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Coswig: Schandfleck nahe der Villa Teresa weicht "Casa Bohemica"

Coswig: Schandfleck nahe der Villa Teresa weicht "Casa Bohemica"

An der Kötitzer Straße in Coswig soll eine tschechisch-sächsische Begegnungsstätte eröffnen. Die Stadt will das Kultur- und Tourismuszentrum möglichst noch 2013 im Erdgeschoss der leer stehenden, dann aber sanierten Ruine an der Villa Teresa einrichten.

Coswig.

Von Stephan Klingbeil

Coswig . An der Kötitzer Straße in Coswig soll eine tschechisch-sächsische Begegnungsstätte eröffnen. Die Stadt will das Kultur- und Tourismuszentrum möglichst noch 2013 im Erdgeschoss der leer stehenden, dann aber sanierten Ruine an der Villa Teresa einrichten. "Casa Bohemica", also "Böhmisches Haus", soll der Treffpunkt heißen - in Anlehnung an die Namensgeberin und Bewohnerin der Nachbarvilla, die aus der einstigen spanischen Kolonie Venezuela stammte. "Ein tschechischer oder deutscher Name wäre zu sperrig gewesen, kam so nicht infrage", erklärt Rathaus-Sprecherin Ulrike Tranberg.

Die Bauanträge seien auf dem Weg, sagt sie. Der Großteil des Gebäudes, das wohl einst als Bediensteten-Unterkunft für die Villa-Eigentümer diente und im vorigen Jahrhundert erweitert, aber seit Jahren nicht mehr modernisiert worden war, soll bald in neuem Glanz strahlen.

Das zuletzt als Wohnhaus genutzte alte Gebäude sei dann auch barrierefrei, WC und Küche werde es dort geben. Der rund 50 Quadratmeter große Hauptraum böte bald Platz für deutsch-tschechische Konzerte, Lesungen, Ausstellungen. Vor allem aber soll die Casa Bohemica eine Art Tourist-Info sein, wo Coswig auf die tschechisch-sächsische Naherholungsregion hinweisen will. Die Stätte werde aber nicht mit Personal besetzt sein, ein Terminal sei geplant.

Das Obergeschoss gehört nicht der Stadt, sondern weiterhin der Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH. Dort sollen zwei Gästezimmer und eine Wohnung für Hausmeister eingerichtet werden. Ein Hausmeister soll künftig ebenso ein Auge werfen auf die Villa samt Park mit Pavillon. Die Kulturbetriebsgesellschaft Meißner Land mbh soll das nach dem Umbau komplettierte Ensemble mit der Casa betreuen. "Es gibt schon Ideen für Veranstaltungen", erklärt Villa-Leiterin Christiane Matthé. "Der Umfang wird aber kleiner sein als hier in der Villa." Möglich werden soll der rund 400 000 Euro teure Umbau über EU-Zuschüsse. "Uns bietet sich damit die Chance, dass der Schandfleck endlich verschwindet", sagt Tranberg. "Es gab immer wieder Vorschläge zur Neunutzung, aber die Sanierungskosten waren zu hoch." Über das EU-Programm zur Förderung grenzübergreifender Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien könne man die Sanierung nun jedoch finanzieren. Im Raum stehe eine 85-prozentige Förderung. Doch das Geld gibt es nur für Projekte, die Deutsche und Tschechen näher bringen. Daher tat sich Coswig mit Lovosice zusammen.

Die Idee: Coswig wird die Ruine los. Gleichzeitig sanieren die Tschechen den herunter gekommenen Saal in ihrem alten Rathaus. Das Jugendstil-Rathaus wurde 1907 errichtet, 1992 rekonstruiert und erhielt eine neue Fassade. Heute dient das Gebäude noch als Ärztehaus. Der Saal jedoch steht schon lange leer. Dort befand sich einst ein Labor. Um die Sanierung aber umzusetzen, wären über 600 000 Euro fällig. So profitiert auch Lovosice von der Casa Bohemica.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.11.2012

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