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Umland Coswig benennt neue Straße nach Firmengründer Slotta
Region Umland Coswig benennt neue Straße nach Firmengründer Slotta
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17:22 23.10.2018
Slotta-Enkelin Monika Wendenburg, Marc Reidel von Ökowert, OB Frank Neupold, Sascha Hippe von Ökowert und Slotta Urenkelin Barbara Stöcker vor dem neuen Straßenschild. Im Hintergrund ist das Baugebiet zu erkennen. Quelle: Uwe Hofmann
Coswig

Maschinenfabrik, Planeta-Ausbildungsstätte, Zahnradfertigung, derzeit Baustelle für ein Wohngebiet – die Brache an der Ecke Kötitzer Straße und Am Güterbahnhof hat schon einiges erlebt. Seit Dienstag zeigt sie das auch: Eine frisch gebaute Erschließungsstraße durch das etwa zwei Hektar große Gebiet hat im Beisein von zwei seiner Nachfahrinnen den Namen des Firmengründers Johannes Slotta (1869-1918) erhalten. Drehbänke hat der „Fabrikant und Stifter“, wie es auf dem Straßenschild heißt, hergestellt, oder auch „Räumnadelmaschinen“, wie Monika Wendenburg betont. Sie ist Enkelin des Unternehmers, war extra zur festlichen Weihe mit Barbara Stöcker, Urenkelin Slottas, angereist. „Ich freue mich sehr, dass nun seiner erinnert wird“, sagt sie.

Die aus Karlsruhe angereiste Urenkelin Stöcker, die die soziale Ader des Unternehmers mit zeitweise mehr als 1000 Beschäftigten betonte, brachte auch ein Geschenk ans Stadtarchiv mit: Ein altes Fotoalbum, dessen historische Aufnahmen jetzt digitalisiert und damit bewahrt werden. So kehrt ein Stück Geschichte in die Stadt zurück, wobei der etwa 950 000 Euro teure Bau der Erschließungsstraße freilich in die Zukunft des Areals weist. Dort entstehen bis 2023 im Auftrag der Dresdner Ökowert Grundvermögen GmbH 74 Wohnungen, wie Marc Reidel, einer der beiden Geschäftsführer des Bauträgers, erläutert. Gesamtinvestitionssumme: 27 Millionen Euro.

Dafür entstehen 18 Einfamilienhäuser im hinteren Bereich, von denen drei bereits bezogen sind. Vier weitere werden spätestens zum Jahreswechsel an ihre Besitzer übergeben, für fünf weitere gibt es Planungen. „Wir haben aber noch einige Bauplätze zu vergeben, Interessenten können sich gern bei uns melden“, sagt Geschäftsführer Reidel. Gemeinsamt mit der Stadt hat man sich in seinem Unternehmen Gedanken über die Gestaltung des Areals gemacht. An Grenzstraße und Kötitzer Straße, also dort, wo die Bebauung an den Bestand in Kötitz anschließt, werden Walmdächer die Häuser bekrönen. „Im Gebiet selbst kann dann moderner gebaut werden“, sagt Reidel. Und zur Straße Am Güterbahnhof, die als Zubringer ins Gewerbegebiet Grenzstraße am stärksten in dem Bereich befahren ist, sind acht Mehrfamilienhäuser geplant, die den Rest des Gebiets vom Straßenlärm abschirmen.

Diese Dreigeschosser erhalten jeweils noch ein Staffelgeschoss, werden von den Bauplanern daher als 3,5-Geschosser bezeichnet. Die Wohnungen in diesen Gebäuden sind zum Kauf für Selbstnutzer und Kapitalanleger gedacht, die Quadratmeterpreise sind jedoch noch nicht kalkuliert. Bis der Bau der Mehrfamilienhäuser beginnen soll, ist auch noch etwas Zeit. Mitte 2019 soll es soweit sein, sagt Investort Reidel.

Sein Unternehmen Ökowert hat – der Name verrät es – in der Vergangenheit bereits Einfamilien und Mehrfamilienhäuser im Passivhausstandard errichtet. „Wir beschäftigen uns damit seit sieben Jahren und haben nun, da die Auflagen für Neubauten immer fordernder in Sachen Energieeinsparung werden, einen Wissensvorsprung“, sagt Reidel. Passivhäuser werden aber aller Voraussicht nicht in Coswig entstehen, sondern Gebäude der Standards KfW 55 bis KfW 40. „Die Geschosswohnungen werden KfW 40 haben. Das ist eine schöne Einsparung. Es gibt nicht viele Bauträger, die das können“, sagt Reidel.

Er hat Gefallen an dem Coswiger Projekt gefunden. „Die Abstimmungen hier laufen sehr zügig, das gefällt uns“, sagt er. Derzeit sei man in Gesprächen für ein weiteres Projekt in der Großen Kreisstadt. „Aber dafür muss uns die entsprechende Fläche ja erst einmal gehören“, sagt er. Sein Co-Geschäftsführer Sascha Hippe hat sich dagegen auf ganz andere Weise für Coswig entschieden. Er baut eines der Einfamilienhäuser für sich selbst, zieht in die „Kötitzer Stadtgärten“, wie der Vermarktungsname des Areals heißt. „Ich bewohne später die Johannes-Slotta-Straße 1“, sagt er. Er werde dafür sorgen, dass Slottas Gedenken gewahrt bleibe.

Von Uwe Hofmann

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