen, den ersten Friedwald Sachsens auf Coswiger Flur einrichten zu wollen, an die Öffentlichkeit gegangen war. Damals sagten die Coswiger dem Wettiner-Prinzen ab. Heute wagt er einen neuen Versuch. Bevor die Stadträte nicht darüber diskutiert haben, will er anders als beim ersten Versuch wenig zu seinen Plänen verraten. So viel sagt er dann aber doch: Die Umstände hätten sich inzwischen soweit geändert, dass man das Projekt mit Zuversicht angehen könne.

Tatsächlich hat sich seit 2010, als Coswig dem Vorhaben seine endgültige Absage erteilte, einige Dinge geändert. In Sachsen gibt es inzwischen einen Bestattungswald, er wurde im vergangenen Jahr in Bennewitz bei Wurzen eröffnet. Anderswo im Freistaat wird, meist von Bürgerinitiativen angestachelt, über die alternative Bestattungsform diskutiert, bei der Verstorbene nicht in einer verpachteten Grabparzelle ihre letzte Ruhe finden, sondern bei den Wurzeln eines Baumes. Derartige Baumbestattungen sind derzeit schon in einem Abschnitt des Heidefriedhofs in Dresden und auf dem Südfriedhof Leipzig möglich. Der Coswiger Friedwald wäre also nicht mehr der erste und einzige in Sachsen, was gehörig Druck aus der Debatte nehmen dürfte. In Ganz Deutschland wurden seit der Eröffnung des ersten Friedwalds 2001 mehr als 100 Bestattungswälder eingerichtet.

Auch die Coswiger Verwaltung will vor der morgigen Stadtratsdiskussion nichts zum Vorhaben sagen. 2010 begründete sie ihre Absage mit mangelndem Bedarf. Von 7000 Begräbnisplätzen seien nur 4100 belegt, hieß es damals. Hinter den Kulissen hatte vor allem die Evangelisch-lutherische Kirche, die in Coswig wie in den meisten sächsischen Kommunen auch Friedhofsbetreiber ist, gegen die privatwirtschaftliche Konkurrenz argumentiert. Sie steht einem Aufweichen des Friedhofszwangs seit kritisch gegenüber.

Von Uwe Hofmann

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